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544. An SchillerIhr Brief findet ich in großer Zerstreuung und in Beschäftigungen, die mit einem ästhetischen Urtheile über dramatische Motive nichts gemeines haben. Ich muß also um Aufschub bitten, bis ich meine Gedanken über Ihre Anfrage sammeln kann. Dem ersten Anblick nach scheint mir die Idee sehr wohl gefunden und ich sollte denken, daß man dabei acquiesciren könnte. Denn, wie Sie auch selbst bemerken, so scheint immer ein unauflösbarer Bruch zwischen dieser Fratze und der tragischen Würde übrig zu bleiben und es kann vielleicht immer1) nur die Frage sein: ob sie etwas würdiges hervorbringe? und das scheint mir diesmal geleistet. Ist doch selbst der politische Stoff nicht viel besser als der astrologische und mich dünkt man müßte den astrologischen, um ihn zu beurtheilen, nicht unmittelbar gegen das Tragische halten, sondern das Astrologische wäre als ein Theil des historisch, politisch, barbarischen Temporären mit in der übrigen Masse gegen das Tragische zu stellen und mit ihm zu verbinden. Den fünffachen Buchstaben, ob er mir gleich wohl gefällt, weiß ich noch nicht gegen jenes astrologische Zimmer zu bilanciren; beides scheint etwas für sich2) zu haben. Und ich muß endigen wie ich anfing daß ich heute weder im Stande bin rein zu empfinden noch recht zu denken. Nehmen Sie daher nur noch ein Lebewohl und grüßen mir Ihre liebe Frau. Weimar am 5. December 1798. G. |
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