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157. An GoetheJena den 18. März 1796. Seit Ihrer Abwesenheit ist es mir noch immer ganz erträglich gegangen, und ich will1) recht wohl zufrieden sein, wenn es in Weimar nur so continuirt. Ich habe an meinen Wallenstein gedacht, sonst aber nichts gearbeitet. Einige Xenien hoffe ich vor der merkwürdigen Constellation noch zu Stande zu bringen. Die Zurüstungen zu einem so verwickelten Ganzen, wie ein Drama ist, setzen das Gemüth doch in eine gar sonderbare Bewegung. Schon die allererste Operation, eine gewisse Methode für das Geschäft zu suchen, um nicht zwecklos herumzutappen, ist keine Kleinigkeit. Jetzt bin ich erst an dem Knochengebäude, und ich finde, daß von diesem, eben so wie in der menschlichen Structur, auch in dieser dramatischen alles abhängt. Ich möchte wissen, wie Sie in solchen Fällen zu Werk gegangen sind. Bei mir ist die Empfindung anfangs ohne bestimmten und klaren Gegenstand; dieser bildet sich erst später. Eine gewisse musikalische Gemüthsstimmung geht vorher, und auf diese folgt bei mir erst die poetische Idee. Nach einem Brief von Charlotte Kalb2) hatten wir heute Herdern hier zu erwarten. Ich habe aber nichts von ihm gesehen. Leben Sie recht wohl. Hier Cellinie, der vorgestern vergessen wurde. Meine Frau grüßt bestens. Sch. |
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