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310. An GoetheJena den 10. Mai 1797. Ich wurde gestern verhindert, Ihnen ein Wort zu sagen und hole es heute nach. Auch mir hat Voß von Welttafeln geschrieben, die er Ihnen schicke; ich habe aber keine erhalten. Die Übersetzung aus Ovid, die er mitgeschickt, ist sehr vortrefflich, mit der Bestimmtheit und auch mit der Leichtigkeit des Meisters. Schade nur, daß er sich durch die elenden Streitigkeiten abhalten läßt, hieher zu kommen. Daß er lieber bei seinem Reichardt in Gibichenstein liegt, als zu uns kommt, kann ich ihm doch kaum vergeben. Ich bin neugierig, auf welche Art Sie seien Übersetzungsweise vertheidigen wollen, da hier der schlimme Fall ist, daß gerade das Vortreffliche daran studirt werden muß, und das Anstößige gleich auffällt. Es sollte mir leid thun, wenn Sie Ihren Moses zurücklegten. Freilich ist es eine sonderbare Collision, in die er mit den italienischen Dingen kommt, aber nach dem, was Sie mir schon davon sagten, hätten Sie däucht mir wenig mehr zu thun, als ihn zu dictiren. Ich freue mich auf Ihre Ankunft. Hier im freien werden wir noch einmal so gut unsre Angelegenheiten durchsprechen können. Leben Sie recht wohl. Alles grüßt Sie aufs beste. Sch. |
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