Ludwig Ganghofer

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Ludwig Ganghofer - Tarantella

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6.

   Als ich mich auf den Heimweg machte und hinaustrat in den Hotelgarten, in dem alle Lampen bis auf eine einzige neben dem Tor schon ausgelöscht waren, hörte ich im Schatten einer Platane halblautes und hastiges Sprechen. Ich meinte die Stimme jenes jungen Franzosen zu erkennen, der über die letzte Tarantella so ganz außer Rand und Band geraten war. Und der andere, der bei ihm stand, das war wohl ein Kellner, denn die weit ausgeschnittene Hemdbrust – oder war’s die Serviette? – leuchtete wie ein großer weißer Klex aus dem Dunkel heraus.

   Beim Klang meiner Schritte verstummten sie und traten tiefer in den Schatten des Baumes zurück.

   Aber was kümmerte mich die Heimlichkeit, welche die beiden da miteinander haben mochten!

   Ich trat auf die Gasse hinaus und schlenderte heimwärts durch die schlummernde Stadt. Die Piazza war schon verödet, und auch den langen Corso hinunter begegnete mir kein Mensch. Nur ein Carabiniere, in seinen schwarzen Radmantel gewickelt und den Schiffhut mit den matt glänzenden Treffen tief in die Stirne gezogen, lehnte bei einer Gassenecke schnarchend an der Mauer – ein Wächter der Gerechtigkeit!

   Die Nacht war mild und windstill. Gleich faustgroßen Diamanten, blitzend in allen Farben, hingen die Sterne am schwarzblauen Himmel. Ein Duft nach jungen Rosen und überreifen Orangen quoll aus den finsteren Gärten, und das leise, eintönige Rauschen des Meeres schien hoch in der Luft zu schweben wie eine unsichtbar tönende Glocke.

   O ihr Nächte des Südens! Ihr Nächte voll träumender Schönheit!

   Und neben dem Lied des Meeres summten mir noch zwei andere Klänge um die Gedanken: Die jagende Weise der letzten Tarantella und die Melodie eines Ritornells, das Mommino mir am lärmvollen Tisch so stillvergnügt in die Ohren gepfiffen hatte.

   Mommino und die kleine Maus? Wie es nur kam, dass ich immer nur an die beiden zusammen denken konnte? Wenn ich an Nannina dachte, stand Mommino neben ihr – und fiel mir der Maccaronista ein, so sah ich ihn nur mit der kleinen Maus in seiner Hand.

   Ich lächelte.

   Wie hatte er doch vor drei Tagen zu mir gesagt, hier auf dem Corso, fast auf der gleichen Stelle?

   „Wenn ich einmal ein Mädel lieb bekomme, wird’s keine von der Truppe sein. Denn die Kunst, Herr, macht die Menschen faul, wie der Hagel die Orangen.“ –

   Als ich Sant’ Agnello fast schon erreicht hatte, hörte ich in der stillen Nacht von fern das Gerassel eines leichten Wagens und flinken Hufschlag. Da kamen wohl Fremde verspätet von einem Ausflug nach Pompeji zurück?

   Immer lauter tönte das Gerassel, immer näher. Und gerade, als ich im Lichtkreis einer Laterne stand, jagte der Wagen an mir vorüber, dessen Kutscher mit klatschender Peitsche auf die dampfenden Pferde los drosch. Im offenen Wagen saß ein junges Pärchen, das sich zärtlich umschlungen hielt. Trotz der modernen Toilette, trotz Cape und Federhut erkannte ich Cirmena Lupi. Da war wohl der andere ihr americano!

   Lachend ging ich meiner Wege und von Cirmena Lupi, die „ihr Glück gemacht“ hatte, kehrten meine Gedanken zu der kleinen Maus zurück. Und während ich in der stillen, schönen Nacht die öde Gasse hinunterwanderte, sah ich die armselige Stube im Vico, spärlich erleuchtet von einem flackernden Talglicht: Nannina sitzt in ihrem bunten Tarantellastaat auf der Kante des Bettes, in dem die Mutter liegt; so oft die lahme Frau sich schwer bewegt, raschelt das Maisstroh unter den zerlumpten Pferdedecken; und während Nannina unermüdlich schwatzt und erzählt, mit so glückseligem Eifer, dass ihr die Wangen glühen und die Augen leuchten, betrachtet Mutter Virginia ihr zierlich aufgeputztes Kind mit hoffnungsvollem Stolz, baut Schlösser in die Luft und schmaust mit Behagen den kalten Braten, die Brötchen, den Käse, die Orangen, Nüsse und Krachmandeln, die ganze Mahlzeit, die sich die kleine Maus vom Mund abgespart hat, um sie der Mutter zu bringen. Aber Mutter und Tochter sind nicht allein; denn während Nannina erzählt und zwitschert, steht der Maccaronista neben ihr, breitspurig, mit seinem gutmütigen Lächeln, die Hände hinter dem Rücken.

   Das sah ich so in Gedanken. Und ich wusste doch, dass Mommino in der Künstlerstube des Hotel Bellavista bei seiner Flasche saß.

   Und heute saß er mit Ausdauer. Denn Mitternacht war lange vorüber, und ich hatte schon ein paar Stunden geschlafen, als mich seine weinfröhliche Stimme weckte. Drunten auf der Straße ging er vorüber, allem Anschein nach ein wenig angesäuselt, denn seine Schritte klangen nicht so gleichmäßig sicher wie sonst. Mit hochgeschraubter Stimme sang er sich zum Heimweg ein Ritornell ums andere, und reicher als sonst verzierte er die Melodie mit Figuren im höchsten Falsett. Als er unter dem Fenster meines Zimmers vorüber kam, verstand ich, was er gerade sang:

„Duftende Narzisse!
Gott schuf die Sonne, dass sie scheint,
Und Liebchens Mund, dass ich ihn küsse!

Rosmarin im Garten!
O Mädchen, ich bin einsam, komm,
Mein Herz ist krank vom langen Warten.

Blutrote Nelken!
Freund, brich die Blumen, wenn sie blühn –
Ein Narr, der wartet, bis sie welken!“

   Aus seiner Stimme klang die übermütige Laune eines Menschen, welcher satt und glücklich ist, nicht weniger Wein im Kopf als Lebensfreude im Herzen hat, und der keinen anderen Wunsch mehr weiß als nur den einen: Dass es morgen wieder so sein möchte, wie es heute war!

   Während Momminos Ritornelle fern in der stillen Nacht verhallten, sah ich im offenen Fenster ein Stück des Himmels mit zwei Sternen, die so nahe beieinander standen, dass ihr zitterndes Gefunkel fast in eins zusammenfloss. Doch jählings erlosch der eine Stern und blad darauf der zweite. Da musste eine Wolke aufgestiegen sein. Auch kam es mir vor, als wäre plötzlich das Rauschen des Meeres deutlicher zu hören. Jetzt rauschten auch die Bäume im Garten, ein Windstoß machte die offenen Fenster klirren und kam in meine dunkle Kammer hereingefahren, schwer und schwül.

   Scirocco! – Der wird böses Wetter bringen, dachte ich mir.

   Ich schloss die Fenster und schlief wieder ein. Aber ich hatte unruhige Träume und erwachte immer wieder mit einem Gefühl der Beklemmung. Sciroccoluft – die dringt durch Glas und Mauern, legt sich auf die Nerven und macht das Blut in allen Adern träg.

   Auch Mommino spielte in diesen konfusen Träumen eine Rolle – eine ganz merkwürdige. Er speiste unter Mandolinenbegleitung fünf Kilo Ritornelle, die in der Schüssel lagen wie kandierte Blumen: rote Nelken, grüner Rosmarin, weiße Narzissen, blassblaue Veilchen – dann sang er wieder zur Gitarre, und wie sich auf alten Kirchenbildern lange Bänder mit Inschriften aus dem Mund der Heiligen hervorrollen, so quollen ihm beim Gesang die Töne als endlose Spagetti aus der Kehle. Und der junge Franzose, der über diese sonderbare Gesangserscheinung ganz begeistert war, schnitt ihm mit einer Schere die gesungenen Maccaroni meterweise von den Lippen ab. Lachend und doch mit scheuem Blick, als könnte dem Maccaronista bei dieser Overation ein Leid geschehen, nahm Nannina Fiorello die abgeschnittenen Spagetti in Empfang und packte sie in das rot und weiß geblumte Taschentuch, bis ein großes Bündel entstand, an dem sie schwer zu tragen hatte. Dabei war sie gekleidet wie Cirmena Lupi in dem Wagen, der mir auf dem Corso begegnet war.

   Solch’ unsinnige Dinge träumt man in schwüler Scirocconacht. Aber ich musste mich später oft an diesen Traum erinnern und konnte mich dann des Gedankens nicht erwehren, als hätte aus seinen verworrenen Bildern ein dunkles Vorgefühl der kommenden Ereignisse gesprochen.

   Doch in dem Glauben, dass der Scirocco dieser Nacht das Wetter ändern würde, hatte ich mich getäuscht. Es gab wohl einen trüben, dunstigen Tag, aber dann kam die Sonne wieder, und ich packte meine Wandertasche, um vor Einbruch der Regenzeit nach einen Ausflug nach Ravello und zu en Tempeln von Pästum zu unternehmen.

   Es war im März, an einem Feiertag, als ich wieder heimkehrte – spät am Abend. Ich stand vor meiner Wohnung auf der Gasse, und eben zählte ich dem Kutscher, der mich von Prajano herübergebracht hatte, beim Schein einer nahen Laterne die paar Lire auf die Hand, als einer an mir vorüberging, die Fäuste hinter dem Rücken und mit gebeugtem Kopf.

   Es schien mir einen Augenblick, als ob es Mommino wäre. Aber nein! Mommino war größer und hatte einen anderen Gang als der müde Kopfhänger dort, dem es wie schweres Bleigewicht im Nacken zu liegen schien. Und Mommino hätte eins von seinen Ritornellen gesungen oder doch die Melodie gepfiffen. Und wie käme der Maccaronista an einem Feiertag des Abends um neun Uhr auf die Straße? Da trug er die rote Jacke seiner Kunst.

   Und doch, er war es! Als er in den hellen Lichtkreis der Laterne trat, erkannte ich deutlich den Kalk bespritzten Hut.

   „Mommino!“

   Er hörte nicht, und ich musste seinen Namen ein zweites Mal rufen.

   „Mommino! He!“

   Da blieb er stehen und wandte langsam das Gesicht. Verwundert ging ich auf ihn zu. Doch er kam mir keinen Schritt entgegen und grüßte mit keinem Wort. Nicht einmal an den Hut rührte er – als wären ihm die Fäuste auf dem Rücken festgewachsen.

   „Mommino? … Was hast Du denn?“

   „Ich?“ Seine Stimme klang so ruhig wie sonst. „Was soll ich denn haben? Nichts.“

   „Aber dass ich Dich hier auf der Straße treffe? Heut ist doch Feiertag. Spielst Du denn heute nicht?“

   Er lachte. „Das ist ein schlechter Vogel, Herr, der nicht jeden Tag sein Lied singt… und bei jedem Wetter. Natürlich spiel’ ich. Heute bei Vittoria.“

   „Hast Du Dich versäumt? Oder weißt Du nicht, wie spät es schon ist?“

   „Neun Uhr, ja, in Sant’ Agnello hat’s schon geschlagen. Aber zu meiner Nummer hat’s noch eine halbe Stunde Zeit. Und ‚nur langsam, ich komme noch früh genug’, hat die arme Seele gesagt, als der Satan mit ihr in die Hölle fuhr wie der Wind.“ Er atmete schwer; dann lachte er wieder, und dieses Lachen klang so herb und seltsam, dass ich ihn betroffen musterte. Aber der Hutrand deckte sein Gesicht mit schwarzem Schatten, und ich sah nur, wie ihm die Augen funkelten.

   Dass ich plötzlich an Nannina denken musste – ich weiß nicht, wie es kam. Aber ich fühlte diesen Gedanken wie eine dunkle Sorge.

   „Mommino? Was macht denn die kleine Maus?“

   Er zuckte, als hätt’ ich ihm eine Nadel ins Fleisch gebohrt. „Wie soll denn ich das wissen?“ Seine Stimme klang rau und ganz verändert. „Ich bin ein Maurer und kann Euch sagen, welcher Sand den besten Mörtel macht. Aber wenn ihr wissen wollt, auf welchem Gaul der Teufel reitet… da müsst ihr einen Rosshändler fragen. Oder einen Kapuziner. Der weiß es noch besser!“

   Lachend drückte er den Kopf in den Nacken – und da fiel ihm die Helle der Laterne voll ins Gesicht. Es war entstellt und so grau wie Asche.

   „Mommino!“, stammelte ich erschrocken. „Was hast Du? Und was ist mit dem Kind geschehen?“

   Die bleichen Lippen zitterten ihm, und seine Arme strafften sich, als müsste er eine Fessel zerreißen, mit der ihm die Fäuste auf den Rücken gebunden waren. So stand er eine Weile schweigend und sah mir mit seinem funkelnden Blick in die Augen.

   „Aber so rede doch!“

   „Èh!“ Ruhig hob er die Schultern bis zu den Ohren hinauf. „Wär’ schade, sinorrr dottore… schade um jedes Wort! Soll sie ihr Glück machen oder ins ewige Feuer springen bis über den Hals… was geht’s denn Euch an? Und was mich? Soll sich jeder sorgen um das Stroh, auf dem er selber liegt! Ich spiel’ meine Kunst und hab’ drei Lire für die Nummer. Das macht mich satt und ich spar’ noch dabei. Was geht mich alles andere an? So wenig, wie den Fisch die Luft. Wer kein Esel ist, der braucht keinen fremden Karren zu ziehen! … Gute Nacht, sinorrr!“ Tief atmend rückte er den Hut und ging.

   Ich eilte ihm nach und haschte seinen Arm. „Mommino! Ich bitte dich, sag mir…“

   „Lasst mich gehen, Herr!“, erwiderte er mit rauer Stimme. „Es wird gleich Viertel schlagen und ich hab’ keine Zeit mehr… oder ich versäum’ die Nummer und verlier’ drei Lire. So viel ist mir das Mädel nicht wert!“ Er wand seinen Arm aus meinen Händen und ging mit langen Schritten die Gasse hinunter.

   Ich sah ihm nach und wusste nicht, was ich denken sollte.

   Hatten sich die beiden gezankt? Mommino mit seiner Gutmütigkeit – und dieses harmlose Kind, das keine Fliege beleidigen konnte? Undenkbar! Da musste Schlimmeres geschehen sein – denn ein Zank, wie er in Köpfen, die der Wein erhitzte, und im Eifer des Geplauders entsteht, kann einen Menschen nicht so verwandeln! Immer wieder sah ich dieses entstellte, fahle Gesicht vor mir, diese brennenden Augen, aus denen ein Kummer redete, zu tief, um sich in Worten auszuschütten.

   Gleich am nächsten Morgen, so nahm ich mir vor, wollte ich Gargiulo aufsuchen, um von ihm zu erfahren, was da geschehen war. Doch während ich droben in meiner Stube die Reisetasche auskramte, sah ich in Gedanken wieder den Maccaronista vor mir stehen, den Kopf gebeugt, as Gesicht von schwarzem Schatten bedeckt – und neben ihm Nannina Fiorello, die mit kummervollen Augen zu mir aufblickte und bitter das Mäulchen verzog, als hätte sie Wermut getrunken. Da warf ich die halb geleerte Tasche zu Boden und nahm meinen Hut. Es trieb mich nach Sorrent hinein. Nicht aus Neugier. Ich war diesen beiden Menschen gut, und es lag in mir wie eine bange Sorge um ihr Schicksal.

   Zehn Uhr war schon vorüber, als ich das Hotel Vittoria erreichte. Die Truppe spielte auf einer großen, mit Glas gedeckten Terrasse. Bei meinem Eintritt konnte ich noch den lachenden Beifall hören, den der Maccaronista für seine Nummer erntete, und konnte sehen, wie sich Mommino mit stolzem Ernst verneigte. Rote Flecken brannten auf seinen Wangen, doch keine Miene zuckte in seinem Gesicht – er schien so ruhig wie sonst.

   Bevor ich mich zwischen den Gruppen der heiter gestimmten Zuschauer hindurch zu winden vermochte, war schon das weiß gedeckte Tischlein mit der leeren Schüssel beiseite geräumt, und während die Musiker in jagendem Tempo die letzte Tarantella intonierten, flogen die vier Paare mit rasselnden Kastagnetten und wehenden Schärpen zum Tanz heran.

   Meine Augen suchten in dem bunten Gewirbel von Farben, Gesichtern und gaukelnden Armen nach der kleinen Maus. Ich fand wohl den Langbeinigen heraus, der im Hotel Bellavista bei der letzten Tarantella gestolpert war. Aber seine Tänzerin – das war Nannina Fiorello nicht, sondern eine Neue, die ich noch nie bei der Truppe gesehen hatte, eine leidlich hübsche, gut genährte Person, welche die Tarantella tanzte wie eine gesunde Böhmin ihre Polka.

   Maestro Gargiulo stand als Flügelmann bei seiner Kapelle und strich mit Eifer die Mandoline. Als er mich sah – und er schein zu erraten, wen meine Augen suchten – grüßte er mit einem Blick, wiegte den Kopf zwischen den Schultern, zog die Brauen auf und lächelte verdrießlich.

   Ich trat auf ihn zu und fragte erregt: „Gargiulo? Wo ist denn die kleine Fiorello?“

   „Die Nannina? Was die mir für einen Streich gespielt hat? As wisst Ihr noch nicht? Na, gute Nacht… da könnt Ihr jetzt eine nette Neuigkeit hören!“

   Während er den flinken Takt mit der Ferse trat, kein Auge von den tanzenden Paaren wandte und mit dem Schildplatt auf seiner Mandoline trillerte, neigte er halb den Kopf zu mir und schwatzte in Verstimmung und Ärger so hastig auf mich ein, als müsste er nicht nur mit den zirpenden Klängen seines Instrumentes, sondern auch mit dem Tempo seiner Worte in jagenden Takt der Tarantella bleiben.

   „Ja, signor dottore, ich bin ein Mensch, den die Heiligen verlassen haben! Über die zwanzig Jahr’ schon führ’ ich die Truppe… aber so viel Unglück wie heuer hab’ ich noch nie gehabt. Auf meinem armen Buckel reitet der Satan und richtet mir meine Truppe zu wie ein Stoßvogel die geschlagene Taube. Die Cirmena… fort und fertig! Der Cesco… ein Kreuz drüber! Und jetzt die kleine Fiorello, von der ich mir so viel Schönes erwartet habe. Was hätt’ ich aus dem Mädel machen können! Bei ihrem Talent! Bei dem Feuer, das ihr im blut und in den Füßen steckte! Und jetzt spielt mir das gottverlassene Ding einen solchen Streich! Und gebt nur Acht… mit dem einen Unglück hat’s noch kein Ende für mich! Dass ich die Nannina verloren habe… ich fürchte, das wird mich auch noch einen anderen kosten! Meinen Besten! Den Mommino! Der bares Geld für mich ist! Bares Geld, Herr, bares Geld! Freilich, er will nicht merken lassen, wie ihm zumut ist… und lacht, wenn von ihr gesprochen wird. Aber ich brauch’ ja nur anzusehen, wie er spielt… mit den Gedanken Gott weiß wo, ohne Lust und ohne Freude an seiner Kunst! Der Narr! Und wenn er es hundertmal leugnet und verschwört… ich sag’ es, ich: Er hat sein Herz an das Mädel gehängt, wie man den Dieb an den Galgen hängt… da gibt’s kein Abschneiden mehr! Freilich, was wahr ist, muss wahr sein… ausgesehen hat das Mädel damals in der Bellavista… wie eine Maikirsche, süß und frisch, so recht zum anbeißen! Kein Wunder, dass dem guten Narren das Herz über die Rippen stolperte. Sie hätt’s nur aufzuheben brauchen… vor den Füßen hat’s ihr gelegen! Und da spielt sie dem armen Burschen und mir und der ganzen Truppe einen solchen Streich! Wer sich das von dem Mädel hätte denken können! Ein halbes Kind noch! Ich hätte geschworen: Sie kann nicht bis drei zählen… die grüne Unschuld! Und sieht am Abend einen wildfremden Menschen, und am anderen Morgen ist sie schon mit ihm durchgegangen!“

   „Nein…!“ Ich fand in der ersten Verblüffung kein anderes Wort. Hätte Maestro Gargiulo mir erzählt, dass der Mond vom Himmel gefallen und auf der Piazza vor Sorrent in silberne Stücke zersprungen wäre – vielleicht hätt’ ich ihm das lieber geglaubt. Aber diese Nachricht? „Nein!“

   „Durchgegangen! Meiner Seel’, signore! Durchgegangen ist sie! Mit einem jungen Franzosen, der im Hotel Bellavista wohnte. Pierre Lemaitre heißt er und ist der Sohn eines reichen Schokoladefabrikanten aus Toulouse. Habt Ihr noch nie an den Straßenecken die roten Plakate gesehen? ‚Cacao Lemaitre’. Das ist sein Herr Papa. Und mit dem Sohn ist sie durchgegangen… und gleich am Tag nach ihrem ersten Auftreten, noch warm von ihrem schönen Erfolg! Und wie uns Micchele, der Barkenführer heut erzählte, sollen sie jetzt drüben sein in Capri und sollen…“ Sich unterbrechend, strich Gargiulo die Mandoline, dass die Saiten rasselten, und rief dem Langbeinigen und seiner neuen Tänzerin in Ärger zu: „Ecco! Ecco! Cosa fate! Attenzione!“

   Das Paar war aus dem Takt geraten, und für einige Sekunden stockte der wirbelnde Flug der Tarantella.

   Als die Tänzer wieder ins Geleise kamen, seufzte der Maestro. „Ich bitt’ euch, signor dottore seht auch doch diese Meerkuh an, die ich da tanzen lassen muss! Und das war von allen noch die beste, die ich in der Schnelligkeit finden konnte. Wenn ich nicht bald was besseres ausspüre, verdirbt mir das Trampeltier den ganzen schönen Ruf meiner Truppe auf Jahre hinaus!“ Wieder seufzte er. „Und was hätt’ ich aus der kleinen Fiorello machen können! Aber solch ein halbes Kind… natürlich! Dem kann ich im Ernst nicht einmal einen Vorwurf machen. Ich bin überzeugt, dass sie gar nicht wusste, was sie tut… und dass sie sich mit dieser Dummheit einen Fleck aufs junge Leben macht, der in keiner Wäsche mehr ausgeht. Man wird ihrer Mutter gegeben haben, was sie verlangte… und basta! Junge Schönheit ist Ware, und wer bezahlen kann, der hat sie! Hol’s der Teufel, aber so geht es zu in der Welt! Ecco! Und ich kann mir’s denken, wie der Handel gemacht wurde. Die Kleine hing ja an ihrer Mutter, so zärtlich wie ein junger Affe. ‚Geh!’, wird die Alte gesagt haben, und da ist das Mädel gegangen… und hat nicht an mich und nicht an die Truppe und nicht an ihr eigenes Glück mehr gedacht! ‚Pe’ mamma mia… für die Mutter!’ Ich glaube, das dumme Ding hätte der Mutter das eigene, blutende Herz in die Suppe geschnitten. Warum nicht die paar lustigen Wochen da drüben in Capri? Mag’s ausgehen, wie’s will… wenn nur die Mutter Maccaroni hat und vino di ribes mit Zucker! Ecco!“

   Das Tempo der Tarantella verzögerte sich ein wenig, damit die Tänzer Atem schöpfen konnten für das rasende Finale – und in schmachtenden Tönen sangen die Mandolinen. Deutlich hörte man unter allen Instrumenten das schöne, gefühlvolle Tremolo des Maestro heraus.

   „Aber ich!“ Er seufzte. „Als ich die Geschichte erfuhr… ich sag’ Euch, dottore… am liebsten hätt’ ich mir vor Ärger und Wut alle Haare ausgerissen… und gar viel übrige hab’ ich doch nicht mehr auf meinem alten Schädel. Ich hab nach dem schönen Erfolg doch schon gerechnet mit ihr… wie mit einem Brunnen, aus dem was besseres noch heraufzuholen ist, als Wasser nur! Und da muss jetzt das geschehen! So plötzlich! So über Nacht! Ihr wisst ja, ich hatte das Mädel damals auf neun Uhr in der Früh zur Singprobe bestellt… aber es wird elf Uhr, zwölf Uhr, und sie kommt nicht. Ich muss hinauf, hab’ ich mir gedacht, und sehen, was los ist. Aber ein paar Minuten nach eins, da kommt der Mommino in meine Bude gestürzt, mit Augen und mit einem Gesicht… ich hätte fürchten können, er will mich fressen. Von Mutter Virginia kam er… die Kleine hatte ihm erzählt, dass an ihrem Haus eine Wand eingebrochen wäre… da hat er sich dem Mädel zulieb einen freien Nachmittag gemacht, um die Wand wieder aufzumauern… und wie er hinaufkommt, mit Mörtelschaff und Kelle. Da hört er, was los ist, rennt wie ein Narr zu mir nach Sorrent herunter und schreit mir die schöne Neuigkeit ins Gesicht: ‚Fort, fort, sie ist fort!’ Ganz harmlos frag’ ich noch: Wer? Aber da wollte ihm kaum der Name über die Zunge: Nannina! Ich hab’ im ersten Schreck wahrhaftig nicht gewusst, was ich sagen und fragen soll… und da springt ihm schon das helle Wasser in die Augen. ‚Drei Lire verlier’ ich wieder! Drei Lire!’, sagt er mit einem Lachen, das mir kalt in die Ohren ging… und stolpert zur Tür meiner Bude hinaus wie ein Betrunkener… und lacht noch immer!“

   Mit rauschendem Tongewirbel und hellem Gerassel der Kastagnetten setzte nach dem schmachtenden Andante das tolle Finale der Tarantella ein. Mir war die Kehle wie zugeschnürt. Diese jubelnden Töne, dieses grell wogende Farbenbild der tollsten Lebensfreude, und was ich dabei zu hören bekam – welch ein Gegensatz! Und unwillkürlich suchten meine Blicke den Maccaronista, doch er war aus dem Saal verschwunden.

   „Ich hab’s nicht glauben wollen! Wahrhaftig, signor dottore, es ist mir gegangen wie Euch… ich hab’s nicht glauben wollen“, schwatzte mir der Maestro ins Ohr, während er in einem Tempo auf der Mandoline klimperte, dass er drei Hände und an jeder Hand zehn Finger zu haben schien. „Und wie ich war, mit der weißen Barbiererschürze um den Bauch, so bin ich hinauf gerannt ins Vico. Und da sitzt die Alte beim Feuer am Herd, mit einer Magd… natürlich, jetzt kann sie sich eine Magd halten… hat ein neues Seidentuch um den Kopf gebunden… das hat zehn Lire gekostet, sicher… und schwatzt und ist so vergnügt, wie ein Spatz, wenn gedroschen wird… und taucht ein Biscotto ums andere in ihren Wein! Und wie ich sie frage: Wo ist das Mädel? … meiner Seel’, dottore, da hat sie mir ein Gesicht gezeigt, so verklärt und glückselig, wie eine Heilige, die schon zum Himmel fährt. ‚Sie macht ihr Glück, meine kleine, süße Wachtel, ihr Glück und das meine!’ Glück? Ja, schön! Da hab’ ich ihr aber eine Litanei zu hören gegeben! Gründlich! Die alte Gans! Aber natürlich… sie hat doch ihr eigenes Leben auch so verschustert! Ich sag’ Euch, dottore: Die Alte ist noch schöner gewesen wir ihr Kind. Und die Wahl hätte sie gehabt… an jedem Finger einen ordentlichen Burschen als Freier! Aber nein! Drüben in Neapel, damals, als meine Truppe die Ehre hatte, vor der Majestät zu tanzen… da verguckt sie sich in einen Korporal von den Carabinieri… weil er einen großen Schnurrbart und goldene Litzen hatte… buona notte! … da hatte sich der saubere Cavalier schon eine andere genommen, die Tochter eines reichen Weinhändlers aus San Giovanni! Ihr eigenes Leben hat sie verschustert, und jetzt taucht sie aus Dummheit und Ungeduld auch noch ihr Kind unters Wasser! Als ob sie nicht die paar Wochen noch hätte warten können, bis das Mädel bei mir in der Gage gestiegen wäre. Nach einem solchen Erfolg... im nächsten Winter hätt’ ich ihr fünf Lire für den Abend gezahlt. Und was an der ganzen Geschichte das Schönste ist… das Kostüm der Cirmena hat das Mädel auch noch mitgenommen nach Capri. Weil…“, er ahmte Mutter Virginias Stimme nach, „weil sie ihm gar so gut gefällt, ihrem Sinorrr Francese, wenn sie die Tarantella tanzt!“

   Der Atem begann ihm auszugehen.

   „Am Abend… da ist ein Kellner von der Bellavista gekommen… und wollte mir dreißig Lire bezahlen für das Kostüm. Aber dem hab’ ich heimgeleuchtet… und hab eine Rechnung geschrieben… hundertfünfzig Lire! Bezahlt sind sie mir ’worden… bis auf den letzten Soldo! Anima mia, was für ein Geschäft das sein muss, der Cacao Lemaitre! Mich reut nur, dass ich nicht zweihundert verlangt habe. Aber hundert gäb’ ich aus meinem eigenen Sack, wenn ich nur das Mädel noch bei der Truppe hätte! Freilich… kommen wird sie schon wieder… aber wie? Die Cirmena, das weiß ich, die ist bei all ihrer Dummheit ein schlaues Huhn… die macht ihr Glück, so oder so! Aber das kleine harmlose Ding mit seinem Spitzmausgesicht und seinen Kinderaugen! Wie das arme Mädel wieder heimkommen wird! Gott soll mich bewahren, dass ich es sehen muss! Wie ein gerupfter Vogel, den keiner mehr haben will für den Käfig! Ecco… finale!“

   Maestro Gargiulo trommelte den letzten Akkord auf allen Saiten der Mandoline, während die Paare, heiß glühend vom rasenden Tanz, zum Schluss der Tarantella ihre regungslose, malerisch wirkende Pose stellten. Die Zuschauer applaudierten und warfen den Tänzerinnen Blumen und Orangen zu. Die Neue, die an Nanninas Stelle mit dem Langbeinigen getanzt hatte, ließ die Rosen liegen und sammelte die kollernden Früchte.

   Während fröhlicher Lärm den Raum erfüllte und ein Teil der Zuschauer sich schwatzend um den Maestro und seine Künstler drängte, verließ ich die Terrasse.

   Es trieb mich zu Mommino.

   Aber ich fand ihn nicht mehr im Künstlerzimmer. Er hatte sein Kostüm schon abgelegt – in pedantischer Ordnung lagen die bunten Lappen seiner „Kunst“ über einen Stuhl geschichtet – und war seiner Wege gegangen, ohne die Gratismahlzeit abzuwarten, zu der auf langer Tafel schon für die Truppe gedeckt war.

   Ich eilte auf die Straße hinaus. Mommino konnte das Hotel doch eben erst verlassen haben, und da wir nach Sant’ Agnello den gleichen Heimweg hatten, hoffte ich ihn noch einzuholen. Draußen auf der Piazza trat ich auf ein paar Menschen zu, die ich in der trüben Laternenhelle gehen und stehen sah – doch immer waren es fremde Gesichter. Hastigen Ganges folgte ich den engen, winkeligen Gassen. Aber sie lagen still und öde vor mir. Nur einmal, zwischen finsteren Gartenmauern, hörte ich den Hall von Schritten.

   „Mommino!“, rief ich. „Mommino!“

   Keine Antwort kam, und die Schritte verloren sich in einer Seitengasse, die zum Meer hinunter führte.

   Von dem raschen Gang war mir schwül geworden, und ich musste die Stirn trocknen. Eine Weile noch blieb ich stehen und lauschte. Dann wanderte ich langsam die dunkle Gasse entlang. Dabei erfüllte mich eine seltsame, schwer zu schildernde Stimmung. Ihr Grundton war noch immer jene ratlose, ungläubige Verblüffung, die mich bei Gargiulos erstem Wort befallen hatte, gemischt mit einem Gefühl der Unruh um den armen Burschen, der sein Herz an Nannina Fiorello gehängt hatte, „wie man den Dieb an den Galgen hängt“.

   Allmählich begann ich mich wieder an all die drastischen Worte des Maestro zu erinnern. Aber ich brauchte lange, bis ich ruhig über die Sache denken und mir sagen konnte: „Es ist geschehen! Wirklich geschehen! So unglaublich es scheint… es ist wahr!“ Ein Empfinden erwachte in mir, wie Zorn über mich selbst, dass ich dazu geholfen hatte, um die kleine Maus auf einen Weg zu führen, auf dem sie das Glück ihres Lebens zu finden hoffte und dem Sohn von „Cacao Lemaitre“ in die Hände fiel. Aber meine Hilfe war gut gemeint. Wenn du einem Frierenden den Funken zum wärmenden Feuer reichst, wenn durch das Ungeschick seiner zitternden Hand oder durch ein hässliches Spiel der Winde an diesem barmherzigen Funken ein Haus in Brand gerät und Menschen verbrennen – ist dieses Unglück deine Schuld? Dann dürftest du keinem Hungernden das Brot mehr reichen, aus Furcht, er könnte an dem Bissen ersticken.

   Und Nannina? Wie hätte sich in mir ein Gedanke regen können, der diesem verkauften Kind einen Vorwurf aus der Torheit machte, die es für eine Pflicht der Liebe hielt? „Pe’ mamma mia… für die Mutter!“ Und mag auch ein wenig Eitelkeit mitgeholfen haben – man darf nur lächeln über den kindlichen Unverstand, der ein schimmerndes Fähnchen für pure Seide nimmt und sich freut an einem Haarpfeil, der wie Silber glänzt. Und das leuchtende Vorbild der Cirmena Lupi, die aus der Tarantella heraus und mitten hineinsprang in das goldene Glück! Warum sollten die lieben Heiligen des Himmels der kleinen Nannina Fiorello und ihrer guten Mutter nicht gönnen, was sie der dummen Cirmena in den Schoß geworfen?

   Arme, kleine Maus!

   Wie ihr wohl jetzt zumute sein mag, da drüben in Capri? Hat sie vielleicht schon erkannt, dass ihr „Glück“ wie Silber ist, das man nicht putzen darf, weil sonst das Messing herauskommt? Sind ihr die Augen schon aufgegangen, um an ihrem jungen Leben den bösen Fleck zu sehen, der in keiner Wäsche mehr ausgeht? Schaudert sie unter den Küssen, die sie dulden muss… „pe’ mamma mia?“ Und denkt sie an Mommino? Oder ahnt sie noch nicht, was in ihrem Herzen zu keimen begonnen, damals an jenem Abend in der Bellavista, als sie dem jungen Franzosen ins Gesicht lachte und mit leuchtenden Augen vor Mommino hintrat: „Du! Jetzt tanz’ ich für Dich!“ Ist sie noch berauscht und betäubt von all dem Neuen und nie Gesehenen, das sie erlebt, und das ihr aufgetischt wird wie dem Maccaronista die Schüssel mit dem dampfenden Spagettiberg?

   Und während sie da drüben in Capri die Tarantella ihres Lebens tanzt, mit törichtem Kinderjubel und zwitscherndem Lachen, sitzt ein armer Bursche irgendwo dort unten am Meer, mit bleischwerem Herzen, die Schläfe zwischen den Fäusten, und starrt auf die finsteren Wellen nieder, die mit lockendem Rauschen über den schwarzen Lavasand herauslecken bis dicht vor seine Füße.

   Und droben im Vico wärmt sich eine Seelen vergnügte, glückliche Mutter die lahmen Beine am Feuer und taucht die süßen Biscotten in den gezuckerten Rotwein, in das Opferblut ihres Kindes. Und während sie schwatzt mit der Magd und die guten Heiligen preist, die an der „kleinen, mageren Wachtel“ ein Wunder wirkten und es noch besser mit ihr meinten, als mit der dicken Cirmena vom Nachbar Lupi drunten – in der gleichen Stunde denkt vielleicht da drüben in Capri der Sohn von „Cacao Lemaitre“ schon daran, die angebissene Frucht aus der Hand zu werfen, um nach einer frischen zu greifen.

   Mir war bei all diesen Gedanken, als müsste ich laut in die stille Nacht hinauslachen über diese Marktkomödie des Lebens. Und dennoch zitterte in mir eine Wehmut, wie sie jeden ergreift, der eine liebliche Blume sieht, die zertreten wurde, ein im Frühlingssaft gebrochenes Bäumchen, ein schönes Bild, das eine Bubenhand mit Kot beworfen!

   Wer doch der praktische Philosoph wäre, wie Maestro Gargiulo, um für jede Hässlichkeit des Lebens die Formel zu finden, mit der sich alles kurz und flink erledigt! „Hol’s der Teufel, aber so geht es zu in der Welt! Ecco!“ Und fertig! –

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