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Homepage Literatur Johann Wolfgang von Goethe Biografien Schaefer - Goethes Leben Inhalt Erster Band Vorrede Kindheit und Jugend 1749 - 1765 1765 - 1768 1768 - 1771 1771 - 1773 1744 1775 Weimarsche Lehrjahre 1776 1777, 1778 1779 1780, 1781 1782 1783 - 1786 Zweiter Band Widmung Ital. Reisejahre, Rev.-Epoche 1786 - 1788 1788 - 1791 1792, 1793 1794 - 1796 1797 - 1799 1799 - 1805 Goethe im Alter 1806 - 1813 1813 - 1819 1820 - 1825 1826 - 1832 Beilagen I. Charlotte von Stein II. Rede weißer Falkenordens III. Vermächtnis j. Nachwelt Schlusswort |
SchlusswortSchließlich bemerke ich noch, dass es mein stetes Bestreben war, Goethes Charakter und Geistesentwicklung überall im Fortgang seines Lebens durch Tatsachen und seine eigenen Äußerungen zu zeichnen, in engem Anschließen an die zuverlässigsten Berichte, einzelne Erörterungen darein zu verweben und dadurch vor dem Geist des Lesers das Gesamtbild entstehen zu lassen, nicht aber in einer Schlusscharakteristik mich in der Allgemeinheit der Phrasen zu bewegen; „denn“, sagt Goethe selbst, „was ist die beste Charakteristik im Vergleich mit dem Detail eines bedeutenden Lebens?“ Ohne apologetisch oder polemisch zu verfahren, hoffe ich durch die Wahrhaftigkeit in den Einzelheiten und eine rein objektive und chronologische Zusammenstellung des Tatsächlichen den einsichtsvollen, von Vorurteilen unbestochenen Leser am besten in Sand gesetzt zu haben, Goethes Charakter und Bildungsgang in klarem Bild aufzufassen oder sein Urteil zu berichtigen. Noch gibt es viele, für welche die aus trüber Quelle geflossenen, halbwahren oder erlogenen Anekdoten über Goethes Lebensverhältnisse und Charaktereigentümlichkeiten mehr Reiz haben, als die edelsten Züge liebevoller Fürsorge, pflichttreuer Aufopferung und reinen Strebens für das Höchste der Menschheit; welche in ihrer Unfähigkeit, den sittlichen Kampf, durch den eine reich begabte Natur sich hindurchzuarbeiten hat, zu begreifen, an alle Größen nur mit dem pharisäischen Bewusstsein ihrer passiven Sittlichkeit herantreten. Indes ist die Zeit wohl vorüber, wo es für geistreich galt, Goethe herabzuwürdigen und das einzige Gut, dass unserer Nation die Hochachtung der Nachbarvölker erworben hat, lächelnd schmälern zu sehen. Indem ich hiermit die erste vollständige Biographie Goethes der Öffentlichkeit übergebe, bin ich mir sehr wohl bewusst, dass sie nur als ein Versuch zu betrachten ist, als der in einem engen Rahmen ausgeführte Entwurf zu einem vollendeteren Gemälde. Davids Worte an Goethe bei Übersendung seiner Büste dürften auf meine biografische Arbeit ihre volle Anwendung finden: Vous ètes la grnade figure poétique de notre époque; elle vous doit une statue, mais j’ai osé en faire un fragment; un génie plus digne de vous la terminera. Bremen, am 1. August 1851. |
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