Ludwig Ganghofer

www.wissen-im-Netz.info

Ludwig Ganghofer - Die Martinsklause

Homepage
   Literatur
      Ludwig Ganghofer
         Die Martinsklause
            Buch 1
              Titel
              Kapitel 1
              Kapitel 2
              Kapitel 3
              Kapitel 4
              Kapitel 5
              Kapitel 6
              Kapitel 7
              Kapitel 8
              Kapitel 9
              Kapitel 10
              Kapitel 11
              Kapitel 12
              Kapitel 13
              Kapitel 14
              Kapitel 15
              Kapitel 16
            Buch 1
              Titel
              Kapitel 1
              Kapitel 2
              Kapitel 3
              Kapitel 4
              Kapitel 5
              Kapitel 6
              Kapitel 7
              Kapitel 8
              Kapitel 9
              Kapitel 10
              Kapitel 11
              Kapitel 12
              Kapitel 13
              Kapitel 14
              Kapitel 15
              Kapitel 16
              Kapitel 17
              Kapitel 18
              Kapitel 19

Kapitel 19

Es war um die Sonnenwende des folgenden Jahres, an einem sengend heißen Tag, als ein langer Zug von Menschen, beladenen Saumtieren, Karren, Pferden und Rindern durch die Waldschlucht der Ache den Weg zum Berchtersgadem suchte. Propst Eberwein kehrte in sein Land zurück, und der Bau des Klosters sollte beginnen. Drei Väter kamen in seinem Geleit und vier Brüder, unter ihnen Bruder Wampo, dessen Falten sich schon wieder zu glätten und zu füllen begannen. Er war auf der weiten Reise in bester Laune gewesen, denn einer der Karren war schwer befrachtet mit bauchigen Fässlein. Doch je näher man der "schiechen Gegen" kam, desto unruhiger blickten Bruder Wampos kleine, hurtige Äuglein. Um so heller aber strahlte die Freude in Eberweins Antlitz. Immer wieder eilte er an dem langen Zuge auf und nieder und musterte die Menschen, die Tiere und alles Gerät. Gegen hundert Gewerksleute und Knechte kamen mit ihm - und der Bau des Klosters und der steinernen Kirche sollte nicht ihre einzige Arbeit sein. Er streichelte die schweren Pferde und sah sie schon im Pflug gehen und die rau durchschotterte Erde brechen. Und wie die Bauern staunen würden beim Anblick dieser Rinder! Es war ein fester, stämmiger Schlag, der die verkümmerte Zucht des Gadems in wenigen Jahren verbessern würde. Ein Teil der Saumtiere war mit Säcken beladen, welche den Bedarf für die erste Wintersaat und Flachssamen für das kommende Jahr enthielten. Zwei Karren trugen mancherlei Gerät, nach dessen Muster die Bauern lernen sollten, ihre Stuben und Kammern freundlicher zu bestellen. Ein anderer Karren war bepackt mit Handwerkszeug, wie es im Garmischgau und Wertofelser Land die Holzschnitzer führten; denn die Kunst, allerlei Bildwerk und zierlichen Hausrat zu schnitzen und zu drechseln, gedachte Eberwein die heranwachsenden Knaben zu lehren, damit sie in den Tagen des langen Winters lohnende Arbeit hätten.

Je mehr der Zug in der Waldschlucht vordrang, desto ungeduldiger eilte ihm Eberwein voran. Es brannte in seinem Herzen die Sehnsucht, das vielgeprüfte Tal, die stille Klause und ihren einsamen Hüter wieder zu sehen. Er überholte die zehn Knechte, welche mit Beilen einen Pfad für die Tiere und Karren bahnten, und wanderte aufwärts an der rauschenden Ache. Bei einer Wendung des Tales sah er einen Kreis von Balkenhäusern mit dampfenden Dächern vor sich - die Sudstätte, welche der Bischof errichtet hatte, um den von Eberwein entdeckten Salzquell auszubeuten. Ein bitteres Lächeln zuckte um die Lippen des Propstes, obwohl er seit langer Zeit schon wusste, was er an dieser Stelle finden sollte. Der Bote, den er nach der Rückkehr in das Mutterkloster an den herzoglichen Hof gesandt, um für den Berchtersgadem das Hoheitsrecht des Bergbaues zu erwerben, hatte wohl die gewährende Urkunde heimgebracht, doch auch die Botschaft, dass der Herzog wenige Tage früher das Recht auf eine neu gefundene Quelle dem Salzaburger Bistum verliehen hätte.

Während Eberwein zu den weißen Dampfwolken aufblickte, die sich aus den Dächern der Sudstätte in die klaren Lüfte kräuselten, klang es ihm vor den Ohren, wie die Schellen einer Narrenkappe. Aber wie hätte er damals denken mögen, dass der reiche Kirchenfürst, in dessen Land seit alten Zeiten ergiebige Sole floss, den bedürftigen Nachbar um diesen Quell betrügen konnte? In herbem Unmut wandte Eberwein der Sudstätte den Rücken. Doch was ihn schmerzte und bekümmerte, war nur der Verlust, den sein armes Land zu tragen hatte, nicht die hässliche Erfahrung, die er selbst gemacht. Seien Blicke glitten über den Weg zurück, den er durchwandert hatte, und seine Gedanken sprachen: "Du bist der erste nicht, der mein redliches Vertrauen täuschte! Aber ich will auch von Dir nicht lernen, den Menschen zu misstrauen, und will dem nächsten wieder glauben, der mir begegnet auf meinem Weg!"

Raschen Ganges folgte er dem Ufer der Ache, und während der Wanderung überdachte er die Vermutung, ob die Berge, welche diesen einen Quell gespendet hatten, nicht auch noch andere in ihrem Schoß verschlossen hielten? Er nahm sich vor, keinen Versuch und keine Mühe zu scheuen, er wollte bauen und bohren - vielleicht, dass es gelingen könnte, das Verlorene zu ersetzen. So hoffte er, ohne zu ahnen, wie reich sich diese Hoffnung in kommender Zeit erfüllen sollte.

Immer weiter traten die Gehänge der Waldschlucht auseinander. Als Eberwein endlich, nach stundenlanger Wanderung, das offene Talgeländ des Gadems erreichte, verhielt er freudig betroffen den Schritt: Vom Lokiwald tönte die Glocke. Er hätte sich lieberen Gruß zum neuen Einstand in seinem Land nicht wünschen mögen. Hastigen Schrittes suchte er den zur Klause emporziehenden Waldhang zu erreichen. Und immer tönte die Glocke noch, es wollte ihr Hall nicht enden. Ein Bangen überfiel ihn. Was sollte dieses lange Geläut bedeuten? Und es war am Hall zu merken, dass der Strang mit Ungestüm gezogen wurde. War es Notgeläut? Und in der Nähe und Weite im Tal, überall hörte er laute Rufe.

Von zielloser Sorge erfüllt, hastete er durch den Wald empor und erreichte die mit dünner Saat bewachsenen Felder, in welche die gebrochenen Waldstrecken verwandelt waren. Von der Klause tönten zahlreiche Stimmen, und als er die Lichtung betrat, sah er rings um das Kirchlein über hundert Menschen versammelt, und andere kamen noch immer herbeigeströmt von allen Seiten. Als die Leute den Mönch gewahrten, erhoben sie ein helles Geschrei und eilten ihm jauchzend entgegen. Sie drückten seine Hände, küssten sein Gewand und begrüßten ihn, recht wie ein dankbares Völklein seinen guten Fürsten. Seit Wochen schon hatten sie seiner Wiederkehr gewartet und auf den Höhen des Untersberges Späher aufgestellt, welche durch Rauchsäulen die Ankunft des Zuges verkündeten. Wohin Eberwein blickte, sah er bekannte Gesichter, aus dem Gadem und aus der Ramsau. Auch der alte Gobl fehlte nicht. Er war säuberlich gekleidet, und auf Eberweins Frage, wie es dem Knaben ginge, sagte der Alte stolz: "Der hat sich herausgewachsen, Herr! Aus dem Buben ist 'was geworden! Den kann man brauchen jetzt! Der hütet im Gadem die Säu' ... das sind gemütliche Tier', wohl wohl, denen kommt er schon nach, wenn er auch ein lützel hinkt!"

Den anderen währte die Rede des Greises zu lang, sie wollten auch zu Wort kommen und schoben ihn beiseite. Eberwein bekam die Hände nicht mehr frei. Jetzt hielt ihn der Jungsenn, der zum Fischer geworden, und jetzt die Heilwig, die sich aus des Fischers Magd in eine Bäuerin verwandelt hatte. Mitleid und Erbarmen hatten ihr einen Mann geworben - den Kaganhart. Seine Trauer um die Hilmtrud schien sich gelegt zu haben. Das rote Gesicht strahlte vor Vergnügen, und seien Haare lagen schlicht und glatt, als wäre ihm schon lang keine zausende Hand mehr dazwischen gefahren. Aber wo blieben Ruedlieb und Rötli? Wo weilte Bruder Sigenot?

"Sell drüben sitzt er beim Kirchlein!", lautete die Antwort auf Eberweins Frage. Er hat nimmer stehen können ... die Freud' ist ihm in die Knie gefahren!"

Eberwein brach sich Bahn durch das Gedräng der Leute. Bis ins Herz erschrak er, und die Tränen schossen ihm in die Augen, als er auf einem Holzblock neben der Kirchentür den gebrochenen Mann gewahrte, welcher zitternd saß, das graue Haupt an die Balkenwand gelehnt. "Sigenot! Mein Bruder!" Lange hielten sie sich stumm umschlugen. Als Eberwein seiner Bewegung Herr geworden, strich er mit den Händen über die abgehärmten Wangen des Freundes und stammelte: "In aller Freude ein Schmerz! Ich hoffte, Dich anders zu finden ... mutig und stark, wie Du immer warst!"

"Stark, Herr? Stark ist nur einer!" Ein müdes Lächeln zuckte um Sigenots bleiche Lippen. "Ich will Dir sagen, was schuld ist ... es steht halt für mich die Klaus auf einem unguten Fleck. Allweil seh' ich den halben Berg sell drüben ... und ich kann's nicht wehren: So oft ich hinauf schau', reißt er mir ein Stückl von meiner Seel'! viel ist nimmer übrig, Herr!"

Geschrei und Lärm erhob sich, die Leute kamen in Bewegung. Die Geleitschaft Eberweins war auf der Rodung erschienen. Erschrocken blickte Bruder Sigenot auf die Schar der Kommenden. "Herr? Unter all den Leuten soll ich weiterleben?"

"Nein, Sigenot!" Eberwein legte die Hand auf die Schulter des Bruders und sah ihm mit herzlichem Blick in die Augen. "Ich will Dich mir erhalten und deshalb lege ich eine heilige Pflicht auf Deine Seele und gebe Dir ernste Arbeit. Was ich meine, sollst Du morgen hören. Für heute nimm Deinen Stab, ziehe zur Ramsau und lade die Männer auf den zweiten Tag von heute zur Martinsklause. Sie sollen zugegen sein, wenn ich den Grundstein meines Klosters lege. Morgen zu Mittag kehre heim und erwarte mich im Haus Deiner Schwester!"

Sigenot wehrte mit der Hand. "Herr, lass meinen Schatten nicht fallen auf ihren hellen Weg!"

Einer der Mönche kam, um die Ankunft des Zuges zu melden und die Befehle des Propstes zu hören.

"Ich komme!", sagte Eberwein. Dann drückte er den eigenen Stab in Sigenots Hand. "Nimm den Stecken und wandere! Ich erwarte Dich morgen!" Er wandte sich ab und folgte dem Mönch. Bruder Sigenot stand noch eine Weile, die Augen mit verlorenem Blick auf den Stab geheftet. Als er einen kleinen, wohlbeleibten Bruder mit anderen Mönchen der Klause sich nähern sah, kehrte er sich hastig ab und begann die Wanderung.

Der Abend kam, und treibendes Leben herrschte auf der weiten Rodung. Während Zelte und Hütten aufgeschlagen wurden und in der sinkenden Nacht die Feuer zu lodern begannen, saß Eberwein beim Licht einer Kerze in seiner Zelle und schrieb. Lange währte die stille Arbeit. Er siegelte die Rolle, verwahrte sie in hölzerner Kapsel und legte sie mit einem schweren Säcklein in eine Ledertasche. Von den drei Vätern begleitet, machte er noch die Runde bei allen Feuern und Baustätten, dann begab er sich zur Ruhe.

Vor dem Grau des Morgens erhob er sich wieder. Während alles noch schlummerte, schwer ermüdet von der weiten Fahrt, und nur die stillen Wächter um die rot strahlenden Gluthaufen standen, schritt er dem Tal der Ache zu, die Ledertasche an seinem Gürtel. Es drängte ihn, eine Höhe zu ersteigen und von freier Warte sein Land zu überblicken, wie an jenem ersten Morgen, an welchem der Kohlmann ihn zum Untersberg geführt. Auf schmalem Brücklein überschritt er die Ache und überließ sich einem Almensteig, der durch den Bergwald empor führte zu den Gehängen des Göhl. Zwei Stunden wanderte er aufwärts; endlich gingen die Bäume zu Ende, und mit schimmerndem Duft erwachte der schöne Morgen.

Auf steiler Zinne ruhte Eberwein und harrte, bis im Tal die Schatten wichen. Noch ehe sein Blick die Hage und Häuser unterscheiden konnte, sah er schon die weißgrauen Schuttfelder, welche mit lang gestreckten Fingern über die Halden der Schönau griffen. Doch bald erkannte er auch den mattgrünen Schimmer, von welchem die gerodeten Flächen wie von einem dünnen Schleier überzogen waren. In stillen Bildern zog das Vergangene an Eberweins Augen vorüber, all sein eigenes Hoffen und Leiden, alles Glück und Weh der hundert Menschen, welche dort unten mit dem Morgen jetzt erwachten oder ewig schlummerten unter Felsen und Erde - und er fragte sich mit banger Empfindung, wie der Streit zwischen dem guten Recht und der Willkür, wie der Kampf um die bessere Zukunft dieses Fels umgrenzten Landes wohl geendet hätte, wäre nicht die Natur mit einem Gewaltstreich dazwischen gefahren und hätte geholfen - geholfen freilich wie der Hufschmied für das Zahnweh.

Wie viel an gutem und gesundem Leben lag unter den Trümmern des gebrochenen Berges begraben! Und dennoch erkannte Eberwein, dass keine Kraft und Menschenhilfe diesem Land und seinen kommenden Geschlechtern größere Wohltat hätte erweisen können als jene Stunde der stürzenden Felsen. Am verwichenen Abend hatten es ihm die Leute als ein Wunder berichtet, dass seit Menschengedenken der Winter im Gadem nicht so kurz und mild gewesen, der Schnee in den Tälern nicht so früh geschmolzen und der grüne Frühling nicht so zeitig eingetreten wäre als in diesem Jahr. Sinnend schweiften die Blicke Eberweins über das weite Tal hinüber zu den von der Morgensonne beglänzten Ruinen des gebrochenen Berges. Die beiden riesigen Stümpfe waren frei von Schnee, und nur in der breiten Scharte zwischen ihnen dehnte sich im Schatten ein weißes Feld. Auch andere Berge, welche noch im letzten Sommer weiße Köpfe getragen, waren in der Sonne schneefrei geworden, nachdem der gewaltige Eisriese verschwunden war, der die ganze Runde in seinem kalten Bann gehalten. Ein neues "Wunder"! Eberwein seufzte, wenn er des absonderlichen Christentums gedachte, das in die Köpfe und Herzen seiner Gademer Leute eingezogen, und zu welchem nicht die Lehre der Liebe sie bekehrt hatte, sondern die Not, welche beten lehrt, Waldrams blutiges Ende und Bruder Wampos Bär. Wunder und Wunder, Gottes starke Faust und der strafende Zorn des Himmels - das war der ganze Inhalt ihres Glaubens. Daneben wandelte der Alte aus dem Untersberg durch ihre Herzen und um ihre Häuser, und ihre Kinder schreckten sie mit dem steinernen Gespenst des Spisars - nicht mehr König Eismann, sondern "Wazemann" hieß der gebrochene Berg, und die starrenden Zacken des Grates hießen "Wazemanns Kinder". Aber wie auf den gerodeten Flächen mit dem Unkraut die erste Saat, so war in den vom Schmerz geackerten Herzen doch der erste Keim des Glaubens aufgegangen.

Die Arme gegen die Täler streckend, in deren Tiefe schon der helle Schein der Sonne fiel, erhob sich Eberwein. Sie waren ihm gewonnen, nun hatte er sie und wollte sie halten. Nun kam die Zeit, das Unkraut von der Saat zu scheiden, das junge Stämmlein mit Sorge zu pflegen und dem beschnittenen Jüngling edle Reiser aufzusetzen. Ob es ihm wohl gelingen würde? Dieses eine wie alles andere, was er zum Wohl dieses Landes und seiner Menschen sann und plante? Eine Antwort konnte nur die Zeit ihm geben. Er atmete tief. "Die wir berufen sind, das Leben der Menschen auf guten Pfad zu lenken, wir können mehr nicht sein, als der Sämann ist auf kahlem Acker. Nur den Samen kann er streuen und geduldig auf die Ernte harren - es wachsen die Halme, wie es der dunklen Erde gefällt, es reifen die Früchte, wenn die Wolken es dulden."

Der Ton einer Almenschelle traf sein Ohr, und als er aufblickte, sah er über eine grasige Kuppe bläulichen Rauch zum Himmel steigen. Dort oben musste eine Hütte liegen, und er wollte unter ihrem Dach ein Stündlein friedlicher Einkehr halten. Als er die Höhe der Kuppe erreichte, öffnete sich ein flaches Almfeld, und auf wenige Schritte vor ihm erhob sich, von einigen Moos behangenen Wettertannen beschattet, das kleine, vor Alter graue Blockhaus. Feuerschein leuchtete durch die Ritzen des Gebälks und aus der offenen Tür, auf deren Schwelle ein junges Weib saß, einen Säugling auf den Armen wiegend. Die rote Herdflamme bestrahlte die nackte Schulter der kleinen zierlichen Gestalt, während das Sonnenlicht um ihren Schoß und ihre Füße spielte. Mit leisem Stimmlein und mit dem Ausdruck aller Zärtlichkeit summte sie ein Liedchen und hielt die Augen auf das runde Gesichtlein des Kindes gesenkt. Der stille Reiz dieses holden Bildes schlich sich mit traulicher Wärme in Eberweins Herz. "Gott grüße Dich, junge Mutter!"

Die Sennin blickte auf, und als sie den Mönch gewahrte, schien sie wie von lähmendem Schreck befallen. Sie wollte sich erheben und sank wieder zurück auf die Schwelle, zitternd an allen Gliedern, mit starren Augen und erblasstem Gesicht, auf dessen Stirn sich eine Narbe zeigte, wie ein feiner blutroter Strich. Da erkannte sie der Propst. "Hinzula!" Er wollte sich nähern. "Weshalb erschrickst Du vor mir?"

Wie in namenloser Angst umklammerte die junge Mutter ihr Kind, und lautlos bewegten sich die bleichen Lippen. Das hastige Gebimmel einer Schelle tönte, dumpfes Stampfen näherte sich, und hinter der Hütte klang eine kräftige Männerstimme: "Wirst halten oder nicht! Wart nur, Du! Ich treib' Dir noch die Wildheit aus Deinem dicken Schädel!" Ein schwarzer Stier erschien, die Nüstern von weißem Schaum bedeckt, mit gestrecktem Schweif und schlagenden Füßen. Doch alle Wucht des Tieres brach an der zähen, eisernen Kraft des hünenhaften Sennen, der mit nackten, sonnverbrannten Armen den Kopf des Stieres an den Hörnern gefasst hielt und zu Boden drückte.

"Schweiker!", fuhr es mit bebendem Schrei von den Lippen Eberweins, aus dessen Antlitz alles Blut gewichen war.

Als wäre ein Blitzstrahl auf ihn niedergefahren, so stand der Senn beim Klang dieser Stimme, die Fäuste ins Leere gestreckt, während der befreite Stier in tollen Sprüngen das Weite suchte. Mit fliegenden Schritten eilte Eberwein auf den Erstarrten zu und rüttelte seinen Arm. "Schweiker! Schweiker!" Was er mehr noch sagen wollte, brachte er nicht über die Lippen. Doch es stand auf seinem Gesicht geschrieben, in welchem fahle Blässe mit flammender Röte wechselte, und sprach aus seinen verstörten kummervollen Augen. "Schweiker! Schweiker!"

Der Hüne schlotterte an all seinen langen, schwerfälligen Gliedern, auf der keuchenden Brust zitterten die Wellen des silberblonden Bartes, und wie ein zuckender Krampf hatte es seinen Nacken befallen. Er wollte sprechen und würgte nur heisere Laute hervor. Dicke Zähren kugelten ihm über die braunen Backen. Jetzt hing er mit starren Augen an dem Gesicht des Propstes, dann wieder suchte er mit hilflos irrendem Blick die Hütte, sein Weib und Kind. Und als wäre das herzergreifende Bild, das die junge Mutter in ihrem Schreck und Jammer bot, die einzige Verteidigung, die er dem schweigenden Vorwurf seines Herrn entgegen halten könnte, so stöhnte er: "Schau sie an, Herr ... schau sie nur an! Ob Himmel oder Höll' ... ich hab' nimmer anders können!" Schluchzend bedeckte er mit den Händen das Gesicht und stürzte auf die Knie. Eberwein stand in bebender Erregung. Er blickte auf das stumme, von Angst gelähmte Weib, dann wieder auf das ausgiebige Bröcklein Elend nieder, das vor seinen Füßen auf der Erde lag. Allmählich beschwichtigte sich der Sturm in seinen Zügen, und schwer atmend legte er die Hand auf die Schulter des Knienden. "Steh auf und folge mir! Was ich mit Dir zu sprechen habe, ist nicht für die Ohren Deines ...", die Stimme des Propstes stockte, "für die Ohren dieses armen Weibes." Er wandte sich ab und schritt einer Senkung des Almfeldes zu, aus welcher dunkle Fichtenwipfel hervorlugten.

Mühsam richtete Schweiker sich auf, als wären ihm alle Knochen zu Teig geworden. Schluchzend streckte er die Hände nach seinem Weib, doch als sich Hinzula erheben wollte, winkte er ihr mit beiden Armen zu, dass sie bleiben möchte, und eilte dem Mönch nach.

Immer höher stieg die Sonne, und immer stiller wurde in der Hütte das Geprassel des Feuers. Mit zitternden Armen den Säugling wiegend, saß das verstörte, blasse Weib auf der Türschwelle. Eine Stunde verging, noch eine zweite. Langsam rann eine Träne um die andere über Hinzulas zuckende Lippen, während ihre bangen Augen unverwandt an der Stelle hingen, an welcher Eberwein und Schweiker verschwunden waren. Mit jedem Herzschlag wuchs ihre Angst, und als die Sonne schon in Mittagshöhe stand und Schweiker noch immer nicht wiederkehren wollte, sprang Hinzula auf, und in verzweifelter Sorge seinen Namen schreiend, stürzte sie den Bäumen zu.

Als sie die Senkung erreichte, sah sie wenige Schritte vor sich den Propst auf seinem halbvermoderten Baumstumpf sitzen, an seiner Seite ihren Mann mit hängendem Kopf und schlaffen Armen. Eberwein hatte die Hände im Schoß der Kutte liegen, und während aus der Tiefe herauf, vom Lokiwald, ein verschwommener Hall der Glocke tönte, blickten die Augen des Propstes in das ferne Tal der Ramsau. Durch die grüne Flucht der Wälder sah er einen breiten, grauen Streif aus der Höhe nieder greifen in die Täler: Das von der Seeflut verwüstete Gehäng der Windach. Seufzend erhob er sich, trat auf Hinzula zu und blickte in das rosige Gesichtchen des Kindes. "Ist es ein Knabe?"

Sie konnte nicht sprechen, sie nickte nur und zog in mütterlicher Regung das hüllende Tüchlein nieder, damit er das breite Brüstlein und die runden Ärmchen sähe. Da kehrte auch dem langen Gesellen das Leben wieder. "So sag' ihm doch," stotterte er, "sag' ihm doch, wie unser Büebli heißt!"

Scheu blickte Hinzula auf, das hätte sie kaum den Mut, ihres Kindes Namen auszusprechen. "Eberwinli!"

Mit furchtsamen Augen hing Schweiker an dem Gesicht des Propstes, um die Wirkung dieses Wortes zu erspähen. Doch Eberwein schüttelte mit leisem Lächeln den Kopf. "Der Name gefällt mir nicht! Den wist Du ändern müssen, Hinzula! Bringe mir den Knaben morgen zur Klause, damit ich ihn taufe. Er soll heißen wie jener, der für Euch gesprochen: Hiltischalk!" Hastig wandte er sich ab, um seine Bewegung zu verbergen, und stieg der Tiefe zu. Er hatte schon den Wald erreicht, als er hinter sich ein Rennen und Keuchen hörte. Mit versagendem Atem holte Schweiker ihn ein und stammelte: "Schau, Herr, schau, ich tu' Dich bitten aus Herzensgrund, sag' mir doch auch ein Wörtl, dass Du mir nimmer zürnen willst!"

Eberwein zeigte ein strenges Gesicht. "Ich kann Dir ein solches Wort nicht sagen, denn ich zürne Dir. Aber was bleibt mir übrig! Du hast ja flink dafür gesorgt, dass ich das Geschehene nicht mehr zu ändern vermag! Willst Du, dass ich vergessen soll ... vergeben darf ich nicht ... so füge Dich meiner Strafe. Ich will nicht, dass Dein übles Beispiel mir die Brüder stutzig mache und dass im Gadem die Leute sagen: Es muss ein hartes Weilen im Kloster sein, wenn die Mönche entlaufen und sich an Weiber hängen. So wirst Du einem jeden, der Dich nach Deiner Herkunft fragt, die Antwort geben: Man hat mich aus dem Kloster gejagt, weil ich im Schreck jener Unglücksstunde meiner Pflicht vergaß!" Schweiker stand, ein Bild der tiefsten Zerknirschung. "Und ich muss helfen zu dieser Ausflucht!" Eberwein seufzte. "Wenn ich Dich nicht verderben will, muss mein erstens Werk nach der Rückkehr in mein Land eine Lüge sein!"

Scheu hob Schweiker die Augen und stotterte. "Eine Lüg' ...", er strich mit der plumpen, schwieligen Hand über sein Haar, aber schau, Herr ... eine gute Lüg'!"

"So?" Mühsam unterdrückte der Propst ein Lächeln. "Du bist mit allem Trost gar flink bei der Hand, nur Dein Gewissen hat langsame Füße! Schweig! Ich will kein Wort mehr hören. Geh heim zu Deinem Weib, und damit die schlaflosen Nächte ein Ende haben, von denen Du geplagt wirst, will ich in anderer Stunde wiederkommen und will Euch segnen in aller Stille. Ein Senn muss schlafen können, sein Tag ist harte Arbeit!"

"Herr ...", schluchzte Schweiker in Tränen.

"Schweigen sollst Du, und rühre nicht an mein Kleid! Willst Du danken, so lass die Untreu, die Du an Deinem Gelübd' und an mir begangen, die erste und letzte Deines Lebens sein!" Eberwein wandte sich ab und folgte mit raschen Schritten einem Pfad, der sich in dichtem Wald verlor. Hinter ihm war lautlose Stille. Nach einer Weile aber hörte er von der Almenhöhe einen gellenden Jauchzer, der an den Wänden des Göhl ein lautes Echo weckte. Lauschend blieb Eberwein stehen. "Er zehrt von seinem Himmelsbrot!" Zwei Stunden später erreichte der Propst die Schönau. Als er sich dem Hag des Richtmanns näherte, sah er den Bruder, welcher seiner schon wartete, am Wegrand auf einem Steinblock sitzen. Eine seltsame Erregung belebte die Augen Sigenots und seine bleichen Züge.

"Warum unter freiem Himmel? Weshalb nicht unter Deiner Schwester Dach?"

"Herr! Sell drinnen ist heut kein Platz für mich. Die Leut' laufen umeinander in Freud' und Sorg': Das Rötli will Mutter werden!"

Eberwein lächelte fröhlich. "Das Leben rührt sich in meinem Land!" An Sigenots Seite ließ er sich nieder, nahm die Ledertasche vom Gürtel und reichte sie dem Bruder. Neben reichlicher Zehrung für weite Reise enthielt sie den Brief, welchen Eberwein in der Nacht geschrieben. "Es ist ernste Pflicht, die ich Dir auferlege mit diesem Botengang, und ich habe Dich gewählt für diesen Weg, da ich bauen kann auf Deine Treu!"

"Sag', Herr, wohin die Botschaft?"

"In die Hand des Kaisers, dessen Schutz ich angerufen für mein Kloster und Land!"

Sigenot erschrak, dass ihm die Worte versagten. Schweigend hörte er alle die Ratschläge, welche ihm der Propst für die Reise gab.

"Aber Herr," stammelte er endlich, "wie soll ich Eingang finden in des Kaisers Haus? Ich? Ein schlichter Mann!"

"Fühle Dich, Sigenot! Du trägst das Kleid der Kirche, und jedes Herrn Türe steht offen vor Deinem Fuß." Eberwein bemerkte die matte Röte, welche die bleichen Züge des Bruders färbte. "Und ich sende gerade Dich, damit der Kaiser sehen mag, dass mein Kloster nicht nur Mönche hat, auch Männer, deren Treue von Wert ist!"

Sigenot erhob sich. Fester umschloss er den Stab, und langsam streckte sich seine gebrochene Gestalt, als wäre ein Funke der alten Kraft in ihr erwacht. "So lass mich ziehen in der jetzigen Stund'!"

"Ja, Sigenot!" Eberwein fasste die Hand des Bruders und hielt sie mit langem Druck in der seinen, während sie Aug' in Auge standen, zu schweigendem Abschied.

Aus dem offenen Hagtor kam Ruedlieb hervor gelaufen, mit brennrotem Gesicht und nassen Augen. Lachend eilte er auf die beiden Mönche zu und vergaß ins einer Freude den Propst zu grüßen. "Habt ihr die Hulfrau nicht gesehen? Grad ist sie in meinem Haus gewesen, den ganzen Buckel voll Kinder!"

"Ein Bub, Liebli?", stammelte Sigenot.

"Wohl wohl, ein Bub! Und ein Dirnlein auch dazu!", prahlte der junge Bauer mit strahlendem Gesicht. "Und das wird wohl gut sein! Der Gadem braucht wieder Leut'! Aber komm nur, komm, die Schwester verlangt nach Dir ... ihr erstes Wort ist gewesen: Gelt, Liebli, Sigenot heißt mein Bub und Recka mein Dirnlein?" Er rannte dem Hagtor zu, und mit eiligen Schritten folgte ihm Sigenot.

Lächelnd blickte Eberwein dem Bruder nach. "Nimm diese Freude als Zehrung auf Deinen Weg und wandere! Du wirst mir wiederkehren ... im Herzen wohl die unheilbare Wunde, denn Deine Treue hat eisernen Halt, aber stark und genesen an Geist und Körper! Es soll aus Dir noch ein Priester werden, an dem die Liebe Gottes ihre Freude hat!" Tief atmend drückte er die Hände auf seine Brust, als wäre ihm die letzte Sorge vom Herzen gefallen. Mit hellen Augen blickte er rings umher - aber da glitt schon wieder ein Schatten über sein Antlitz. In der Ferne, über den grauen Trümmerhügeln und dem zerstörten Bergwald, sah er den Falkenstein mit seinen verödeten Mauern. In den langen Arbeitswochen, die jenem Unglückstag gefolgt waren, hatte er alle Stätten der Verwüstung besucht - nur diese eine hatte er gemieden. Jetzt zog es ihn zu ihr.

Als er emporstieg zwischen den wirr liegenden Trümmern und gebrochenen Bäumen, führte ihn kein Pfad. Der Reitweg war verschüttet und kein neuer Pfad gebahnt, denn die verrufene Stätte war gemieden von allen Leuten. Ein beklemmendes Gefühl erfasste ihn beim Anblick des offenen Tores. Die Fallbrücke überspannte den Graben, doch ihre Bohlen waren schon brüchig und von gelblichen Schwämmen bedeckt. Im weiten öden Hof waren nur an der Ringmauer noch spärliche Reste der Ställe zu erkennen, während er steinerne Unterstock des Hauses unter einem wüsten Haufen von Asche und verkohlten Balkenstücken begraben lag. Überall wucherte ein großblätteriges Unkraut mit langstieligen Blüten, und an der Mauer rankte sich schon der die Steine durchbrechende Efeu empor. Einzelne Bäume des Hofes standen noch, die Stämme behangen mit den gelblichen Wildschädeln und morschen Geweihen; doch die Äste waren kahl, nur wenige Büschel dürren Laubes trugen sie noch - die Hitze des Feuers hatte ihr Leben getötet. Aber an manchen Stellen des grauen Bodens, wo das Unkraut spärlicher stand, erblickte Eberwein kleine lichtgrüne Blättchen: die jungen Sprösslinge des Buchensamens, den die Herbststürme ausgestreut. Hundert Jahre - und auf der Stätte, welche Wazemanns Haus getragen, grünte ein hochstämmiger Wald mit dichten Kronen!

Erfüllt von wirbelnden Gedanken und wechselnden Empfindungen schritt Eberwein mit zögerndem Fuß um die Ränder des Aschenhügels, der das Haus gewesen. Unter seinen Tritten stäubte der Schutt, und als er zu der Stelle kam, an welcher sich unter der grauen Decke noch die Stufen der Freitreppe erraten ließen, schürfte sein Fuß aus der Asche einen kleinen, gebogenen Gegenstand hervor. War es der Beingriff eines Schildes oder der Henkel eines hölzernen Kruges? Eberwein bückte sich, streckte die Hand - und erschrak, dass ihm alle Farbe aus dem Antlitz wich. Auf das Rätsel starrend, das er aus dem Staub gehoben, griff er mit der andern Hand an seine Brust und tastete zitternd, ob die ihm heilige Reliquie seiner Kindheit noch an dem Schnürlein hinge, ob er sie nicht verloren hätte, jetzt, bei diesem letzten Schritt. Und als er sie fühlte, riss und zerrte er, bis das Bein sich löste. Nun hielt er das eine Stück in der rechten, das andere in der linken Hand, und seine verstörten Blicke glitten ratlos hin und her. Die beiden Stücke glichen sich wie die Hälften eines entzwei gesprungenen Reifes - und dennoch nicht! Die eine Hälfte, die er an der Brust getragen, war festes Bein, nur braun vor Alter, mit Runenzeichen auf der Innenseite - die andere war morsch und grau, zernagt vom Moder, dass auf der Innenseite kaum die Spur eines Zeichens sich erkennen ließ. Mit bebenden Händen fügte er Stück an Stück. Sie passten zueinander wie die Teile eines Ganzen - und dennoch nicht! Die eine Hälfte zeigte am festen Bein den scharf gesplitterten Bruch - die andere war an den Stellen des Bruches rund gefressen von der Fäulnis. Schwer atmend schüttelte Eberwein den Kopf und wollte schon das graue Rätsel zurück in die Asche werfen. Doch wieder hingen seine Blicke an dem morschen Bein, wieder fügte er die beiden Stücke aneinander! Waren sie die Hälften eines Ganzen - wie wurden sie getrennt? Wie kam die eine auf die Romstraße im Garmischgau, die ander ein hundertstündiger Ferne hierher unter die Asche von Wazemanns Haus? Und als sie noch ein Ganzes waren, wem gehörte der beinerne Reif? Wer trug ihn am warmen, lebenden Arm?

Ein heißer Schauer rann dem Fragenden durch Herz und Glieder. Sein Atem flog, und in jagenden Schlägen pochte sein Blut. Er deckte mit dem Arm die Augen und taumelte rückwärts, als wollte er den in das Dunkel dieses Rätsels spähenden Blick ersticken und allem entrinnen, was seine Seele bestürzte. "Soll der alte Kampf in mir von neuem beginnen, die alte Qual, die alte ziellose Sehnsucht, nur weil ein unbegreiflicher Zufall meine Sinne schreckt?" Er ließ den Arm wieder sinken und blickte hinaus über das weite Tal. "Bin ich in diesem Augenblick denn besser als jene, welche 'Wunder! Wunder!', schreien, wenn ein Bär den Honig leckt, der Sturm die Menschen von der Erde hebt und ein Stein seine unberechenbaren Sprünge macht?" er lächelte, und eine Blutwelle stieg ihm warm aus dem Herzen, als er im leuchtenden Schein des Abends auf allen Pfaden der Schönau, gleich winzigen Figürchen, die Menschen eilen sah, die es nach vollbrachtem Tagewerk zur Klause trieb, zu ihrem "guten Herrn". "Ich sehe sie ... und suche noch nach Haus und Heimat, nach meinen Brüdern und Schwestern? Hab' ich sie denn nicht längst gefunden, Hunderte an der Zahl? Hängt nicht an ihnen meine ganze Liebe und ihre Liebe an mir? Und ich stehe noch..."

Er eilte der Mauer zu, und aus beiden Händen schleuderte er die Hälften des Ringes hinunter in die Tiefe. Er sah sie fallen, immer schneller und schneller, jetzt erreichten sie den blanken Spiegel des Wassers, zwei weiße Garben sprühten auf, zwei trübe Wellenkreise schwammen ineinander zu einem einzigen sacht zerfließenden Ring - und wieder glatt und schimmernd lag der See mit seinen grünen Fluten.

<

© 1999-2007 Copyright by Jürgen Kühnle
Über Anregungen und Kommentare zu diesen Seiten würde ich mich freuen juergen@kuehnle-online.de.