Ludwig Ganghofer

www.wissen-im-Netz.info

Ludwig Ganghofer - Der Klosterjäger

Homepage
   Literatur
      Ludwig Ganghofer
         Der Klosterjäger
            Kapitel 1
            Kapitel 2
            Kapitel 3
            Kapitel 4
            Kapitel 5
            Kapitel 6
            Kapitel 7
            Kapitel 8
            Kapitel 9
            Kapitel 10
            Kapitel 11
            Kapitel 12
            Kapitel 13
            Kapitel 14
            Kapitel 15
            Kapitel 16
            Kapitel 17
            Kapitel 18
            Kapitel 19
            Kapitel 20
            Kapitel 21
            Kapitel 22
            Kapitel 23
            Kapitel 24
            Kapitel 25
            Kapitel 26
            Kapitel 27
            Kapitel 28
            Kapitel 29
            Kapitel 30

Kapitel 8

Seit zwei Tagen hauste Haimo wieder einsam in der Röt. Spät abends hatte er am 'grünen Donnerstag' die Jagdhütte erreicht. Walti, den er in der Nähe der Kreuzhöhe getroffen, hatte den Jäger in der Dämmerung für einen Raubschützen angesehen und nicht übel Lust gezeigt, die Armbrust auf ihn abzuschießen. Dann gab es freilich ein lachendes Erkennen. Während des ganzen Heimwegs hatte der Bub zu erzählen; für ihn war jeder Schritt ein Abenteuer gewesen.

Als sie zur Hütte kamen, fanden sie den Frater Severin schnarchend auf dem Heubett. Sie weckten ihn, und da meinte der Frater, es ginge zur Mette.

"Ui jei!", sagte er lachend, als er sich die Augen gerieben hatte. Aber aus dem Lachen geriet er gleich wieder in flammende Entrüstung. Haimo, so meinte er, hätte wohl auf den guten Einfall kommen können, einen Krug voll 'Güte Gottes' oder eine Flasche mit 'des Himmels höchster Gnade' aus dem Kloster heraufzubringen. Haimo sah ein, dass seine Sünde groß war, zwar nicht vor Gott, aber wohl vor einem seiner 'Knechte'. Nun musste sich der arme Frater Severin nach dem fetten Sterz, den es zum Nachtmahl gab, mit einem Trunk Wasser schlafen legen. Brrr! Er liebte das Wasser nicht einmal in den Schuhen, viel weniger im Magen.

Das 'himmelschreiende Unglück' schien ihm aber den Schlaf nicht zu verkümmern. Er schnarchte gewaltiger als je.

Haimo und Walti hatten wieder auf dem Herd ihr Nachtquartier aufgeschlagen, die glimmenden Kohlen zwischen ihnen. Draußen das dumpfe Rauschen des Föhns.

"Walti?", fragte Haimo nach langem Schweigen mit leiser Stimme. "Schlafst du schon?"

Der Bub richtete sich auf.

"Walti, ich möchte dir was schenken, eh du fort gehst. Was willst du haben?"

"Die Feder von deiner Kappe!", platzte der Bub heraus.

"Sollst sie haben, nimm sie dir nur morgen früh! Musst mir aber auch einen Gefallen tun."

"Was?"

"Weißt du, wo die Gittli haust?"

"Die Müllerdirn?"

"Nein, die Schwester des Sudmanns."

"Ach die! Ja. Warum?"

"Dann geh zu ihr, morgen, und frag sie, warum sie geweint hat in der Vogtstub?"

"Was soll ich fragen?", wiederholte Walti, dem die Sache etwas dunkel vorkam.

"Du sollst sie fragen, warum sie geweint hat, heut, wie sie bei Herrn Schluttemann in der Stub war. Sag ihr, dass ich es wissen will. Und wenn ich zum Ostertanz hinunter komm, dann sag es mir wieder! Verstehtst du?"

"Wohl!", nickte Walti. "Aber ich kann mir schon denken, warum sie geweint hat. Der Vogt wird halt giftig gewesen sein und hat sie bei den Ohrwascheln genommen. Das tut er gern, das weiß ich." Gähnend streckte er das kluge Haupt auf die zum Kissen geballte Lodendecke. Nach kurzer Weile richtete er sich wieder auf.

"Haimo!"

"Ja?"

"Jetzt weiß ich, was für eine Gittli die richtige ist!"

"So?", lächelte Haimo.

"Wohl!" Und kichernd streckte sich der Bub wieder aufs Ohr.

Bald darauf schliefen sie alle beide.

Am anderen Morgen, eh' der Tag noch graute, verließ Haimo die Hütte, um seinen Hegergang anzutreten. Er hätte seinen Gästen gern ein Wort zum Abschied gesagt; aber die beiden schnarchten doppelstimmig so rührend zusammen, dass ihr gesunder Schlaf einen Stein hätte erbarmen mögen. Haimo nahm die Adlerfeder von seiner Kappe und steckte sie auf Waltis Filzhut. Dann ging er.

Als er mit dem Abend in die Hütte zurückkehrte, waren die Klostervögel lange schon ausgeflogen. Haimo schürte nicht einmal Feuer; so müde war er. Er spürte die beiden auf den Herdsteinen verbrachten Nächte in allen Knochen; und er hatte sich heute geplagt wie nie. Keinen der Hut bedürftigen Platz in seinem weiten Revier hatte er unbesucht gelassen, jeden Steig und jeden Schneefleck hatte er abgespürt. Er wollte nicht ein zweites Mal so dastehen wie gestern in der Vogtstube. Herr Schluttemann war so liebevoll mit ihm umgesprungen, wie die Katze mit der Maus; nur das Verschlucken hatte noch gefehlt. Aber auch Herr Heinrich hatte zu den beiden vermissten Steinböcken eine strenge Miene gemacht; doch er war nicht ungerecht gewesen und hatte auf Haimos Rechtfertigung gehört, trotz Herrn Schluttemann, der die Tischplatte gehörig donnern ließ. Schließlich war Haimo vom Propst sogar mit freundlicher Rede entlassen worden. "Und wenn es dir Freude macht," sagte Herr Heinrich, "so magst du am Feiertag nach der Frühpirsch herunterkommen zum Ostertanz!"

Diese Güte wollte Haimo mit doppeltem Fleiß vergelten. Wenn es das Glück nur wollte, dass ihm einer der Raubschützen bald in den Weg geriete. Er ballte die Fäuste bei diesem Gedanken. Aber mitten in seinem flammenden Zorn hinein hörte er die Geigen und Pfeifen klingen.

Ob Gittli wohl zum Tanz käme? Nun, eine Dirn, die nicht kommt, die kann man holen. An diesen Gedanken spann Haimo hundert andere, bis sein Denken und Sinnen unmerklich hinüber floss in Schlaf und Traum.

Nach dieser Nacht kam ein mühsamer Tag. Der Föhn tobte, als möchte er das ganze Haus der Berge in Trümmer werfen. Er wehte schwül, wie der Sturm vor einem Gewitter. Der Schnee auf den steilen Halden schwand vor seinem Hauch, dass man es mit den Augen sehen konnte, wie er weniger und weniger wurde. Über allen Felswänden wurde die weiße, starre Decke des Winters lebendig, und während die Lawinen rollten, führte der Föhn den fallenden Schnee in lichten Wolken durch die Lüfte.

Haimo musste sich vorwärts kämpfen Schritt um Schritt. Gegen Abend, auf dem Heimweg, kam er am Kreuz vorüber. Leer starrten die Fußnägel aus dem Holz. Wo waren Gittlis Schneerosen hingekommen? Der Föhn hatte sie wohl entführt? Haimo spähte auf der Erde umher; in einer Steinschrunde sah er eine der Blüten liegen, zerzaust und welk. Er hob sie auf und wollte sie auf seine Kappe stecken. Nein. Die Blume gehörte einem anderen. Lächelnd schob er sie am Kreuzbalken zwischen die beiden Nägel; kaum ließ er die Hand davon, da trug sie der Föhn schon hinweg.

Vor Einbruch der Nacht erreichte Haimo die Hütte. Heute blieb ihm keine Zeit zum Sinnen und Träumen. Die Augen drohten ihm schon zuzufallen, während er am flackernden Feuer seinen Imbiss bereitete.

Kaum lag er auf dem Heubett, da schlief er schon. Rings um die Hütte tobte der Frühlingssturm und sang dem müden Jäger ein brausendes Schlummerlied.

Als Haimo erwachte, war noch finstere Nacht. Er lauschte verwundert. Tiefe Stille um die Hütte. Kopfschüttelnd trat er ins Freie; der Föhnwind hatte sich völlig gelegt, und nur noch leise rauschte der Bergwald. Blasse, dünne Nebelschleier flogen über den Himmel, an dem in zahlloser Schar die Sterne funkelten. Der frische, klare Morgen versprach einen schönen Tag.

"Es wird Osterwetter!", sagte Haimo. Dann blickte er nach dem Stand der Sterne und meinte, dass die dritte Morgenstunde wohl schon vorüber wäre. Da war er just zur richtigen Zeit erwacht, um den Auerhahn zu suchen, den Herr Heinrich nach den Ostertagen erlegen wollte.

Haimo sperrte die Hütte und wanderte in die Nacht hinaus. Nun plötzlich blieb er lauschend stehen. Töne waren an sein Ohr gedrungen, wie Hammerschläge auf klingendes Eisen. Nun wieder die gleichen Töne. Und noch ein drittes Mal. Kopfschüttelnd lauschte er; er wusste sich diese Töne nicht zu deuten, aber sie machten ihm keine Sorge; denn wer im Bergwald auf bösen Wegen schleicht, der tut es in aller Stille. Da war wohl einer der Almbauern, den die Arbeit am Tage festhielt, während der Nacht zu Berge gestiegen, um mit dem frühen Morgen nachzuschauen, wie seine Sennhütte überwintert hätte? Und an der Hüttentür hatte er wohl mit seinem Hammer die eisernen Klammern losgeschlagen. Es war dem Lauschenden freilich gewesen, als klängen diese Töne nicht von den Almen her, sondern von einer höher gelegenen Stelle. Aber Haimo wusste aus Erfahrung, wie sehr ein Hall in der Nacht zu täuschen vermag.

Eine Weile noch lauschte er; alles blieb still. Nun schritt er weiter, quer durch das Felstal; auf dem kürzesten Wege stieg er zum Kreuzwald empor. Es hämmerte, als er sein Ziel erreichte. Lautlos nach allen Seiten horchend, schlich er von Baum zu Baum. Über den östlichen Bergen, jenseits der Schneefelder des Steinernen Meeres, zeigte sich noch kaum ein fahler Schimmer des nahenden Tages, da hörte Haimo schon das leise Klippen des falzenden Hahnes. Achtsam sprang er ihn an, und endlich sah er auf einem dürren Aste den stolzen Vogel sitzen, der sich in tiefer Schwärze scharf abhob vom erblassenden Himmel. Eine Weile schaute Haimo dem verliebten Sänger zu, der auf seinem Ast sich blähte und drehte, mit gefächertem 'Stoß' und zitternden Schwingen gaukelte; dann, als es so licht wurde, dass Haimo über den Augen des Vogels schon die glühende 'Rose' zu erkennen vermochte, schlich er leise zurück, um den Hahn nicht zu vergrämen. Und je weiter es bergabwärts ging durch den schütternen Wald, desto rascher wurde sein Schritt, desto fröhlicher sein Blick. Nun ging es hinunter ins Tal zum fröhlichen Fest, zum Ostertanz: Arm in Arm und Wange an Wange mit Gittli!

Ob er wohl mit jener andern auch einen Reigen tanzen würde? Wie hieß sie nur? Richtig: Zenza! Nun, vielleicht - wenn Gittli müde war und nichts dawider hatte. Müde? Die Gittli?

Er musste lachen. Aber plötzlich lauschte er. Aus dem Felstal hatte er einen Laut gehört, wie das Kollern eines gelösten Steines. Ging jemand dort unten? Aber nein. Äsendes Fahlwild oder eine ziehende Gämse hatte wohl den Stein gelöst. Fort mit der Sorge! Heute durfte er Wild und Bergwald beruhigt verlassen, denn so Gott verloren war kein Mensch in allen Tälern rings umher, um Raub zu treiben am heiligsten Tage des Jahres.

Der Morgen erwachte; ein roter Schimmer fiel über den Wald, und die Kuppen der Berge leuchteten in der steigenden Sonne wie glühendes Erz. Als Haimo den Saum des Kreuzwaldes erreichte, ließ er sich zu kurzer Rast auf einen Felsblock nieder und staunte mit seinem lachenden Augen in den schimmernden Glanz der schönen Frühe.

Von seinen Lippen wollte sich ein Jauchzer lösen, aber gewaltsam hielt er den jubelnden Aufschrei zurück; denn im Steintal zu seinen Füßen, auf etwa dreihundert Gänge, sah er auf schneefreiem Hang einen Steinbock weiden. Er wollte das Tier, dem die Äsung not tat, nicht verscheuchen. Ohne Bewegung saß er und sah dem Wilde zu, wie es langsam über die Halde hinweg zog und seine kärgliche Nahrung suchte. Nun plötzlich hob der Steinbock das Haupt mit dem mächtigen Gehörn - er schien Gefahr zu wittern - in scheuer Eile suchte er den Schutz der nahen Felswand, doch ehe die Wand noch erreicht war, tat er mit schlagenden Läufen einen Satz in die Luft, stürzte nieder, raffte sich wieder auf und verschwand in einer Mulde.

Haimo fuhr erblassend auf. Das ging nicht zu mit rechten Dingen! Ein Ruck, und er hielt die Armbrust in Händen - ein lautloser Sprung, und er stand geborgen in dem dichten Gestrüpp der Zwergföhren, die den Grat der Kreuzhöhe bedeckten. Geschmeidig wie eine Schlange glitt er durch das wirre Gezweig, und als er den Ausblick in die Mulde gewann, schlug ihm das Herz und zitterten ihm die Hände in Zorn und brennender Erregung.

Er sah, wie ein Mensch in Bauerntracht, mit schwarz berußtem Gesichte, den verendeten Steinbock nach einem nahen Dickicht schleifte.

"Hab ich dich endlich, du Dieb!", zischte es durch die Zähne des Jägers. Alles Zittern wich von ihm, und als er die Sehen der Armbrust spannte und den Bolzen in die Schiene legte, waren seine Hände wie Stahl und Eisen. Er hob die Wehr an seine Wange, aber durch die dichten Zweige hatte er keinen sicheren Schuss. Lautlos erhob er sich, um hinaus zu schleichen an den Rand der Büsche; dort draußen stand das Kreuz; hinter dem breiten Holze konnte er sich decken und hatte freien Schuss.

Jetzt wand er sich hervor aus den letzten Zweigen, jetzt hob er die Waffe - und da rann es ihm durchs Herz wie kalter Schauer. Am Kreuzbalken hing das lebensgroße Bild des Erlösers.

Gewaltsam wollte Haimo den Blick wenden, aber er brachte ihn nicht los von dem heiligen Bilde. Mit ernsten, kummervollen Augen sah es auf ihn nieder, es schien zu leben in seinen frischen Farben, das rote Blut schien eben jetzt geflossen. Dem Jäger war es, als begännen die großen, blauen Augen sonnengleich zu leuchten, als öffne sich der schmerzenbittere Mund und spräche mit sanften Worten: "Haimo! Willst du morden an meinem Ostertag, der allen Menschen sein soll wie ein Tag des Glücks und der Versöhnung? Tu's nicht, Haimo, tu's nicht!"

In Haimos Händen neigte sich die Armbrust, und der Bolzen fiel aus der Schiene. Der Jäger hob ihn auf mit bebender Hand und küsste die Füße des Gekreuzigten.

Dann stieg er lautlos den Hang hinunter. Der Raubschütz, der im dichten Gebüsch an dem erlegten Wild hantierte, hörte ihn nicht kommen; auf der Erde sah Haimo die Armbrust des Räubers liegen; er fasste sie und schleuderte die Waffe mit mächtigen Schwung hinaus in das Steingeröll; da fuhr der Raubschütz in die Höhe, und als er den Jäger sah, befiel ihn ein Wanken, und er griff mit beiden Händen in die Luft.

"Wer bist du?", fragte Haimo mit harter Stimme.

Der andere stand wortlos und starrte vor sich nieder.

Haimo versuchte ihn zu erkennen, aber vergebens. Der Jäger war fremd im Tal und hatte hier nur wenige Menschen erst gesehen; auch trug der Räuber den Bart und die Haare mit Asche bestäubt, und das Gesicht war mit Ruß so dick bestrichen, dass Haimos forschender Blick kaum einen Zug erfassen konnte.

"Komm!", sagte er und deutete mit dem Arm die Richtung an.

Der Gefangene voran, und Haimo mit gespannter Armbrust hinter ihm, so schritten sie über den Hang empor; mit blitzenden Augen folgte Haimo jeder Bewegung des Raubschützen. Auf halber Höhe verhielt der Gefangene den Schritt; in seinem finsteren Auge glühte die Verzweiflung.

"Jäger! Es war das erste Mal. Und ich tat es aus Not."

"Geh!"

"Jäger! Ich hab Weib und Kind. Sie gehen zugrund."

"Durch deine Schuld."

Ein dumpfer Seufzer erschütterte die Brust des Mannes; der Kopf sank ihm, und mit schweren Schritten stieg er weiter. Nun erreichten sie die Kreuzhöhe. Wieder wandte sich der Gefangene, unheimliche Glut in den Augen. "Was geschieht mit mir?"

"Was jedem andern geschieht, wenn er tut, was du getan."

"Jäger! Erbarm dich meines Weibes und meiner Kinder! Lass mich laufen!"

"Und wenn ich auch wollt - ich darf nit!", sagte Haimo mit schwankender Stimme. "Ich steh in Pflicht und Eid. Ich hab geschworen."

"So lass mich ein Vaterunser beten! Für Weib und Kind."

"Bete!", sagte Haimo.

Der Raubschütz kniete vor dem Kreuz auf die Erde nieder, faltete die Hände und begann zu murmeln. Haimo wollte den Kopf entblößen, um den heiligen Bild zu danken, das ihn vor Blut bewahrt und alles nach Recht gewendet hatte. Doch als er den Arm erhob, fuhr der andere blitzschnell in die Höhe, riss das Weidmesser von Haimos Gürtel, und ehe der Jäger sich zu decken vermochte, stieß ihm der Wildschütz die blitzende Klinge in die Schulter.

Aus Haimos Händen fiel die Armbrust, seine Knie brachen, stöhnend sank er auf das moosige Gestein, das sich färbte von seinem Blut - mit letzter Kraft noch richtete er sich halb wieder auf, mit brennendem Blick suchten seine Augen das starre Bild am Kreuze, dann fiel er zurück, und seine Sinne erloschen.

Über allen Höhen leuchtete die Sonne, mit lindem Hauche strich, nach allem Streit und Kampfe des wilden Föhns, der laue Frühlingswind befruchtend um die Halden, und während auf dem steinernen Hang die überstürzten Tritte des fliehenden Mörders verhallten, schwoll es sanft und leise durch die Luft einher, weit her aus dem fernen, tiefen Tal - der Klang der Osterglocken. Ihre Seelen waren heimgekehrt aus Rom, und durch das weite Land, von Turm zu Turm, erhoben sie ihre hallenden Stimmen, die Macht und Glorie des Gottes preisend, der vom Grab erstanden.

<   >

© 1999-2007 Copyright by Jürgen Kühnle
Über Anregungen und Kommentare zu diesen Seiten würde ich mich freuen juergen@kuehnle-online.de.