Ludwig Ganghofer

www.wissen-im-Netz.info

Ludwig Ganghofer - Hubertusland

Homepage
   Literatur
      Ludwig Ganghofer
         Hubertusland

            Jägerfrühling
            Frühlingsarbeit
            Auerhahnfalz
            Der kleine Hahn
            Bock geschossen
            Schuss in der Nacht
            Volk und großer Herr
            Adlerjagd
            Der Falkenfang
            Hüttenleben
            Feisthirsch
            Der neue Leonhardt
            Der Graben-Teufel
            Hirschbrunst
            Der treue Geselle
            Der Biberfranzl
            Blätter färben
            Seltene Gäste
            Der Has im Kessel
           
Der weiße Leithund

Der Has im Kessel

   Es ist ein anderer Kessel, als jener, an den eine Leserin diesem Titel gegenüber etwa denken mag – nicht der Kessel, in dem das Wasser brodelt über dem knisternden Herdfeuer, sondern jener ‚Kessel’, in dem die Sprösslinge derer von Lampe in des Wortes grausamster Bedeutung für die Bratpfanne ‚geliefert’ werden, der Feldbezirk, in dem sie jeweilig der Weidmannsfreude, der Schießlust und dem menschlichen Nützlichkeitssinn nach Hunderten zum Opfer fallen. Zwanzig bis dreißig Jäger mit der doppelten Anzahl von Treibern spannen um einen Komplex offener Felder einen weiten Kreis, der im Durchmesser oft eine halbe Stunde und darüber misst. Hat sich die rund gezogene Kette geschlossen, dann rücken Jäger und Treiber langsam gegen den Mittelpunkt. Immer enger schrumpft der Kreis zusammen, mehr und mehr verringern sich die Abstände zwischen den einzelnen Schützen, nach allen Richtungen brechen die aufgescheuchten Hasen aus, und die Mehrzahl von ihnen hat die todbringende Erfahrung zu machen, dass die ledig gewordene Feuerkraft des Pulvers die Schrote flinker trägt, als den Hasen seine hurtigen Läufe. Für manches Brüderlein Lampe jedoch, wie für die Erhaltung des lang gelöffelten Geschlechtes ist es gut, dass sich die Jäger in zwei Klassen teilen, in gute und schlechte Schützen. Der Geschmack und die Weisheit der Hasen lässt nur die letzteren als ‚Menschen’ gelten – die ersteren halten sie für Füchse, die sich vom echten, waldgeborenen Reineke nur dadurch unterscheiden, dass sie sich den Pelz beim Kürschner kaufen, statt ihn auf der eigenen Haut wachsen zu lassen.

   Die von den Jägern umgangene Fläche wird der ‚Kessel’ oder ‚Kreis’ genannt, und so heißt auch diese Art, auf Hasen zu jagen, ‚Kesseltreiben’ oder ‚Kreisjagd’. Dezember und Jänner, wenn auf den kahlen Äckern die Schollen gefroren liegen oder der trockene Schnee seine Wirbel treibt vor dem blasenden Wind, diese beiden Monate sind Lampes bittere Leidenszeit, die hohe Saison der Kreisjagden. Und will ich von den Hasen absehen, die bei der Sache eine recht ‚passive’ Rolle spielen, so muss ich aus eigener Erfahrung bekennen, dass es lustig mitzumachen ist, solch ein Kesseltreiben an schönem Wintertag, wenn der Himmel in blassem Blau sich über die weißen Felder spannt, wenn jeder bereifte Busch und Baum sich ansieht wie aus Zucker gesponnen, wenn der goldene Schein der machtlosen Sonne widerfunkelt aus abertausend Kristallen, wenn der Schnee unter jedem Tritt knirscht, der schneidende Wind eine glühende Röte über Backen und Ohren brennt und des Jägers Bart von seines Mundes gefrierendem Hauch zu Eis erstarrt.

   Schon in früher Morgenstunde, kaum es Tag geworden, sammeln sich an der zum Rendezvous bestimmten Stelle der Treiber, in Aufzügen und Vermummungen, deren merkwürdiger Zusammensetzung keine Schilderungsgabe gerecht würde. Meist sind es Bauern und halbwüchsige Burschen aus den Dörfern, in deren Gemeindebezirk das Jagdterrain gelegen ist. Doch mischt sich unter sie aus der nahen Stadt auch manch ein fragwürdiger Gesell, dem das Schneeschaufeln zu langweilig wurde, und der sich neben dem Vergnügen, eine Hasenjagd mitzumachen, mit wenig Mühe und einigem Zähneklappern gern ein paar Mark verdient, um sie des Abends in Schnapswärme umzusetzen. In Gruppen stehen die Treiber umher, einige schüren wohl auch aus zusammen gestohlenem Reisig im Straßengraben ein kleines Feuer, wärmen sich an der rauchenden Flamme die Hände und führen dabei eine saftige Unterhaltung.

   Das Jagdpersonal erscheint, und der schnauzbärtige Oberjäger schwingt sich sofort durch einige gesunde Flüche zum Herrn der Situation empor. Nun rollt auch schon der erste Faiker aus der Stadt heran, ein Rudel Treiber stürzt ihm entgegen, reißt die Coupétür auf und hilft einem mächtigen Pelzklumpen an die Luft, aus dem sich mit einiger Anstrengung der erste Jagdgast hervorschält. So rasselt Wagen um Wagen heran, und blad ist die Jagdgesellschaft vollzählig, die sich zusammensetzt aus echten, strammen Jägern in praktischer Kleidung, aus behäbigen Rentiers, welche die Jagd mehr als gesunde Bewegung denn als Vergnügen betrachten und nur mit den Augen und der roten Nasenspitze aus ihren warmen Hüllen gucken, und aus den richtigen, unvermeidlichen Sonntagsjägern mit Gamsbart geschmücktem Hütchen, braunem Samtkostüm, vielknöpfigen Gamaschen und nagelneuer Jagdtasche. Wer solch einen samtenen Herrn im ‚Kreis’ zum Nachbar erhält, muss Musik vertragen können, wenigstens das Singen und Pfeifen der Schrote, die ihm bald um Ohren und Beine fliegen. Nur ein kotzengrobes „Himmelkreuzdonnerwetter!“ kann diese Musik für eine Weile beschwören.

   Gleich an der Straße liegt der erste Kessel, der auch sofort umgangen wird. Gleichzeitig nach den zwei entgegen gesetzten Richtungen zeiht sich die Kette auseinander, immer ein Schütze, dann zwei Treiber, wieder ein Schütze usw. Mit „Weidmannsheil!“ trennt man sich vom Trupp, und da mag es wohl geschehen, dass man von dem einen oder anderen Jäger, während er die Patronen in die Flinte schiebt, die lachenden Worte zu hören bekommt: „Möchte nur wissen, wie es jetzt den Hasen im Kessel zumut ist?“ …

   Wie es ihnen zu Mut ist, den Hasen im Kessel?

   Nehmen wir im Geist einen Tropfen des Wundertrankes auf die Zunge, den der Zauberer Merlin erfunden und der das Menschenohr für die Sprache der Tiere erschließt. Nun vorwärts und quer hineingewandert in den Kessel!

   Schnee, bald dünn gestreut, bald zu dicken Streifen angeweht, liegt über den holperigen Furchen. Zu Hunderten kreuzen sich die Hasenfährten. Da und dort am Rand des Kessels ist auch schon ein Lampe vor den Jägern lebendig geworden, steuert in Eile dem tieferen Feld zu, macht ein Männchen – oder einen ‚Kegel’, wie die Jäger sagen – bockelt eine Weile noch gemütlich umher und duckt sich wieder zum Schlaf mit offenen Augen. Noch kennen diese ersten Flüchtlinge keine Sorge. Sie sind es vom Sommer und Herbst gewöhnt, durch den seine Felder begehenden Bauern aus dem Lager gescheucht zu werden.

   Hier liegt ein Häslein träumend in tiefer Furche, zur Kugel gerollt, nur manchmal zwinkert es mit den ‚Lichtern’ und rührt ganz leise die weißen Borsten seines Bartes; dort kauert ein Pärchen, warm aneinander geschmiegt; hier lugen zwei schwärzliche Löffelspitzen aus dem Schnee; das kluge Bürschlein, das zu ihnen gehört, hat sich einschneien und verwehen lassen, und spürt nun in seinem weißen Häuschen weder Wind, noch Kälte; dort, auf dem Grenzrain zwischen zwei Feldern, steht ein einsamer Dornbusch, vor dem sich zwei ‚Heurige’ lustig umhertummeln, mit so possierlichen Sprüngen, als wären sie die dekretierten Spaßmacher des Hasenkönigs. Mitten im Busch liegt die alte Häsin mit mütterlicher Würde im aufgescharrten, welken Laub und schaut mit verschlafenen Augen dem Spiel ihrer Kinder zu. Neben ihr rumort der wollige Herr Gemahl in der Streu umher und macht vergebliche Anstrengungen, sich warm und weich zu betten. Die Gattin wirft ihm missbilligende Blicke zu und schnauzt ihn schließlich an: „Was hast Du nur immer! Nicht einen Schnaufer lang kannst Du Dich ruhig halten!“

   „Jawohl! Ruhig halten! Bei diesem Wetter!“, brummt Herr von Löffler. „Äh! Ist das eine Kälte! Und ein Wind, der einem durch alle Knochen fährt!“

   „Du Wehleider, du alter!“

   „Wehleider? So? Ich möchte nur Dir einmal das Zipperlein wünschen, wie es mich plagt in allen Läufen! Dieses Reißen, Zwicken, Beißen … oh!“ Und mit schmerzlicher Miene zieht Herr von Löffler den linken Hinterlauf in die Höhe.

   Seine Gattin hat nur ein schadenfrohes Schmunzeln für diese Klage. „Ja, siehst Du, so hat es kommen müssen! Das ist gerechte Strafe, Du alter Sünder, Du verliebter! Denk nur daran, wie Du es im letzten Frühjahr getrieben hast. Wo nur eine junge Häsin zuhause war, hat man Dich bockeln und scherwenzeln gesehen, das ganze Revier hast Du abgegrast, statt dass Du vernünftig und zufriedne bei mir geblieben wärst. Ja! Und jetzt wird gegreint, weil Dich das verdiente Zipperlein beißt. Und ich, natürlich, ich soll jetzt die gutmütige Frau spielen, soll Dich schön warm halten und soll Dir den Schnee aufkratzen, damit Du für Deine alten Zähne was zu nagen findest! Hihi!“ Es war ein spitziges, boshaftes Lachen, dieses Hihi! Das richtige Altweiberlachen!

   Herr von Löffler kannte seine Gesponsin und ihren nimmermüden Widerspruchsgeist. Er spielte also den Klugen, ließ die Löffel hängen und schwieg.

   Aber die Zanklaune der Gnädigen war einmal geweckt, und nun bekamen die Kinder sie zu spüren. „So lasst doch das dumme Gespringe, ihr ungezogenen Rangen!“, schalt die Mutter durch die dürren Zweige hinaus. „Ihr erhitzt Euch und dann kann ich Tag und Nacht Euren Husten mit anhören. Macht, dass ihr hereinkommt! Mir scheint, ich sehe da unten den Fuchs schleichen!“

   Der Fuchs! Das wirkte. Ein Husch, und die zwei Jungen hockten neben der Mutter. Da behaupteten sie nun allerdings, dass sie nicht die geringste Furcht vor dem Fuchs empfänden. Er solle nur kommen, sie würden ihm mit den Läufen das rote Fell recht tüchtig gerben. Das erheiterte die Mutter, sie begann zu schwatzen, gab ihren Kindern gute Lehren, und als die Jungen vor Kälte ein wenig zu schauern begannen, vertröstete sie die Frierenden auf das warme Frühjahr.

   „Da werdet ihr Augen machen, wenn der Schnee zergeht, wenn die Sonne schön lau über die Felder scheint, und wenn die ersten grünen Gräslein aus dem Boden spitzen. Hoffentlich werden wir das alle miteinander frisch und gesund erleben. Denn, dass ich es Euch nur gestehe, der Winter hat seine Mucken. Es wäre möglich, dass da noch etwas geschieht! Ooh! Mich schüttelt’s in allen Gliedern, wenn ich daran denke, wie das im letzten Winter war… damals, als das große Hasensterben über uns kam! Es war ein Tag, just so wie heute, und just um diese Stunde. Vater und Mutter schliefen noch, ich aber saß draußen und putzte mich. Da sah ich plötzlich ringsherum in weitem Kreis lauter schwarze Punkte, die immer näher kamen und immer größer wurden…“ Frau von Löffler verstummte, äugte vorsichtig in die Ferne, und da fuhr sie erschrocken auf und kreischte: „O heiliges Löffelpaar! Mann! Mann! Die schwarzen Punkte!“

   „Wo? Wo?“, stotterte Papa Hase und rieb sich die ‚Lichter’.

   „Dort! Dort! Überall!“, jammerte Frau von Löffler. „Kinder! Kinder! Nur fort jetzt! Lauft, was ihr laufen könnt!“

   Und wie der Wind fuhren sie alle vier zum Busch hinaus. Gleich in der nächsten Furche übersprangen sie eine alte Häsin, die sich verdutzt in die Höhe richtete:

   „He, Frau Nachbarin! Was ist denn los?“

   „Seht Euch nur um! Sie kommen. Die schwarzen Punkte!“

   Ja, sie kamen von allen Seiten, die großen, schwarzen Punkte, immer näher, und bald hier, bald dort ging von einem dieser Punkte ein graues Wölklein auf, dem ein dumpfes Knallen folgte.

   Zu Hunderten waren die Hasen schon auf den Beinen und rannten nach allen Richtungen durcheinander, setzten Männchen, lugten umher, stoben wieder davon, manche blindlings der Gefahr entgegen.

   „Hoho, Frau Base! Heda, Herr Nachbar! Holla, Herr Vetter!“, riefen sie sich an. „Was ist denn los? Dieses Gerenne jagt einem ja die helle Angst in die Beine!“

   Da kommt ein fetter, kugelrunder Hase mühsam herbeigehumpelt, von den schwarzen Punkten her, und rote Tropfen färben hinter ihm den Schnee. „Lauft! Rettet Euch!“, ruft er mit kläglicher Stimme. „Rennt, was die Läufe Euch tragen! Der böse Tag ist da, das große Hasensterben! Ich hab meinen Teil schon abbekommen.“

   Seufzend kugelt er in den Schnee, macht noch einen letzten Sprung, tischhoch, und streckt alle Viere. Schreck und Grausen fassen die anderen. Nach allen Seiten stieben sie dahin, suchen aus dem Kreis zu brechen – piff, paff, piff, paff – so manch ein Häslein ist mitten hineingesprungen in das große Hasensterben, und nur jenen ist wohl, die beim Durchbrechen der todbringenden Kette ein Glied mit braunem Samtkostüm erraten haben.

   Dutzendweise liegen sie schon still im Schnee, aber auch noch dutzendweise sausen sie auf und nieder im Kessel, er sich immer enger zeiht. Nur einer von ihnen schlisset sich dem allgemeinen Rennen um Tod und Leben nicht an. Es ist ein alter Hase, sein Kopf ist beinahe weiß, und die Borsten seines Schnurrbartes sind gelb und abgestoßen. Seit Jahren bewohnt er das gleiche Gebüsch und deshalb nannte ihn seine Sippe den ‚Alten vom Busch’. Langsam bockelt er von Furche zu Furche, und immer wieder lugt er bedächtig um sich. „Kenne das. Hab es fünf Jahre hintereinander mitgemacht. Kenne das!“ So brummt er und sucht gemächlich den Mittelpunkt des Kessels zu gewinnen.

   „Komm doch, Alterchen, komm doch mit! Es wird Dich die Wolle kosten, wenn Du bleibst!“, rufen ihm die anderen zu, während sie an ihm vorübersausen.

   Er aber schüttelt den Kopf und murmelt: „Rennt nur zu! Rennt nur in Euer Verderben! Kenne das!“

   Jetzt hat er die Mitte des Kessels erreicht. Hier duckt er sich in eine tiefe Furche, legt die Löffel zurück und rührt sich nimmer.

   Piff, Paff, so kracht es in der Runde, immer näher tönt der Hall der Schüsse und das Lärmen der Treiber. Ein Hornsignal ässt sich vernehmen, nur wenige Schüsse folgen noch, dann ist die Jagd zu Ende. Die Jäger spannen die Flinten ab, werfen sie hinter den Rücken und treten in der Mitte des ausgejagten Kessels plaudernd zusammen. Da…

   „Has! Obacht! Obacht! Has! Obacht!“, schreien die Treiber plötzlich durcheinander.

   Mitten zwischen den Jägern ist ein Hase aufgefahren, der ‚Alte vom Busch’, und wie eine abgeschossene Pelzkugel fliegt er dahin. Bumm… bumm, bumm… bumm… kracht es unter lautem Gelächter hinter ihm her. Auf allen Seiten hört er die Schrote pfeifen, rechts und links von ihm fliegt Schnee und Erde auf; er aber murmelt: „Kenne das!“ – und rührt noch flinker die Beine. Weit draußen im Feld hält er inne, setzt einen Kegel und putzt sich die Schnauze, als möchte er den Jägern eine lange Nase machen. So hockt er geraume Zeit und sieht es bedächtig mit an, wie die Jäger nach einer Weile verschwinden, um den nächsten Kessel anzugehen.

   Dann trollt er langsam über die Äcker zurück, seinem Busch entgegen. Wie leer ist nun das Feld, wie ausgestorben! Nur die vielen roten Tropfen im Schnee geben dem alten Philosophen noch Kunde von seinen Genossen und ihrem Schicksal. Doch nein, dort in einer Furche rührt sich was. Er trippelt hinzu, und da liegt sein bester Freund vor ihm, Herr von Löffler, in erbarmungswürdigem Zustand.

   „O weh, mein alter Junge, mir scheint, Dir ist es übel ergangen?“

   „Ja übel, recht übel!“, stöhnt der alte Herr. „Ist das ein Tag! Mein Weib dahin, meine Kinder auch, und mir steckt etwas im Leib, so schwer, dass ich nicht mehr auf die Läufe komme. Ich glaube, mein Stündlein hat geschlagen. Leb wohl, Alterchen! Und wenn Dein hübsches, kleines Bäschen noch am Leben ist, so grüße sie von mir! Sag ihr, ich hätte sie geliebt bis in den Tod. Aber lass meine Frau nichts merken… ach so, ich vergesse… sie kann’s ja nimmer hören…“

   „Du bist mir einer!“, will der Alte vom Busch beginnen. Doch erschrocken schweigt er, blickt auf, und da sieht er eine vierschrötige Gestalt über den Schnee einher geschritten kommen. „Adjes, Bruder! Kenne das!“ Nur diese Worte hat er noch für seinen maroden Freund, dann sucht er das Weite.

   Mit spähenden Augen blickt der Bauer, der sich langsam nähert, im Feld umher. Ein vergnügtes Grinsen verzerrt sein Gesicht, als er den Hasen gewahrt, der in Todesangst vor seinen Füßen zappelt. Er packt ihn, gibt ihm mit einem Faustschlag ins Genick den Rest und schiebt ihn unter die Joppe. Mit scheuem Blick schaut er noch einmal um sich – und schreitet weiter.

   Nicht nur das Schlachtfeld, auch das Jagdfeld hat seine Hyänen.

<   >

© 1999-2007 Copyright by Jürgen Kühnle
Über Anregungen und Kommentare zu diesen Seiten würde ich mich freuen juergen@kuehnle-online.de.