Ludwig Ganghofer

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Ludwig Ganghofer - Die Trutze von Trutzberg

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      Ludwig Ganghofer
         Trutze von Trutzberg
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Kapitel 6

   Auf dem erschöpften Goldfuchs erreichte Lien im schwindenden Rotglanz des Abends den breiten und tiefen Graben, den der Bergbach durch die Hügel des Seeforstes gerissen hatte. Seine Sperberaugen fanden gleich die Fährte des Puechsteiners und seiner Geleitsleute. Beim Sprung in den rauschenden Bach spritzte das weiße Wasser hoch über den Reiter hinauf. Drüben, auf dem lehmigen Steilberg, drohte die Stute nieder zu brechen. Der Schäfer sprang ab und hielt das Pferd in der Höhe. „Wie, Rössl, sei noch gescheit ein lützel!“ Ein paar Sprünge, und die beiden waren droben. auf dem festen Moosboden schnellte sich Lien wieder auf den Gaul und trabte unter dem glühenden Himmel mit Lauschen und Spähen in den dämmernden Wald hinein. An den Hufrissen auf dem Grund, an geknickten Zweigen und gewendeten Birkenblättern erkannte er immer den Weg, den die Puechsteinischen genommen hatten.

   Der Wald wurde schütter. Lien konnte hinüberschauen zum anderen Rand des Bachgrabens und sah da drüben die grobmaschigen Wehrnetze stehen, mit weißen Flattertüchern. „Ei, guck, die Wildschnapper hetzen wie ritterliche Herren!“ Nun ritt er vorsichtig und langsam, sich immer deckend. Das tat er nicht aus irgendeinem klugen Gedanken. Er tat es, ohne zu wissen, warum – weil er einer von jenen Menschen war, die immer das Richtige tun müssen, bevor sie darüber nachdenken.

   Da drüben hinter dem Wehrnetz, das vom glühenden Himmel einen roten Schimmer hatte, tauchten flüchtende Rehe auf und verschwanden wieder. Ein Fuchs schnürte windend am Netz entlang. Bockelnde Hasen stellten sich zu unbeweglichen Männchen auf, wurden wieder rührsam und sausten davon. Ein Mannsbild erschien und tauchte hinter einen Moosbuckel. Immer näher klangen die Steckenschläge an den Bäumen und die näselnden Huplaute der Zutreiber, die schon in dichter Kette zu gehen schienen. Wirres Geschrei und Gelächter. Und ein Hirsch mit noch unfertigem Bastgeweih übersetzte in herrlicher Flucht das Netz, das nach den Landesgesetzen „nit höcher als ein gut gewachsenen Mannes Scheitel“ sein durfte – nur so hoch, dass es die Hirsche noch überspringen konnten, die den Wildbretschüsseln des niederen Adels entzogen und dem Jagdrecht des Herzogs und der Bischöfe vorbehalten waren.

   Von solchen Weidwerksbräuchen wusste der Schäfer nichts. Drum plagte ihn auch kein Gedanke, der mit den Wunderlichkeiten dieser Stunde hätte rechnen müssen. Er sah die prachtvolle Flucht des Hirsches, sah das Wassersprühen im Bach, sah das edle Tier heraufhetzen über den Steilhang – und das war eine so schöne Sache, dass Lien für einen herzklopfenden Augenblick nicht nur des Herrn von Puechstein, sondern auch aller Reechlein und Hasen des edlen Fräuleins völlig vergaß. Auch musste er die Stute, die beim Vorüberprasseln des Wildes zu scheuen drohte, fest zwischen die Knie nehmen.

   Als der Hirsch im Dickicht verschwunden war, lachte der Lien ein bisschen. Doch plötzlich wurde er wieder ernst und streckte lauschend den Kopf. Aus einer nahen Senkung des Waldes meinte er eine knirschende Stimme vernommen zu haben, wie Herr Korbin von Puechstein sie hatte, wenn er zornig war.

   Der Schäfer glitt von der Stute herunter und huschelte sich flink mit dem Gaul durch die Stauden. Er kam zu einem steilen Abhang. Und da drunten, auf der anderen Seite des Baches, vor einer aus den Waldhügeln flach in den Wassergraben herauslaufenden Sunke, war zwischen den Flanken der Wehrtücher der ausgebauchte Sack des Fangnetzes an Stäben aufgestellt. Viele Rehe und Hasen zappelten schon in den engen Maschen, und immer neue wurden von der herandrängenden, aber nochunsichtbaren Treiberkette in den hänfenen Tod gesprengt. Grüngekleidete Jägerknechte und einer, der in herrischer Weimannstracht auf einem Rappen mit flatterndem Schweifbusch und wehender Mähne saß, stachen unter fröhlichem Geschrei mit ihren langen Jagdspeeren in die von Leben wimmelnden Maschen es Netzes hinein. Die sinkende Dämmerung umwob dieses Bild mit ihren grauen Schleiern.

   Nahe vor dem Lien, hinter den Stauden der Waldsenkung, klang jene knirschende Stimme wieder: „Gott’s Not und Elend! Die stechen dem Melcher das ganze Gewild zuschanden. Da kann ich auf Beistand nimmer harren. Wir müssen das Netz in Fetzen schlagen. Los!“

   Fünf Reiter rasselten gegen den Bach hinunter, voraus Herr Korbin von Puechstein mit geschwungenem Eisen. Das Wasser spritzte unter den zwanzig Hufen. Drüben ein wirres Gebrüll, ein Zusammenlaufen der Jägerknechte, ein Vorwerfen der blinkenden Spießklingen. Und im dunkeln Wald das Steckenklopfen und das näselnde „Hup hup!“ der anrückenden Treiber.

   Allen Lärm überschrillte die stahlharte Stimme des Puechsteiners: „Kerl, Du! Schänder Deines adligen Wappens! Was tust Du da?“

   „Was ich als Herr und Edelmann schon allweil getan hab!“, klang es mit höhnendem Lachen aus einer groben Kehle. „Und was nach Brief und Siegel mein Recht ist.“

   „Nit Edelmann und Herr! Ein hundsföttischer Wildräuber bist du! Leut! Schmeißet dem Kerl das Diebsnetz über den Haufen!“ Bei diesen Worten begann Herr Korbin mit dem blanken Eisen auf die Spannstränge des Fangnetzes einzuschlagen. Seine Leute taten es ihm nach. Die Wehrtücher hüpften auf und pluderten auseinander. Die Holzstäbe zersplitterten, der mit zappelndem und erstochenem Wild angefüllte Sack des Fangnetzes wälzte sich über den Boden hin, die noch lebenden Tiere wurden frei, viele rannten frisch und gesund davon, manche mussten wanken und humpeln.

   Als aus dem niedergerissenen Fangnetz die Garbe des befreiten Wildes auseinander gestoben war, hatte Lien über diese possierliche Sache lachen müssen. Doch beim Anblick der vielen täppelnden Invaliden eines üblen Weidwerks wurde er von Erbarmen und Zorn befallen. Dabei gewahrte er, dass der Grüngekleidete auf dem Rappen seinen langen Jagdspeer fällte und gegen den Puechsteiner losrannte. Zu dem heißen Schreck, der den Schäfer um des edlen Fräuleins willen befiel, musste Lien nun abermals etwas tun, ohne vorher zu denken.

   Ein flinker Schippenschwung. Der faustgroße Steinbrocken, den der Schäfer aus dem Boden gestochen hatte, sauste pfeifend durch die Luft. Und in dem Augenblick, als Peter von Seeburg dem Puechsteiner den Jagdspeer zwischen die Herzrippen bohren wollte, machte der Angreifende einen sonderbaren Tunker über den Sattel hinaus. Die Speerspitze glitt nach abwärts, zerschnitt noch das Schenkelfleisch neben den stählernen Beinplatten des Herrn Korbin und fiel zu Boden. Der Seeburger, dem ein dunkler Blutguss über die rechte Wange herunterfuhr, stürzte seitwärts aus dem Sattel, wie von einem unsichtbaren Blitz erschlagen und lag gleich einem unbeweglichen Stück Holz auf der Erde, während der reiterlos gewordene Rappe davonsauste.

   Herr Korbin, durch die kreischenden Zurufe seiner Leute gewarnt, hatte den Gaul herumgerissen, um sich zu schützen. Er brauchte keinen Streich mehr zu machen, alle Arbeit zur Wahrung seines Lebens war getan. Ein bisschen verwundert senkte er das Eisen, sah zu dem Unbeweglichen hinunter, in dessen blassem, von Blutfäden überronnenem Gesicht er den Tod erkannte, und sagte mit ruhigem Ernst: „Peter Seeburg! Heut hast Du bei Deiner unheiligen Sonntagsjagd einen kalten Hasen gefangen. Den kann Dir auch eines Bischofs geschickter Koch nimmer aufwärmen. Gott soll Dir gnädig sein da droben im Himmelreich, nach dem Du wohl nit mit christlichem Willen getrachtet hast!“

   Die Leute des Seeburgers hatten unter Zorngeschrei einen Angriff wider die Puechsteinischen unternommen. Doch als sie ihren Herrn so wunschlos auf dem rot gefärbten Moosboden liegen sahen und das Eisengeklirr der drei Schwergewaffneten vernahmen, die mit dem Trutzbergischen Jäger durch den Bachgraben heranjagten, fühlten sie sich in der Minderzahl, bekehrten sich zu klagendem Frieden und versuchten den Erschlagenen vom Boden aufzurichten.

   Herr Korbin gebot ihnen: „Tragt ihn Heim zu seinem fürsichtigen Bruder, der heut am Sonntag lieber gebetet hat, als dass er die Butterhasen des Melcher hetzte. Eure Waffen bleiben am Fleck. Für das erstochene Gewild wird sich der Trutzberger bei Euch bedanken, weil ihr ihm eine Jägermüh erspart habt. Das Netzwerk pfänd’ ich. Macht, dass ihr weiterkommt!“ Den hörigen Treibleuten brauchte der Puechsteiner das gleiche nicht zu befehlen. Die waren schon im Zwielicht des Waldes wie graue Schemen verduftet. Ganz schweigsam war es im Seeforst geworden. Man hörte außer dem Rauschen des Bergwassers nimmer viel.

   Schweigend beugte sich Herr Korbin aus dem Sattel herunter und betrachtete die Schläfenwunde des Erschlagenen. Sie schien von einem Streithammer herzurühren, vom wilden, kraftvollen Stoß eines Schwertknaufes oder eines Speerschaftes.

   Als der Seeburger von seinen Jägern davongetragen wurde, nickte der Puechsteiner seinen Leuten freundlich zu und fragte: „Wer hat mich erlöst von dem Kerl?“ Weil die Knechte schwiegen, fügte er bei: „Der’s getan hat, soll guten Lohn haben. Viel Pfifferling ist mein Leben nit wert. Aber fehlt’s an Dukaten, so hat man auch den Heller noch gern im Sack.“

   Nun gab’s ein Erstaunen. Keiner von den Knechten hatte den erlösenden Streich getan. Das war geschehen wie ein unbegreifliches Wunder. Weder Herr Korbin noch einer von den vieren, die bei ihm waren, hatte den Lien gesehen. Die viere wussten nur, dass die Seeburgische Speerklinge schon dicht neben der Herzstelle ihres Herrn gefunkelt hatte. Auch der Trutzbergische Jäger und die drei Schwergewaffneten hatten des Schäfers längst vergessen. Der zählte nicht.

   Herr Korbin lachte: „Soll’s geschehen sein, wie’s will! Dem Himmelreich wär’ ich für heut entronnen.“

   Da lallte der Jäger, der die Kieferstarre noch nicht völlig überwunden hatte: „Jesus, Herr, Euch tröpfelt das Blut vom Schenkel.“

   Nun erst entdeckte der Puechsteiner, dass er verwundet war. Er stieg vom Gaul. In der sinkenden Dämmerung ließ er sich die Beinplatten abschnallen und den durchlöcherten, mit Blut getränkten Strumpfschlauch herunterziehen. Eine spannenlange Fleischwunde ging schief über die Außenseite des Oberschenkels hin. Der Schnitt, obwohl er heftig schweißte, hatte kein bedenkliches Aussehen. Als Herr Korbin ein paar Beugbewegungen mit dem Bein machte, gehorchten alle Muskeln und Sehnen. Er sagte: „Eine Läpperei! Das wird bei meiner guten Heilhaut in drei, vier Tagen überstanden sein!“

   Einer von den Knechten holte Wasser in seinem Eisenhut. Man wusch die Wunde, verband sie mit der seidenen Schärpe des Herrn Korbin, nestelte den Strumpfschlauch wieder an den Gürtel und schnallte die Stahlplatten drüber. Während dieser Kur des blessierten Ritters war rings um ihn herum in der Dunkelheit des Abends ein stummes Gezappel und ein lautloser Todeskampf der durch die Seeburgischen Speerstiche verwundeten Rehe, die nimmer von der Stelle kamen. Denen verband man die Wunden nicht; der Jäger des Herrn Melcher Trutz erlöste sie von ihren Leiden.

   Ohne Hilfe konnte der Puechsteiner in den Sattel steigen. „Schafft das Netzwerk, die Waffen und das erstochene Wild zum Jägerhaus! Meine Knechte bleiben als Wache dabei und halten Ausguck nach der Seeburg! Am Morgen soll man alles hinaufkarren zum Trutzberg!“ Er wandte den Gaul und winkte dem ältesten seiner Knechte. „Du, Veit, mit mir!“

   Zwischen den schwarz werdenden Waldsäumen und unter einem Himmel, der seine schöne Blutfarbe zu verlieren begann, ritten die beiden durch den Bachgraben davon. Bevor Herr Korbin das Pferd über den Hang hinauflenkte, wandte er das Gesicht und murrte verdrießlich: „Das ist abgelaufen wie eine Kirchweih ohne Geigen und Blatterpfeif.“

   Es ärgerte ihn, dass ihm die Arbeit dieses Abends so leicht geworden. Der Gedanke an den verewigten Peter von Seeburg bedrückte ihm keine Faser seines Gewissens. In den zwanzig Jahren seiner Söldnerdienste und Kriegsfahrten war ihm, was Menschenleben hieß, eine billige Ziffer geworden. Und der Friedensbruch des Erschlagenen war unleugbar. Beim Gerichtshandel wird es sich auch erweisen lassen, wie es mit dem Seeburger zugegangen. An einen wundertätigen Engel, der mit einer Gottesbüchs aus dem Himmelreich heruntergeschossen, glaubte Herr Korbin nicht. Es wird wohl der Peter Seeburg bei einem scheuenden Sprung seines Gaules aus dem Sattel gepurzelt sein? Und ein Stein oder Wurzelknorren hat ihm die Schläfe zerschlagen?

   So oder so, für den überlebenden Bruder des Erschlagenen war’s eine Lehr und Warnung. Der wird die Hasen und Rehe des Melcher von heute an in Ruhe lassen. Aber klagen wird er – bei Herzog und Reich – und verlieren! Kann auch Krawall machen, morgen den Fehdebrief schicken und nach drei, vier Tagen anrücken mit dem Seeburger Leuthaufen. Beim Gedanken an diese Wahrscheinlichkeit verbesserte sich der üble Humor des Puechsteiners. Das brächte ein bisschen Abwechslung in die Langweil dieser blumensatten Frühlingswochen.

   Als Herr Korbin vom Waldsaum auf den das Moor durchziehenden Straßendamm einlenkte, spähte er durch die tiefe Dämmerung prüfend nach den Giebeln und Turmspitzen seiner Burg.

   Eine Heimat war ihm das halb zerfallene Mauerloch da droben noch nie gewesen. Viel zu halten war da nicht. Es fehlte an allem. Rückt der Heini von Seeburg an, so wird’s keine vier, fünf Tage dauern, bis der rote Hahn auf dem Puechstein sitzt und seinen Feuerschrei hinausgackert in die Nacht. Ein hartes Ding! Wird aber auch sein Gutes haben! Kommt schlechtes Wetter und regnet’s dem Mädel in das dachlos gewordene Bettlein, so muss man auf dem Trutzberg eine flinkere Hochzeit halten. Und liegt das liebe Kind unter dem Trutzbergischen Betthimmel, so kann Herr Korbin an die Donau reiten, wo man Männer gegen die Heiden braucht – oder sonst wohin, wo ein rechtschaffener Handel los ist. Die Toten haben nur ein einziges Himmelreich. Für die Lebenden gibt’s einen Himmel überall, wo eine feste Mannesfaust ihren Wert hat.

   Der ruhige Ernst dieser Rechnung wurde für Herrn Korbin durch einen heiteren Gedanken unterbrochen. Gingen die Dächer des Puechsteins in Rauch und Flammen auf, so musste doch auch Frau Schligga bei ihrem vermählten Kind auf dem Trutzberg hausen. Frau Schligga und Frau Engelein als Gegenschwiegerinnen unter dem gleichen Dach! Katz und Hündlein am gleichen Bändel! Bei aller Sanftmut, deren Frau Scholastika fähig war, konnte sie auch eine streitbare Seele erweisen, wenn es herging um das Glück ihres Kindes oder um das Ansehen ihres fernen Gatten. ‚Gott’s Teufel! Da wird’s Funken und Scherben geben! Die zwei geraten einander in die Zöpf, dass die Haar fliegen! Und der gute Melcher hockt zwischen drinnen, tröpfelt sich an und weiß nit, zu welcher er halten soll.

   Herr Korbin lachte bei diesem Gedanken so lustig in die tiefe Dämmerung hinaus, dass der alte Veit seinen Ritter verwundert anguckte.

   Graue Nebel hingen über dem Moor. Nur gegen Westen war noch ein rötlicher Schimmer, als wäre dort der ferne Himmel überzogen von einem langen Glutstreif. Von diesem neblig verschleierten Rotschein hob sich plötzlich der schwarze Umriss eines Pferdes ab.

   „Was ist da?“ Der Puechsteiner griff nach dem Eisen wurde aber gleich wieder ruhig. Der Gaul war ohne Reiter, heilt den Kopf gesenkt und hing mit dem Zügel an einem Weidenast. Erst dachte Herr Korbin an den Rappen des Seeburgers. Beim Näherreiten erkannte er die Fuchsstute seiner Tochter. Der Frauensattel mit der zerrissenen Gurte lag nebenan auf der Straße.

   In einer Sorge, wie sie sonst seinem Herzen nicht geläufig war, schrie der Puechsteiner den Namen des Kindes in die sinkende Dunkelheit.

   Von irgendwo aus dem Nebel heraus, über hundert Schritte her, kam mit klingender Stimme die Antwort: „Nit ängsten, Herr! Das edel Fräulein ist gut daheim!“

   Nun lachte Herr Korbin und fragte seinen Knecht: „Der da schreit? Wer ist denn das?“

   „Irr ich nit, so ist es der Lieni, Herr! Der Trutzbergische Schäfer. Ist ein verlässlicher Bub.“

   „So? Nimm den Gaul! Und flink! – Was muss es denn da gegeben haben?“

   Diesen Wortwechsel und den Hufschlag der drei Pferde konnte der Schäfer nimmer hören. Er rannte über den feuchten Bruchboden hin, dass unter seinen Sprüngen das Wasser aufklatschte. Für solche Eile hatte er zwei gute Gründe: Er wollte einer Frage entrinnen, die er nicht gern beantwortet hätte und musste heim zu seinem schutzlosen Pferch.

   Wulli, der seinen Herrn kommen hörte, begann wie irrsinnig zu kläffen und zu winseln, verließ aber doch das offene Türlein des Pferches nicht, weil die Schafe sonst wieder ausgebrochen wären. Auch die Herde schien zu fühlen, dass irgendetwas an diesem Abend nicht ganz in Ordnung war; statt zu rasten, trampelten die Tiere blökend und aufgeregt in der Hürde herum. Sie wurden erst ruhig, als Lien das Pferchgatter geschlossen hatte.

   „Sind alle drin? Hast Du keins vergessen, Wulli?“

   Weil der Hund nicht suchen wollte, wusste Lien, dass kein Stücklein der Herde sich verlaufen hatte. Nun wurde Wulli gelobt. Närrisch tollte der Hund an dem Schäfer hinauf. Der fing ihn plötzlich mit dem Arm um den Hals herum, drückte die Wange an Wullis Schnauze und blieb so eine Weile stehen, wortlos, ohne sich zu rühren. Der Hund heilt diese ungewöhnliche Sache geduldig aus; als er seine Freiheit hatte und wieder auf allen vieren stand, zuckte er mit den Ohren und spähte staunend dem Schäfer nach, der langsam zum Karren hinüberging. Gut war sein Herr wohl immer zu ihm gewesen – zärtlich nie. Nach diesem Rätsel kam aber gleich wieder etwas Verständliches, etwas Gewohntes, das sich an jedem Abend ereignete, solange die schimmligen Brotlaibe der Frau Angela dazu ausreichten. Lien saß im Nebeldunkel auf der Deichsel des Karrens und Wulli hockte vor ihm, mit dem Kopf auf dem Knie des Schäfers, welcher Scheiblein um Scheiblein vom Laib heruntersägte, immer das eine dem Hund hinbot und das nächste selber speiste. Bei diesem Vorgang war Wulli sehr guter Laune und dennoch ein bisschen zerstreut. Von der Tatsache, dass im Kalender ein Sonntag stand, an dem sich eine Christenseele was Besonderes vergönnen durfte, hatte er wohl kaum eine klare Vorstellung. Aber seine Nase verriet ihm, dass heut im Schäferkarren viel feinere Dinge vorhanden waren als Frau Engeleins Schimmelbrot. Warum holte der dumme Lien die Köstlichkeiten der Margaret nicht heraus?

   Immer schnupperte Wulli gegen das offene Karrentürchen. Der Schäfer blieb für die Klugheit seines Hundes blind, hatte Sonntag, Schmalzkrapfen und Selchfleisch völlig vergessen, zerbiss das trockene Brot und war ernst, schweigsam und nachdenklich.

   Ein Mensch? Das war doch schließlich was anderes als ein Wolf, den man lachend niederschlägt, wenn er eins von den Schafen reißen will. Immer wieder rieselte dem Lien in der lauen Frühlingsnacht etwas Kaltes über den Nacken, durch das Herz, durch alle Glieder. Dabei wusste er aber: Wenn es heute nicht geschehen wäre und es käme morgen so, dann müsste er’s wieder tun! Man kann doch dem edlen Fräulein von Puechstein nicht den Vater niederstechen lassen wie ein Osterschwein! Und sie hat’s doch haben wollen. „Hilf meinem Vater!“ Hätte er’s nicht getan, so müsste sie, wenn sie die Herrin auf dem Trutzberg wird, zu ihm sagen: ‚Du bist ein treuloser Knecht! Geh mir aus den Augen! Ich such’ mir einen besseren Schäfer!’

   Lien drehte langsam den Kopf und sah zum Pferch hinüber – etwas Heißes und Schmerzendes fing in seiner Seele zu brennen an. Aus dieser Qual erlöste er sich mit einem Lächeln: „Ich bin doch gehorsam gewesen! Ich muss doch bleiben dürfen!“

   Freilich, böse Dinge würde es absetzen! Als der Grüngekleidete den Sturz aus dem Sattel getan, da hatte Lien verstanden, gegen wen er den Stein geworfen. Und hatte sich im ersten Schreck mit der Fuchsstute heimlich davongestohlen. Wenn Herren hadern, wird allweil ein Knecht zum Sündenbock. Die Großen brocken ein, die Kleinen müssen austunken. Aber soll’s nun kommen, wie’s mag! Es war geholfen. Was ging ihn das andere an? Und dass es der Lien getan? Hat das einer gesehen? Die Steine, die dem Lien von der Schippe sausen, sieht man nicht fliegen in der Luft. Sie treffen nur. Und verständig den Schnabel halten, das heißt noch lange nicht: Lügen.

   Schwer atmend schob der Schäfer zur großen Enttäuschung des Wulli den Brotlaib in den Karren. Das Nachtmahl war kürzer gewesen als sonst.

   „Genug, Wulli! Jetzt muss man schlafen. Leg Dich!“

   Gehorsam streckte sich der Hund zwischen den Karrenrädern in das Heidekraut.

   Auf der Deichsel stehend, reckte sich Lien und lauschte hinüber gegen den im Nebel unsichtbaren Seeforst. Der Wald war still. Nur das Bachwasser rauschte. Und aus weiter Ferne klang undeutlich das Bellen zweier Füchse, die auf den Fährten der wund gestochenen Rehe zu jagen begannen.

   In dicken Schwaden zog der Nebel über den Moorboden hin. Gegen die Höhe wurde er dünner und ließ zuweilen den zerflossenen Schimmer eines großen Sternes heruntersickern.

   Lien entkleidete sich und schlüpfte in den Karren. Als er in dem engen schwarzen Käfig auf den Wolfshäuten lag, bekreuzigte er das Gesicht, faltete über der Brust die Hände und betete drei Vaterunser für eine arme Seele, deren Namen er dem lieben Herrgott nicht nannte. Droben im Himmelreich würden sei schon wissen, wen er meinte. Er betete langsam und sehr gewissenhaft. Das machte ihn ruhiger. Und die Müdigkeit schenkte ihm bald einen Schlaf, der freilich von mancherlei schweren Träumen ein bisschen gestört wurde. – – –

   Um die gleiche Stunde glänzten auf dem Puechstein, der sich hinaushob über den ziehenden Moornebel, zwei erleuchtete Fensterchen wie rote Augen in die von zahllosen Sternen durchfunkelte Frühlingsnacht. Neben den zwei hellen Fenstern war etwas tiefer ein drittes, das nur einen matten, kaum noch erkennbaren Schimmer hatte.

   Es war das Fenster von Hildes winziger Schlafkammer, in die aus dem Ehegemach der Eltern ein sechsstufiges Wendeltreppelein herunterführte. Durch die offene Tür fiel eine zuckende Helle herein und warf einen Lichtstreif über die weiß getünchte Mauer hin. Davon bekam die Kammer einen milden Dämmerschein, in dem alles Gerät wie von zartem Schleier umhangen schien: Die Fenstertruhe mit Spinnrad und Stickrahmen, zwei Holzschnitte an der Erkerwand, der kleine Webstuhl in der Ecke, die Feuerhöhlung, das Bänklein mit Waschbecken und Handzwehle, das Stühlchen mit dem sorgsam ausgeglätteten gewand, ein kleines, aus Kupfer gegossenes Kreuzbild und das kurze, von linnenen Vorhängen umfältete Bett, in dem Hilde seit drei Jahren nimmer ausgestreckt, nur mit aufgehuschelten Knien liegen konnte.

   Jetzt lag sie nicht. In ihrem blassblauen Nachtkleid, über das die zwei aufgenestelten Zöpfe lang herunterhingen, saß sie zwischen dem Kissen und der aus Lammsfellen zusammengestückelten Bettdecke und streckte in erregtem Lauschen das Köpfchen gegen die offene Tür.

   Da droben im Ehegemach der Eltern redeten Vater und Mutter immer von der Schenkelwunde, die Herr Korbin als „Läpperei“, Frau Schligg unter Tränen und Seufzern als „unbegreifliches Versäumnis der göttlichen Fürsicht“ bezeichnete. Mit allem Aufgebot ihrer ärztlichen Hausfrauenkunst hatte Frau Scholastika die Wunde gereinigt, mit Harzpflaster überklebt und frisch verbunden. Aber noch immer wusste sie nicht, wie ihr Gemahl in diesen „schrecklichen Zustand“ geraten wäre. Herr Korbin wollte nicht reden, wollte vorerst seinen Durst und Hunger stillen. Und Ruhe wollte er haben, um alles Nötige für die nächsten Tage bedenken zu können.

   „Ach, Mann, so red doch!“, bettelte Frau Schligg unter neuen Tränen. „Die Angst erwürgt mich ja schier! So sag doch, was im Seeforst geschehen ist!“

   „Meinetwegen!“ Der Puechsteiner war verdrießlich. „Die Neugier ist bei den Weibern allweil das Stärkste. Und erfahren musst Du’s ja doch. Hängt der Teufel den Schwanz in die Welt, so merkt man, dass er Borsten hat.“ Ein Lachen. Und der Deckel einer zinnernen Weinkanne klapperte. Dann dämpfte sich die Stimme des Herrn Korbin. „Das Mädel schlaft wohl schon? Geh, Schligg, und mach die Tür zu!“

   Hilde sah die Mutter im Rahmen der niederen Tür erscheinen, bekleidet mit der weitfaltigen, gelben Schlafkutte, das Haar von einem verblichenen Seidenhäubchen umschlossen. Aber wie Frau Schligga so dastand, im Schattend er starken Helle, erkannte man an ihr keine Farbe mehr. Ganz schwarz war sie und warf ein verzerrtes Schattenbild über die beleuchtete Mauer des Kämmerchens. Als sie die Türe zuziehen wollte, flüsterte Hilde mit zerdrückter Stimme: „Lass mich hören, Mutter! Ich tu mich doch gerad so um den Vater sorgen wie Du!“

   „Nit erschrecken!“, rief Herr Korbin unter gemütlichem Lachen. „Was jung ist, muss tapfer sein. Es genügt, wenn ist Deine Mutter heulen seh’. Die Tür kann offen bleiben. Komm, Schligg, setz ich her zu mir!“

   Die Tränen bezwingend, mit dem festen Willen, tapfer und vor allem noch ein bisschen jung zu erscheinen, wandte sich Frau Scholastika in das Zimmer zurück, das erleuchtet war von einer lebhaft flackernden Talglampe. Den halben Raum nahm das mächtige, grün und gelb überhimmelte Ehebett ein, in welchem Herr Korbin trotz seiner Magerkeit die größere Hälfte für sich beanspruchte. Seiner Kleider lagen wirr umher, und auf einem Schemel stand neben dem Verbandzeug noch die Kupferschüssel mit rot gefärbtem Wasser. Die gespreizten Beine von grobem Linnlaken bedeckt, in einem Hemd mit mürb hängender Halskrause, saß Herr Korbin in seiner anspruchsvollen Betthälfte, hatte den hohen, zinnernen Weinkrug neben sich auf dem Dielboden stehen und hielt auf dem Schoß einen flachen Holzteller mit Weißbrot, Käse und kaltem Fleisch.

   Behaglich kauend, das Trockene immer fleißig befeuchtend, erzählte er von des Seeburgers rechtswidriger Klopfjagd im Seeforst.

   „So was leidt man nit. Ich bin doch des Melchers redlicher Freund. Rechte Freundschaft muss durch Feuer und Wasser springen. Sonst ist sie ein Hennenmist.“ Er zog mit den Fingern das weiße Fleisch von einer Hühnerbrust. „Kannst Dir denken, wie ich dem Kerl das Netz in Scherben geschmissen hab’!“ Lachend schob er den Bissen zwischen die festen Zähne und redete beim Kauen weiter: „Der Seeburger, natürlich, der will mich anrennen mit dem Jagdspeer –“

   „Jesus!“, stammelte Frau Schligg erblassend.

   „Närrlein, ich leb’ ja doch! Aber das ist nit mein Verdienst. Ich hör’ die Gesindleut schreien, wend’ mich und will mich wehren. Da macht der Seeburger einen Torkler aus dem Sattel und sein Eisen läppert mir neben den Stahlplatten noch ein lützel über den Schenkel her. Dann ist der Peter von Seeburg dagelegen. Wie’s geschehen ist, weiß ich nit. Von den Knechten hat’s keiner getan. Tät ich an Wunder glauben, so müsst’ ich sagen: Der junge David ist als ein Unsichtbarer vom Himmelreich heruntergehupft und hat sein Goliwatstückl wieder aufgespielt.“ Herr Korbin griff nach der Weinkanne und tat einen Trunk. „Mag’s sein, wie’s will. Wär’s geschehen um einen Schnaufer später, so tätst Du heut heulen müssen, Schligg, mit gutem Grund. Jetzt tust Du’s ohne triftige Ursach.“

   Die beiden hatten aus dem Kämmerlein keinen Laut vernommen, keinen Klapp eines nackten Fußes. Sie sahen nur plötzlich, dass Hilde auf der Schwelle stand.

   In dem weiten und langen Schlafkittel, mit dem bleichen Gesicht und den großen, heiß glänzenden Augen war sie anzuschauen wie ein ekstatisches Nönnlein.

   „Vater?“

   Herr Korbin guckte verwundert sein Mädel an, in der einen Hand ein Rinkelchen Weißbrot, in der anderen ein Hühnerbein. „Kind? Was ist denn los?“

   „Hast Du ihn nit gesehen, Vater?“

   „Wen?“

   „Den Starken, der geholfen hat, wie der Seeburger Dich erstechen hätt’ mögen?“

   „Was für ein Starker soll’s denn gewesen sein?“

   „Ein junger David.“

   „Ach, gehe, Du Märleinspinnerin!“ Erheitert lachte der Vater. „Red nit so närrisches Zeug! Oder meinst Du am End den Lausbuben von Schäfer? Der ist doch gar nit dabei gewesen. Beim Sträßl im Bruch, da hat er Dein Rössl an eine Staud gebunden. Und aus dem Nebel hab’ ich ihn schreien hören: Ich sollt’ nit Sorg haben, mein Kindl wär’ gut daheim.“

   Hilde atmete tief und nickte. Ihre glänzenden Augen sahen ins Leere, während in ihrem verstörten Gesichtchen ein irrendes Lächeln erwachte.

   „Tu Dich schlafen legen! Und komm –“ Herr Korbin stellte den Holzteller in die leere Betthälfte hinüber und säuberte an seinem Hemd die Finger. „Gib Deinem Vater noch einen Schmatz zur guten Nacht!“

   Lächelnd kam sie. Auf der Bettkante sitzend, hing sie an seinem Hals. Er küsste ihr Haar, ihre Stirn, ihre Wange, wiegte in seinen Armen diesen feinen, knospenden Mädchenleib, beschloss seine Zärtlichkeit mit einem festen Klaps und sagte lachend: „Mädel, ich kann’s dem jungen Trutz nit verargen, dass er Dich knutschen möcht’. Bist ein holdseliges Bröcklein! Jetzt geh schlafen, steh morgen mit Lachen auf und sei gescheit! Gelt, ja?“

   Sie nickte. „Gut Nacht, herzlieber Vater!“ Mit ihrem träumenden Lächeln ging sie lautlos davon und tauchte hinunter in das Zwielicht ihres Kämmerchens.

   Inzwischen war Frau Scholastika blass und wortlos in der Stube umhergegangen. Um ihre Tränen zu verheimlichen und das untapfere Zittern ihrer Angst zu überwinden, machte sie Ordnung im Ehegemach und wollte das rot gefärbte Wasser, das in der Kupferschüssel war, durch ein offenes Fenster hinaus gießen. Sie musste die Augen schließen, um das fertig zu bringen: Dass sie mit dem Wasser auch ihres Mannes Blut hinunterschüttete ins Bodenlose der Nacht. Sie hätte schreien mögen vor Weh und Sorge, als sie das Wasser in der Tiefe klatschen hörte.

   Herr Korbin in seiner größeren Betthälfte streckte sich behaglich. „Komm, Weibl! Trenz nit so lang umeinander!“

   Schweigend drückte sie an Hildes Kämmerchen die schwere Türe zu, und mit der rechten Hand sich bekreuzigend, stülpte sie mit der Linken das Kupferhütchen über die Flamme der Talglampe.

   Die Stube wurde schwarz. In den zwei offenen Fensterluken flimmerten die kleinen Sterne wie goldene Nadelspitzen.

   Ein erschrockenes Flüstern: „Aber Korbi! Denkst Du denn nit an Dein wehes Bein?“

   „Das tut nit weh.“ Der Puechsteiner lachte. „Und wenn! Wie weher einem ist, umso besser schmecken die lieben Sächlein des Lebens. Nit Zeit versäumen. Alles Irdische hat einen kurzen Schopf.“

   „Mann, ach, Mann, mich erwürgt die Angst! Der Peter Seeburg ist erschlagen –“

   „Gott geb’ ihm die ewige Ruh!“

   „Lass kommen, Du Zitterhäslein! Was kommt, ist allweil anders, als wie man’s hofft oder fürchtet. Der Wanderpfaff hat ein Maul ohne Hirn. Nie kommt, was die Dummen aus schwachem Willen erschreien. Es kommt nur, was kommen muss. Und was ein Starker erzwingen kann.“ Wieder lachte Herr Korbin. „Gelt, ja? Dich zwing’ ich noch!“

   Was Frau Schligga noch stammeln wollte, erlosch unter den Küssen ihres Mannes. Ein heißer Trunk des Vergessens betäubte in ihr jeden Sorgenschrei.

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