Johann Wolfgang von Goethe @ www.Wissen-im-Netz.info
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      Johann Wolfgang von Goethe
         Biografien
            Schaefer - Goethes Leben
               Inhalt
               Erster Band
                  Vorrede
                  Kindheit und Jugend
                     1749 - 1765
                     1765 - 1768
                     1768 - 1771
                     1771 - 1773
                     1744
                     1775
                  Weimarsche Lehrjahre
                     1776
                     1777, 1778
                     1779
                     1780, 1781
                     1782
                     1783 - 1786
               Zweiter Band
                  Widmung
                  Ital. Reisejahre, Rev.-Epoche
                     1786 - 1788
                     1788 - 1791
                     1792, 1793
                     1794 - 1796
                     1797 - 1799
                     1799 - 1805
                  Goethe im Alter
                     1806 - 1813
                     1813 - 1819
                     1820 - 1825
                     1826 - 1832
                  Beilagen
                     I. Charlotte von Stein
                     II. Rede weißer Falkenordens
                     III. Vermächtnis j. Nachwelt
                  Schlusswort

III.

Vermächtnis an die jüngere Nachwelt

(Gedichtet zur Zeit der Jubelfeier, 1825.)

   Ihr sollt nicht mit dem Edeln Kurzweil treiben,
Erst sollt ihr leben und nach diesem schreiben,
Erst sollt ihr dichten und nach diesem malen;
Sonst spielt ihr nur mit Farben, Kunst und Zahlen,
Und seid, obwohl von jedermann gelesen,
Doch selbst nur Schrift und Pergament gewesen.

   Ein jeder sehe, wie und was er schreibe,
Das Haupt sei angemessen seinem Leibe;
Zehntausend Schultern Einem anzupassen,
Das nennen sie erfinden und verfassen.
Wir aber nennen dies Manier, ob Viele
Sie auch verwechseln mit dem ernsten Style.

   Der ernste Styl, die hohe Kunst der Alten,
Das Urgeheimnis ewiger Gestalten,
Es ist vertraut mit Menschen und mit Göttern,
Es wird in Felsen wie in Büchern blättern;
Denn was Homer erschuf und Scipionen,
Kann nimmer im gelehrten Treibhaus wohnen.

   Sie wollten in dies Treibhaus uns verpflanzen:
Allein die deutsche Eich’ erwuchs zum Ganzen,
Ein Sturm des Wachstums ist ihr angekommen,
Sie hat das Glas vom Treibhaus mitgenommen.
Nun wachs’, o Eich’, erwachs’ zum Weltvergnügen:
Schon seh’ ich neue Sonnenaare fliegen.

   Und wenn sich meine grauen Wimpern schließen,
So wird sich noch ein mildes Licht ergießen,
Bei dessen Widerschein von jenen Sternen
Die spätern Enkel werden sehen lernen,
Um in prophetisch höheren Gesichten
Von Gott und Menschheit Höh’res zu berichten.

Ü   Þ

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