Ludwig Ganghofer

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Ludwig Ganghofer - Der Unfried

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      Ludwig Ganghofer
         Der Unfried
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Kapitel 4

Das Dorf hatte zu reden. Im Pointnerhof die neue Hauserin - und draußen im Binderholz der Bygotter!

An jedem Tag liefen ein paar Neugierige hinaus zum Binderholz. Das war ein herrlicher Fichtenwald, der wie ein grüner Riesenriegel zwischen das Bergtal und das ebene Land geschoben lag. In sanfter Neigung stieg er nach beiden Seiten gegen die Berge hinauf. Die Straße durchkreuzte ihn, dem Gehäng der Hügel folgend, in beträchtlicher Höhe über dem breiten Schluchtengrund, durch den der Bach in kiesigem Bett seinen Weg zur Ebene suchte. Je mehr sich der Wald dem Tal entgegensenkte, desto reichlicher zeigte sich das sanftere Grün der Buchen und Birken zwischen den dunklen Wipfeln der Fichten. Am Ufer des Baches überragten nur noch einzelne Nadelpyramiden die dichten, lang gestreckten Weiden- und Birkenfelder.

Ein schmaler Fußpfad lenkte vom Dorf am Bach entlang und kreuzte sich im Wald mit einem von der Straße sich abzweigenden Holzfuhrweg. Nahe bei dieser Kreuzung lag zwischen Fichten und Birken ein dreieckiger Wiesenraum, auf dem das magere Gras in wucherndem Moos und unter Schachtelhalmen zu ersticken drohte. Ein verwahrloster Stangenzaun umgrenzte den Raum, in dessen stumpfem Winkel zwei alte Eichen ein kleines, halbzerfallenes Haus mit spärlichem Schatten bedachten. Der üppige Efeu, der die beiden Stämme umschlang und von den Ästen seine netzartig verflochtenen Ranken nieder senkte über Dach und Wände des Hauses, vermochte den traurigen Anblick nur wenig zu mildern.

Einer der Stürme, die einher gebraust waren über die schutzlose Stätte, hatte den Kamin gebrochen; die Trümmer lagen ausgestreut über das vermoderte Schindeldach. Überall an den Wänden war der Mörtel von der Mauer gebröckelt, und wo er noch an den Steinen hielt, war er durchzogen von klaffenden Rissen. An den Fenstern waren die Scheiben erblindet; die Läden hingen schief in rostigen Angeln; Gras und Moos wucherte auf der verfaulten Schwelle, und graugelbe Schwämme wuchsen aus den Fugen der verschobenen Tür. Unter dem morschen Gebälk des vorspringenden Daches, wo einst mit Gezwitscher die Schwalben hausgehalten in sauberen Nestern, hatten sich die scheuen Rotschwänzchen mit Schmutz und Unrat eingemietet. Auch sie waren davon geflattert und nicht wiedergekehrt, als der Bygotter mit seinem Kind dieses armselige Haus bezogen hatte, das sein Heim und Eigen war.

Vor vierzehn Jahren hatte der Bygotter im Dorf ein freundliches Häuschen besessen; in einer Nacht war es niedergebrannt bis auf die Grundmauern. Nur das nackte Leben hatten die Leute gerettet, und der Bygotter hätte betteln gehen müssen mit Weib und Kind, wenn nicht die alte Mackfederin mit dem Schwiegersohn die bescheidenen Ersparnisse geteilt hätte, die sie von ihrer Pension als Försterwitwe hatte zurücklegen können. Da hatte der Bygotter das Binderholzhäuschen erworben, das sich schon damals in üblem Zustand befand, hatte das alte Gerümpel leidlich wieder instand gesetzt und hatte sich neues Handwerkszeug beschafft. Er war ein gelernter 'Dusenmacher', fertigte aus Lindenholz jene Tabaksdosen, Büchsen und Kästchen, die mit gepressten Birkenrinden überkleidet wurden, und war daneben, wie es sein Handwerk mit sich brachte, ein halber Zimmermann und Tischler.

So begann er drauflos zu schanzen - 'viechmaßig', wie ihm das ganze Dorf zugestand. Aber Not und Elend kauerten an seinem Tisch und fühlten sich heimisch unter dem unfreundlichen Dach. Die beiden Leute arbeiteten sich die Nägel von den Fingern; doch sie saßen auf der Pechrute, und da war kein Loskommen mehr. Immer noch verlor die Frau den Mut nicht. Aber dem Mann begann die Kraft zu erlahmen. Dabei wurde er, was die Leute im Dorf einen 'Sinnierer' nennen, ein Mensch, der immer fragte: "Was hab ich verschuldet, dass es grad mir so gehen muss?" - und der, je müder ihm die Hände wurden, um so fleißiger sein Hoffen auf einen rettenden Glücksfall setzte.

Die unklaren Gedanken, mit denen der Bygotter einem hilfreichen Wunder entgegensah, gewannen eine bestimmte Richtung. Es war im dritten Jahr, nachdem er das Binderholzhäuschen bezogen. Da hatte ihm der Zufall eine jener Schwindelbroschüren in die Hände gespielt, welche die Versuchung hinauftragen bis in die höchsten Bergdörfer. Die utopischen Versprechungen, die der Bygotter aus dem abgegriffenen Büchlein heraus buchstabierte, gingen ihm nimmer aus dem Kopf. Sein einziger Gedanke war nur noch das 'Goldland über'm Wasser drüben'. Er sah sich in seinen Träumen schon im Urwald, den er sich vorstellte wie die verwahrlosten Hochwaldbestände des Binderholzes. Er sah und hörte die Bäume stürzen unter seiner sausenden Axt, sah auf der urbar gemachten Erde sein stattliches Haus erstehen, sah schon die 'Farmerer' - die er sich so ähnlich dachte wie den reichen Breithofbauer und den alten Pointner - mit Schmunzeln ihre Prisen aus seinen Birkendosen schnupfen, als hätten sie just auf den Bygotter und seine Schmalzlerbüchsen gewartet. Und er sah sich nach soundsoviel Jährlein zurückkehren in die Heimat, das behäbige Bäuchl umschnürt mit der von 'Dullers' strotzenden Geldkatze. Von Not getrieben, verrannte er sich mit Kopf und Herz in diese Pläne und setzte zu ihrer Verwirklichung die eiserne Zähigkeit ein, die er früher vergebens aufgeboten hatte, um sich aus seiner trostlosen Lage emporzuarbeiten. Ganz unerwartet fand er dabei einen eifrigen Helfer im Pfarrer des Dorfes. Dem hatten die 'unchristlichen' Reden nicht sonderlich getaugt, die der Bygotter in der letzten Zeit zu führen liebte; so suchte der Hochwürdige diese Reisepläne in jeder Weise zu fördern, brachte es zuwege, dass dem Bygotter alle Rückstände unter dem Titel eines 'Gemeindegeschenkes' erlassen wurden, und veranstaltete noch eine Sammlung, die einige hundert Gulden abwarf. Der Bygotter selbst machte zu Geld, was einen Käufer fand, sein Handwerkszeug, seinen Hausrat, seine Holzvorräte. Nur für das abgelegene, zerfallene Haus im Binderholz wollte kein Liebhaber erscheinen. Dafür gab die alte Mackfederin ihr Letztes her, unter der Bedingung, dass ihr Enkelkind, das sechsjährige Sannerl, bei ihr in der Heimat verbleiben musste. Wie sehr auch Sannis Mutter sich dagegen wehren mochte: Der Vater sagte ein rasches Ja. Es wäre so besser für das Kind, meinte er; dabei bleibe dem Sannerl alle vorläufige Mühsal erspart, während ihm die Annehmlichkeiten der späteren glücklicheren Zeit desto mehr zugute kämen. So übersiedelte das Sannerl zu der alten Mackfederin, die im Forsthaus zwei kleine Hinterstübchen bewohnte. Der lachende Bygotter fuhr mit seinem weinenden Weib auf einem geschmückten Wagen zum Dorf hinaus, 'fort ins Amerika'.

Elf Jahre waren vergangen. Nun war der Bygotter zurückgekehrt, ohne Weib, ohne gefüllte Geldkatze, mit einer Kiste, die halb mit Zimmermannswerkzeug, halb mit zertragenen Gewandstücken und allerlei Bücherwerk angefüllt war. Dazu brachte er jene seltsame Errungenschaft mit heim, um derentwillen er für die meisten Dorfleute schon in der Stunde seiner Ankunft ein Ziel des Spottes, für ruhiger Denkende ein Gegenstand des Mitleids, für den hochwürdigen Herrn Pfarrer eine Ursache des höchsten Ärgernisses geworden war.

Die Befürchtungen des Seelenhirten schienen sich vorerst nicht zu bewahrheiten. Der Bygotter ließ sich im Dorf nicht blicken, und die Annäherungsversuche jener, die aus Neugier oder des Juxes halber hinauswanderten zum Binderholzhäuschen, wies er mit starrem Schweigen zurück. Sehen konnten ihn alle, die da kamen: Bald vor dem Haus, bald am Rand des Gehölzes, in Hemdärmeln, mit nackten Füßen, mit wehendem Bart und Nackenhaar, mit Beil oder Säge, rastlos arbeitend, schweißtriefend und keuchend wie ein Tier, dem das drückende Joch auf der Stirn liegt. Krachend stürzten unter den Schlägen seiner Axt die Bäume. Aus ihnen zimmerte er Bohlen und Pfosten, verbolzte die frisch mit Lehm beworfenen Wände, ergänzte die Schwelle, fügte aus dicken Brettern eine Tür, besserte die Fensterkreuze und die Läden und deckte das Dach mit neuen Schindeln. Aus den Ästen der gefällten Bäume schränkte er rings um den Wiesenraum einen dichten, übermannshohen Zaun, als wäre das Binderholz der Urwald des fernen Westens, und als hätte der Bygotter sich vor Indianern und reißenden Tieren zu schützen.

Die Leute schüttelten die Köpfe. Manchmal versuchten es übermütige Burschen, durch stichelnde Reden den Schaffenden zum Sprechen zu reizen. Rastlos schwang der Bygotter das blitzende Beil, und keine Miene seines Gesichtes verriet, dass eine dieser Reden an sein Ohr gedrungen. Nur einmal geschah es, dass die Leute ein paar Worte von ihm zu hören bekamen, die reichlichen Stoff zu Gelächter und Gemunkel gaben. Er hatte eine Fichte gefällt, und an ihrem Stürzen und Krachen schien er seine Freude zu haben. In seinen Augen flackerte ein wildes Feuer. Als der grüne Riese auf dem Moosgrund lag, trieb der Bygotter mit wuchtigem Hieb die Axt in die Rinde, hob die Arme zum Himmel und sprach mit rollender Stimme: "Wie dieser Baum dahinstürzt vor der Faust des Mächtigen, so wird, o Herr, der Thron der falschen Götzen stürzen, wenn der Tag des Lichtes anbricht, der Deinen Knecht zum Dienst beruft!" Dann riss er die Axt aus dem Stamm und wetterte mit dem scharfen Eisen in das zitternde Geäst, dass die Zweige flogen und die Späne zischten.

Während der Bygotter so werkte und schaffte, war Sanni stets in seiner Nähe, ging ihm bei der Arbeit an die Hand, oder saß unter einem Baum, die mürben Kleider des Vaters bessernd. Heimliche Tränen rannen ihr dabei über die schmalen, blassen Wangen.

Am Tag nach des Vaters Ankunft war sie von ihm ins Dorf geschickt worden, um Kartoffeln, Linsen und Bohnen, Mehl und Brot zu kaufen. Ihr Weg führte nicht am Pointnerhof vorüber; dennoch stand sie plötzlich vor dem großen, weißen Haus mit den grünen Läden und schüttelte den Kopf, weil es ihr wunderlich vorkam, dass sie auf einen Umweg geraten war. Den Schritt verzögernd, musterte sie das schöne Haus. Wie leer der Hof sich ansah! Als gäbe es im Pointnerhaus keine Mannsleute! Und da drinnen hausten doch ihrer fünfe: Die vier anderen und der Karli! Nun gewahrte sie hinter einem Fenster ein fremdes, lächelndes, bildsauberes Gesicht mit dunklen Augen. Sie hatte keinen klaren Gedanken, fühlte nur, dass es ihr beim Anblick dieses hübschen Gesichtes wie ein Stich durch die Seele ging. Unter Herzklopfen eilte sie davon.

Seitdem hatte sie das Dorf nicht mehr betreten. Die Woche war vergangen und der Samstag gekommen. Als sie bei grauendem Morgen ihre Kammer verließ und die Stube betreten wollte, hörte sie die dumpfe Stimme des Vaters, halb wie Gebet, halb wie Gesang. Sie öffnete die Tür und erschrak. In der Stube lag der Bygotter ausgestreckt, mit dem Gesicht auf den Dielen.

"Vater! Um Herrgotts willen!", stammelte Sanni. Schon wollte sie auf ihn zuspringen, als er sich murmelnd aufrichtete, die Arme hob und mit verzückten Augen aufschaute zur Decke. "Vater! Vater!" Er schien nicht zu hören. Ratlos verließ sie die Stube und setzte sich draußen weinend auf die morsche Treppe, die zum Bodenraum hinaufführte. Hier saß sie lange Stunden. Immer hörte sie aus der Stube die dumpfe murmelnde Stimme.

Der Bygotter trieb es so den ganzen Tag, rührte keine Hand zur Arbeit, verzehrte keinen Bissen. Erst gegen Abend verlangte er zu essen. Erleichtert eilte Sanni in die Küche, um dem Vater eine Speise zu richten, die er sie bereiten gelehrt: Aus Roggenmehl, getrockneten Erdbeeren, Salz und Wasser. Sie musste, um Feuer machen zu können, Späne von des Vaters Arbeitsplatz im Wald holen. Als sie unter den rauschenden Fichten stand und die Späne in ihre Schürze las, hörte sie flinke Schritte. Ehe sie noch aufblickte, schlug Karlis freudige Stimme an ihr Ohr: "Sannerl! Ja grüß Dich Gott!"

Errötend warf sie einen scheuen Blick durch das offene Zauntor nach dem Haus, raffte mit der Linken die Schürze zusammen und reichte dem Burschen die zitternde Rechte.

Lachend sah ihr Karli in die Augen. "Weil ich Dich nur endlich amal triff! Wie geht's Dir denn? Gar net sagen kann ich's, wie ich mich gsorgt hab um Dich! Schier jeden Abend bin ich heraußen gwesen. Wie a Füchserl bin ich allweil ummigschlichen um den sakrischen Zaun da. Und wie ich Abend um Abend wieder heim hab müssen, ohne dass ich Dich gsehen hab, da hat's mich schon so viel bangt. -"

"Geh! Wird Dir doch die Zeit net lang worden sein!", fiel Sanni mit leiser, ein wenig streithaft klingender Stimme ein. "Habt's ja doch so an schönen Bsuch im Hof."

"Was? An Bsuch?", fragte Karli verdutzt.

"Die mit'm weißen Gsichtl und die schwarzen Augen!"

"Dös? A Bsuch? Dös is ja dem Vater sei' neue Hauserin!" Jetzt lachte Karli. Ohen großen Aufwand von Scharfsinn erkannte er in Sannis Worten eine Regung der Eifersucht. Das machte ihm Freude. Während seine Finger die Hand des Mädels fester umschlossen, neigte er das Gesicht und guckte schmunzelnd in Sannis Augen. "Aber! Du bist eine!"

"Susanna!", tönte vom Haus her eine strenge Stimme.

"Jesus, der Vater!" Erblassend befreite Sanni ihre Hand und huschte davon.

"Sannerl, ich wart noch!", rief ihr Karli flüsternd nach. Und während er sich in das Dunkel des Waldes zurückzog, spähte er unfreundlich nach der hageren Gestalt des Bygotters, der unter der Türe stand und die gekrümmten Finger durch die langen Strähnen des grauen Bartes zog. Als Sanni den Vater erreichte, trat er wortlos beiseite, ließ das Mädchen eintreten und schloss die Tür.

Unter dem Laubdach einer Buche kauerte sich Karli nieder und guckte durch das offene Zauntor nach den matt erleuchteten Fenstern.

Die Dämmerung wandeltes ich zur Nacht. Während über den schwarzen Wipfeln einzelne Sterne aus den treibenden Wolken blitzen, durchstrich ein sachter Wind die Bäume, ließ das Rauschen des Baches bald näher und bald ferner tönen und weckte im Wald einen feuchten, würzigen Duft.

Jetzt hörte Karli langsame Tritte, die sich näherten. Der Bygotter erschien in der Torlücke des Zaunes und lauschte regungslos hinaus in den finsteren Wald. Dann schloss er das aus dicken Planken gefügte Tor.

"Da hast es!", brummte Karli und kroch mit schwerem Seufzer aus seinem Versteck.

Schon wollte er den Heimweg antreten, als eine Sternschnuppe in leuchtendem Bogen niederschoss zur Erde.

"Dass ich d' Sanni krieg!", stammelte Karli und verschlang mit den Augen das Feuerwunder, das über dem Dach des Bygotterhäuschens zu erlöschen schien. Das "Ich wünsch mir" hatte er verschluckt, um die Hauptsache noch herauszubringen, ehe die Erscheinung wieder in Nacht zerfloss. Wäre er nur mit einer einzigen Silbe zu spät gekommen, so hätte sien Wunsch "nix golten und kei' Kraft net ghabt". Er war aber nicht zu spät gekommen. Und da musste sein Wunsch in Erfüllung gehen! "Troffen hab ich's!", lachte er vor sich hin und rückte unter leisem Jauchzer das Hütl. In seliger Laune steuerte er der Straße zu, pfiff einen lustigen Ländler, und als er aus dem Wald auf die Nebel dampfenden Wiesen trat, hub er mit lauter Stimme zu singen an und jodelte und dudelte so fort, bis er den Pointnerhof erreichte.

Auf der Schwelle empfing ihn die Kuni: "Guten Abend, Karli! Wo bleibst denn so lang?"

"No ja, der Mensch muss doch Luft schnappen!"

"Geh! Und alle Abend?", scherzte sie. "Und gar so lustig kommst heim von Deiner Schnapperei?"

"Freilich, weißt, der gute Luft am Abend treibt eim 's Herz ausanand." Lachend wölbte er die kräftige Brust unter einem wohligen Atemzug.

"Hast schon recht! Schnauf nur ghörig! Schnaufen heißt leben, und 's Leben is ebbes Schöns, wann's einer von der richtigen Seiten packt. Aber jetzt kommt eini! Wer leben will, muss essen auch. Ich hab Dir alles schön warm gstellt." Sie legte die Hände auf seine Schultern und schob ihn der Stube zu.

Da erhob sich von der Hausbank eine Mannsgestalt, die Karli im Dunkel nicht bemerkt hatte. Es war der Götz. Leis vor sich hinpfeifend, klopfte er die erloschene Pfeife aus.

"Neugierig bin ich doch, ob er net anbeißt auf ihre verzuckerten Hackerln? Wie gsünder a Fisch, um so narreter schnappt er, wann a scheckete Mucken an der Angel hängt."

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