Ludwig Ganghofer

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Ludwig Ganghofer - Hubertusland

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Hirschbrunft

   Er war kein Jäger, mein Freund, aber was ich ihm so ab und zu von dem schönen Leben zwischen Wald und Felsen erzählte, machte ihn lüstern, und da war es einer seiner Lieblingswünsche, einmal einen Hirsch im Bergwald „schreien“ zu hören. Nun traf es sich gut, dass er mich gerade während der ersten Oktoberwoche in meinem stillen Bergsitz besuchte. Seit acht Tagen schon war droben die Brunft im Gang, und die Hirsche schrieen allnächtlich mit orgelnden Stimmen. Es war einer der klaren, lauen, leuchtenden, von bläulichern Duft erfüllten Oktobertage, wie sie der Herbst nur in den Bergen spendet. Einige Stunden nach Mittag schickten wir uns zum Aufstieg an; den Träger mit Zeug und Proviant hatten wir bereits am Morgen vorausgeschickt zur Hütte, damit wir uns bei ungestörtem Plaudern und Schauen des herrlichen Weges freuen konnten. Auf schmalem Pfad ging es empor durch steilen Laubwald, der vielfach mit Fichten und Lärchen untermischt und an manchen Stellen von schroffen, moosbehangenen Felswänden durchrissen war. Auf halbem Weg, unter einer mächtigen Buche streckten wir uns zu kurzer Ruhe in das raschelnde Laub, das handhoch schon die Erde bedeckte.

   Unter uns in dem von Duft übersponnenen Bergen umschlossenen Tal lag schon der Schatten; hier oben aber schien noch die Nachmittagssonne warm und golden durch das Laubwerk, in dem der sachte Wind sein Flüstern und Wispern trieb. Zu keiner Zeit, vielleicht nur eine mondhelle Winternacht ausgenommen, ist der Bergwald so zaubervoll schön wie im Herbst. Da gibt es in der Welt keine Farbe, die er nicht zeigt, sei es an seinen hundertfältigen Moosen und Flechten oder an seinen hundertfarbigen Steinen, sei es an seinen welkenden Blumen oder an seinen gereiften und reifenden Beeren, sei es an den knorrigen Rinden und immergrünen Nadeln seiner Fichten und Föhren, oder sei es an den weiß und grau erglänzenden Stämmen seiner Buchen und Ahorne, deren Blätterfarbe von dem lang bewahrten Grün hinüberspielt in brennendes Gelb und in das tiefste Rot. Und mit der einzigen Farbe, die dem Bergwald mangelt, mit dem lichten, lachenden Blau, überdacht der klare, wolkenreine Himmel das zahllose Volk seiner Bäume und Steine. Freilich ist das eine Herrlichkeit, die auf zitternden Füßen steht. Eine einzige Nacht – und dichte Wolken wallen um alle Gipfel und greifen mit ihren gaukelnden Nebelarmen nieder über Wald und Wände. Schwere Regenschauer verfinstern die Luft und zeugen rauschende Wasserstürze in jeder Schlucht und Rinne. Mit gigantischer Wildheit braust der kalte Herbststurm über die Berge, in gelben Wolken wirbeln die welken Blätter durch die Lüfte, von den Dächern der verlassenen Sennhütten fliegen die grauen Schindeln, mit Krachen stürzen die Fichten, und durch den weiten Bergwald geht ein dumpfes Stöhnen, als seufze die sterbende Natur aus dem Ächzen der geschüttelten Bäume.

   Wir aber saßen noch in goldigem Sonnenschein und lugten mit nimmersatten Augen in die noch währende Pracht.

   „Wie schön, wie wunderschön!“, staunte men Freund und dehnte sich behaglich in der lauen Sonne.

   „Ja, warte nur, morgen um Tagesgrauen wirst du zittern und schnattern vor Kälte und wirst vielleicht sagen: Pfui, wie ungemütlich! Wir steigen nicht nur der Höhe, wir steigen auch dem Winter entgegen.“

   Als der vom Tal empor schleichende Schatten uns überholen wollte, machten wir uns wieder auf die Füße. Kaum waren wir eine Strecke weit gegangen, da hob mein Freund mit Lauschen den Kopf – er hatte ein durch die Ferne gedämpftes, lang gezogenes Brüllen vernommen.

   „War das ein Hirsch?“

   „Ein Hirsch?“ Ich lachte. „Wenn du nichts dagegen hast, so war das eine Kuh, die irgendwo auf dem jenseitigen Berghang weidet. Und wenn du die Ohren ein wenig spitzen willst, so kannst du auch ganz leise noch ihre Glocke hören.“

   Er stellte sich etwas beschämt, wollte aber nun wissen, wie denn der Schrei eines Hirsches eigentlich klänge. Ich schaute zur Seite, damit mein Schmunzeln mich nicht verriete, ahmte das Meckern eines an Heiserkeit leidenden Ziegenbockes nach und erklärte, so ähnlich, nur ein bisschen anders wäre der Schrei eines Brunfthirsches wohl anzuhören.

   „Merkwürdig!“, meinte er. „Und da scheint mir, dass Hieronymus Lorm auch niemals einen Hirsch hat schreien hören, sonst hätte er dieses nicht sehr poetische Gekrächze schwerlich zum Vergleich für die lechzende Sehnsucht genommen:

‚Ich rufe wie die Wachtel im Getreid,
Ich schreie, wie der Hirsch nach Wasser schreit.’“

   „Da magst du wohl recht haben. Übrigens, der Vergleich hinkt auch noch auf einem anderen Fuß. Die Hirsche schreien nicht nach Wasser. Es lässt der Hirsch seine Stimme alljährlich nur durch einige Tage hören, nur in der Brunftzeit, wenn ihm ‚das Herz in Liebe schlägt’. Nach Wasser braucht er nicht zu schreien, denn wenn er auch weder Teich noch Quelle findet, er löscht seinen Durst beim Äsen des taunassen Grases.“

   So plauderten wir im Steigen weiter, wobei uns allmählich die Dämmerung des kühlen Abends überfiel. Nahe der Jagdhütte hatten wir die Höhe einer sanft abfallenden Lichtung zu passieren. Ein geringer Sechserhirsch, der aus dem Dickicht getreten sein musste, an dem wir vorüber sollten, zog vertraut über den mit dürren Storren und welkendem Kräuterwerk bedeckten Schlag dem tieferen Grund zu. Um den harmlosen Schneider nicht zu vergrämen, drückten wir uns am Saum der Dickung hinter ein Fichtenböschlein. Da plötzlich tönte kaum zwanzig Schritte hinter uns der tiefe, raue, weithin hallende Brunftschrei eines starken Hirsches. Mir schlug das Herz; aber trotz aller Jagdlust, die mich packte, schielte ich nach dem Gesicht meines Freundes, der erblasst und erschrocken aufgesprungen war, als hätte er dicht hinter seinem Nacken das Gebrüll eines hungrigen Löwen vernommen. Aber auch noch ein anderer war erschrocken: Der Schneider auf der Lichtung drunten. Der mochte wohl mit dem bösen Herrn im Dickicht schon unbehagliche Bekanntschaft gemacht haben, denn in scheuer Flucht, dass unter ihm die dürren Äste krachten, segelte er dem dunklen Wald zu. Der andere im Dickicht schien das Brechen der Äste richtig zu deuten; es rauschten hinter uns die Büsche, und da stand er nun, kaum einige Bergstocklängen vor uns, frei auf dem Steig – ein prachtvoller Anblick. Fast schwarz erschien im bereits vollendeten Winterkleid der mächtige Körper mit dem dicken, zottig behaarten Brunfthals. Weiße Schaumflocken am Äser, das Haupt mit den vor Leidenschaft funkelnden Lichtern windend vorgestreckt, und das Geweih, dessen gefegte Enden trotz der Dämmerung gleich weißem Silber blinkten, gegen den Nacken drückend, so stand er vor uns in seinem Stolz, in seiner Kraft und Wildheit. Allerdings genossen wir diesen Anblick nur wenige Sekunden; auf eine unvorsichtige Bewegung meines Begleiters stutzte der Hirsch, und da schlug er auch schon um wie der Wind und verschwand im schützenden Dickicht, ohne dass es mir gelang, einen Schuss anzubringen.

   Mit großen Augen schaute mein Freund mich an und meinte kleinlaut: „Du, mir scheint, du hast mich aufsitzen lassen? Mit deinem Gemecker?“

   „Ja, scheint mir auch!“, brummte ich ärgerlich. „Aber derjenige, der am meisten dabei aufgesessen ist, bin ich. Hätt’ ich dich richtig vorbereitet, so wärst du ruhig an meiner Seite geblieben, wärst nicht erschrocken aufgesprungen und hättest dich nicht als wackelnde Kugelwehr zwischen den Hirsch und meine Büchse gestellt. So geht’s mit der Bosheit. Ich habe den Schaden davon und du den Schrecken.“

   „Schrecken? Das heißt ...“

   „Lass nur gut sein, du brauchst dich nicht zu schämen, denn vor dem ‚Hirschfieber’ ist der älteste Jäger nicht sicher.“

   „In der Tat, so ein schwarzer Bursch hat etwas an sich, was einem das Herz klopfen macht. Wenn den die Lust angewandelt hätte, mit seinem Geweih ein klein wenig nach uns zu stochern...“

   „So gefährlich ist die Sache nicht. Die Berghirsche sind scheu, auch in der Brunftzeit, und ich weiß mich keines Falles zu erinnern, dass ein gesunder Berghirsch, wie es von brunftigen Parkhirschen häufig erzählt wird, einen Menschen ‚angenommen’ hätte. Etwas anderes ist es mit einem angeschossenen oder mit einem bei der Treibjagd in die Enge getriebenen Hirsch. Von solch einem verzweifelten oder vor Schmerz rasenden Tier ist manch ein Treiber und Jäger schon übel zugerichtet oder gar zu Tod ‚geforkelt’ worden.“

   „Und das soll ein Vergnügen sein? Ich danke für solche Jagd.“

   Ich lachte. „Spür’ es nur einmal selbst, wie dir in Freude as Herz schlägt, wenn der geweihte Recke im Feuer stürzt und wenn du mitten im Zauber der Natur als Herr und Meier stehst! Dann wirst du anders reden.“

   Wir hatten die Jagdhütte erreicht und streckten uns nach einem bescheidenen Abendbrot und einer behaglich verplauderten Stunde aufs duftende Heu zur Ruhe – allerdings zu einer recht zweifelhaften Ruhe. Meinen Freund ließ das ungewohnte Lager und die herbstliche Kälte der Nacht nicht schlafen. Mich aber hielten die Hirsche wach, die es toll trieben die ganze Nacht und bald das träge ‚Grohnen’ und ‚Trenzen’, bald den vollen, gedehnten Orgelton, bald wieder den kurzen, rau tönenden Kampfschrei vernehmen ließen. Immer wieder erhob ich mich, lauschte und spähte hinaus in das Dunkel, und wenn ich einen Hirsch ganz in der Nähe der Hütte schreien hörte oder im matten Sternschein einen Schatten huschen sah, dachte ich mit stillem Neid jener Glückspilze, die schon manch einen schreienden Hirsch bei hellem Mondschein vom Hüttenfenster aus geschossen. Daneben quälte mich die Sorge, dass die Hirsche, da sie fast die ganze Nacht hindurch munter waren, am Morgen desto schlechter ‚melden’ würden. Diese Ahnung bestätigte sich leider. Als wir um die fünfte Morgenstunde aus der Hütte traten, war weit und breit nicht der leiseste Grohner zu vernehmen. Verwundert schüttelte der Jäger den Kopf: „Was sagst jetzt da dazu? Heut Nacht wie narrisch! Und jetzt kein Laut! Wann die Teufeln mit eim solchenen Morgen nimmer z’frieden sind, nachher weiß ich bald nimmer was!“

   Das war auch wirklich ein Brunftmorgen, wie ihn die Hirsche (und auch die Jäger) schöner nicht hätten wünschen können. Kein Wölklein am Himmel, an dem die Sterne noch glänzten mit falbem Schein, indessen die östliche Ferne sich schon zu lichten begann. Auf Gras und Büschen der weiße Reif. Eine Kälte, dass der Atem gerann, und dazu ein Wind, der schnurgerade von den matt schimmernden Felswänden niederzog über den Wald. Und dennoch kein Laut in der weiten Runde.

   So alt und erfahren die Jägerei auch ist, so hat sie hinter manche Dinge doch nur ein Fragezeichen zu machen. Zahllose Hypothesen sind schon über die Ursachen aufgestellt worden, die eine m ehr oder minder lebhafte Brunft veranlassen. Aber jede dieser Hypothesen passt nur immer für gewisse Verhältnisse, keine klappt für alle Fälle. Natürlich ist es, dass die Brunft um so lebhafter sein wird, je größer der Stand an Hirschen ist. Da gibt ihnen schon die Eifersucht eine fleißige Kehle. Auch trifft es allgemein zu, dass die Brunft sich besonders lustig und energisch in jenen Gegenden gestaltet, in denen die Hirsche stärkere Geweihe tragen und ein milder Winter und schönes Frühjahr mit reichlicher Äsung eine kräftige Entwicklung des Wildes begünstigte. Weshalb aber bei gleichem Wildstand und gleichen klimatischen Voraussetzungen der eine Herbst eine frische Brunft, der andere eine träge bringt? Weshalb die Hirsche oft durch mehrere Tage unermüdlich orgeln, um dann plötzlich zu verstummen? Weshalb sie das eine Mal lieber bei Nacht, das andere Mal lieber am hellen Tag, das eine Mal lieber bei lauer Witterung, das andere Mal lieber bei scharfem Frost und frühem Schneefall schreien? Darüber sind die Gelehrten unter den Jägern noch immer nicht einig. Die Liebe bleibt eben unter allen Umständen eine wunderliche Sache, und auch das Herz der Tiere ist ein kapriziöses Ding.

   Das alles Plauderte ich mit leisen Worten meinem Freund vor, während wir achtsam dem talwärts führenden Steig folgten. Gleich vor der Jagdhütte hatte der Jäger sich von uns getrennt, um bergwärts zu steigen und den Einzug des Wildbrets auf einer großen, steilen Almlichtung zu beobachten. Mich aber reizte der Versuch, ob es mir nicht gelingen möchte, noch einmal mit jenem schwarzen Herrn aus dem Dickicht aneinander zu geraten. In weitem Bogen umgingen wir den Schlag, und ungefähr an jener Stelle, an der das Sechserhirschlein im tieferen Gehölze verschwunden war, kamen wir aus dem Wald. Über dem Schlag lag das schwache Grauen des nahenden Morgens, und schon auf den ersten Blick gewahrte ich inmitten der Podung den Hirsch, freilich nur als schwarzen Schatten mit trüben Umrissen. Er hatte drei Stück Wildbret bei sich, die er langsam umkreiste und immer mehr gegen die Dickung empor trieb. Er schien die Gefahr zu ahnen, die ihm mit dem steigenden Licht drohte, und suchte seinen Harem und sich selbst in Sicherheit zu bringen. Ich schaute mir fast die Augen aus dem Kopf, aber bei der tiefen Dämmerung war es unmöglich, richtig und sicher zu visieren. Ich musste zu meinem Ärger den Hirsch ziehen lassen ohne Schuss.

   Zwischen moosigen Steinblöcken richteten wir uns häuslich ein. Das Verschwinden des Hirsches nahm mir noch immer nicht alle Hoffnung. Trotz ihres zottigen Winterkleides spüren auch die Hirsche die Kälte der Nacht, und da ziehen sie nicht ungern ein zweites Mal aus, wenn die warme Morgensonne den Reif von den Kräutern schmilzt. Es konnte ja auch sonst der Zufall einen ‚suchenden’ Hirsch des Weges führen. Auch der König der Bergwälder folgt nach Schillerschem Rezept ‚ihren Spuren’, wenn auch nicht ‚errötend’. Von Beginn der Brunftzeit ist das ‚ein ewiges Suchen und Wandern’ bei allen schwächeren Hirschen, besonders bei jenen, die der tyrannische ‚Platzhirsch’ vom Pudel abgekämpft hat. Dieses Wandern der Hirsche beginnt in den Bergen gegen Ende September. „Um Ägidi“ (1. September), sagt wohl ein alter Jägerspruch, „tritt der edle Hirsch in die Brunft“, und die sittsam erzogenen Parkhirsche mögen auch diesem Spruch folgen; der freie Berghirsch hört aber mehr auf die Stimme der Natur als auf die Mahnung des alten Jägerkalenders. Dann aber sind sie unermüdlich, die verliebten Herren, dann wandern sie bergaus und bergein, am gleichen Tag oft zwei und drei aneinander stoßende Reviere kreuzend, bis sie finden, ‚was ihr Herz begehrt’.

   Geduldig saßen wir. Es kam der Morgen mit seinem fahlen Himmel und seinen aus dem schmelzenden Reif erdampfenden Nebeln, die sich langsam aufwärts kräuselten in die Luft und wieder in nichts zerrannen. Es stieg das leuchtende Gestirn empor über die Berge und goss sein lautres Gold über Wald und Rodung. Die wenigen Vögel, die mit dem Herbst in dieser Höhe noch ausgeharrt hatten, wurden munter, flatterten pfeifend über die kahlen Steine und sträubten das Gefieder. Ich hatte fleißig zu tun mit Augen und Ohren, und der Jagdeifer hielt mich warm. Mein Freund aber, der meiner Prophezeiung gemäß die Sache längst schon ‚ungemütlich’ fand, klapperte in dem frostigen Schatten, darin wir saßen, zu seiner einzigen Unterhaltung leise mit den Zähnen. Stunde um Stunde verrann, keiner der ersehnten Wanderer ließ sich blicken, und auch der ‚schwarze Bursche’ erschien nicht wieder. Der hatte sich irgendwo im Dickicht zur Ruhe getan und ließ nur ab und zu ein schläfriges Trenzen hören, bis er endlich ganz verstummte. Gegen elf Uhr – sechs Stunden hatten wir ausgehalten – erlöste ich meinen Freund aus seinem Klappern und Frösteln, um ihn der geheizten Jagdstube und der warmen Suppe zuzuführen. Bei der Ankunft in der Jagdhütte erhielt ich für meine schöne Geduldprobe einen bitteren Lohn, denn der Jäger empfing mich mit den Worten: „Aber na! Grad heut müssen S’ da nunter tappen! Bei mir wann S’ gwesen wären, Sie, da hätten S’ an Prügelhirsch derschossen! Am hellen Morgen is er noch draußen gstanden mitten auf der Almlichten. Und a Zwölfergweih hat er droben ghabt, grad a Staat und a Pracht!“

   Natürlich! Ein lyrischer Pessimist der Weidmannsgilde könnte singen: „Dort, wo du nicht bist, dort ist der Hirsch!“ Aber die Worte des Jägers gaben mir doch gute Hoffnung für die Abendpirsch.

   Um drei Uhr machten wir uns auf den Weg, da wir anderthalb Stunden zu steigen hatten, um die Alm zu erreichen. Die hohen, von gelbem Sonnenlicht umflammten Felsenhäupter warfen bereits ihre Schatten über den Bergwald, und es frischte schon in der Luft, so dass ein kalter Wind zu erwarten war. Auf einem kleinen Wiesenfleck stand ein Schmalreh sorglos und vertraut, wie wenn es wüsste, dass es von uns keine Gefahr zu fürchten hatte. Durch das braune Heidelbeerfeld, an dem wir vorüber kamen, glitt unsichtbar eine Auerhenne mit näselndem „Gnäk, gnäk“, und hoch über den Almen, auf einem leicht beschneiten Grat, rodelte und grugelte ein Spielhahn so lustig, als wäre Mai und Falzzeit in den Bergen.

   Und jetzt – dieser Ton, der für einen Augenblick die Hände zittern und das Blut in den Adern sieden machte! Das war der Hirsch. Wir hörten ihn schon und waren noch über eine halbe Stunde von der Alm entfernt. Der Kerl hatte eine ‚Lauten’, so dumpf und grollend, als käme sie aus einem Kanonenrohr. Vom linksseitigen Berghang antwortete ihm mit schwächerer Stimme ein zweiter Hirsch, der aber bald wieder verstummte. Nach einem beschleunigten Marsch, währenddessen das Kanonenrohr dort oben immer fleißig weiterbrummte, erreichten wir den unteren Saum der großen Almlichtung. Mitten in dem steilen Grasgehänge stand auf einem kleinen vorspringenden Plateau die schon seit Wochen verlassene Sennhütte, die uns einen guten Stand geboten hätte, da von ihr aus das ganze Almfeld zu beschießen war. Doch es schien nicht mehr rätlich, über den ungedeckten Hang zur Hütte emporzusteigen, da der Hirsch in dem schütteren Lärchenwald schrie, der die Höhe des Almfeldes begrenzte. Auch war der Wind noch nicht besonders gut; er zog wohl schon im Schatten abwärts, schlug aber doch manchmal noch in rechts und links ausweichenden Halbwind um. So setzten wir uns, um nichts zu verderben, am Waldsaum einer breitästigen Fichte zu Füßen und deckten uns mit vorgestreckten Zweigen.

   Der tiefe Bass, der da droben fleißig übte, hatte auch meinen Freund in Aufregung gebracht, und nach seiner Meinung hätte ich stracks die Büchse spannen und kerzengerade dem orgelnden Herrn entgegen steigen müssen. Er wollte nicht glauben, dass der Hirsch so unliebenswürdig wäre, nicht so lange standzuhalten, bis ich ihm aus aller Nähe die Kugel aufs Blatt gebrannt. Es mag wohl häufig und ohne besondere Mühe gelingen, einen schreienden Hirsch, der des Morgens einsam zu Holze zieht, bei gutem Wind auf Schussweite anzupirschen. Hat aber der Hirsch ein paar Stück Wildbret in seinem Gefolge, so ist er sicher vor dem Nahen des Jägers. Die braunen Damen sind zu aller Zeit gar fleißig mit ‚Äugen’ und ‚Winden’, besonders aber während der Brunft; da steigert sich ihre Wachsamkeit auf das doppelte Maß, und sie scheinen genau zu wissen, dass nur in ihrer Hut das Heil und Leben ihres Herrn und Gatten steht, den Leidenschaft und Eifersucht trunken und sorglos machen, blind und taub für alle Gefahr. Es stimmt schon, wenn die Leute in den Bergen singen:

„Bei die Buben, bei die Madln,
Bei die Viecherln im Wald –
Die Lieb, die hat allweil
Den nämlichen Gwalt.“

   Eine Stunde verfloss. Die Strahlenkronen, welche die sinkende Sonne um die Gipfel der Berge spann, erloschen allmählich. Ein grauer, kalter Schatten deckte alles Gehänge, immer schärfer und frostiger wurde der Wind, und aus den feuchten Schluchten stiegen dünne Nebel, die sich in langen Streifen schlangenartig durch die Wipfel der Bäume wanden. Überall herrschte lautlose Stille, die nur manchmal durch den grellen Ruf des Baumläufers unterbrochen wurde.

   Gegen sechs Uhr hatte der Hirsch sein Schreien eingestellt. Mein Freund hatte dazu ein langes Gesicht geschnitten. Ich und der Jäger aber, wir hatten uns schmunzelnd angeblickt. Wir kannten dies Verstummen als ein Zeichen, dass nun das Wildbret schon im Auszug begriffen wäre. Es dauerte auch kaum eine Viertelstunde, bis in der Höhe zwischen den Lärchenbüschen der sichernde Kopf eines Tieres erschien. Zwei Kälberstücke mit ihren Sprösslingen traten aus dem Holz, und während die beiden Mütter sich voreinander hinpflanzten, als hätten sie geheimen Klatsch zu halten, trollten die Kälber mit lustigen Sprüngen auf und nieder über den steilen Hang und rings um die Sennhütte, ein paar gesunden Kindern vergleichbar, die den ganzen Tag in der Stube gefangen waren und nun am Abend für ein Erholungsstündlein ausgelassen wurden. Zwei Schmaltiere folgten, zu denen sich ein harmloser Spießer gesellte. Wieder kam eine kleine Familie, dann machten ein paar einzelne Stücke den Schluss. Langsam äsend zerstreute sich das Pudel über den Almenhang.

   In Erregung spähten wir zur Höhe hinauf. Ruhig schlossen sich meine Hände um die Büchse, an den Schläfen aber hämmerte mir das Blut. Und da kam er nun – durch einen tiefen Grohner meldete er sich an, kreischend schwirrte ein Tannenhäher aus den Lärchenwipfeln, Äste knackten – jetzt sahen wir ihn zwischen den untersten Bäumen stehen, vom dunklen Abendschatten des Waldes überschleiert. Eine kurze Weile zögerte er noch, dann zog er majestätischen Ganges einem vorspringenden Grashügel zu. In scharfen Umrissen hob sich sein wuchtiger Körper mit dem herrlichen Kronengeweih vom fahlgelben Himmel ab. Langsam streckte er das Haupt, dass der zottige Hals sich blähte- Und während ihm der heiße Atem vom Äser rauchte, hallte sein dumpfer, lang gezogener Orgelton in die Lüfte.

   War das ein Echo? Nein! Uns zur Linken, tief im Wald, meldet jener Hirsch, dessen Stimme wir schon einmal vernommen. Stutzend hebt der Platzhirsch das Haupt, antwortet mit zornigem Schrei, und zwischen ihm und jenem anderen entwickelt sich nun Ruf und Antwort ohne Ende. Dabei umkreist der Platzhirsch unablässig sein Rudel, immer enger treibt er es auf einen Knäuel zusammen, und wenn ein Stücklein ausbricht, holt er es mit wilden Sprüngen ein. Bei dieser Unruh aber, bei diesem Hin und Her bleibt er zu meinem Kummer immer weit außer Schussbereich.

   „Halten S’ Ihnen nur stad“, tröstet der Jäger, „bald der ander Hirsch auf d’ Almlichten einischreit, nachher macht der Zwölfer schon amal an Rumpler gegen uns.“

   In heißer Erregung lauschte ich nun dem Wald zu, und immer höher schlägt mir das Herz, je näher der Brunftschrei des ziehenden Hirsches tönt. Jetzt sehen wir ihn aus dem Wald treten, etwa dreihundert Schritte von uns entfernt; es ist ein starker Achterhirsch, und er scheint ein mutiger Bursch zu sein; heiß mag die Liebessehnsucht in seinem Blut brennen, denn Schritt um Schritt steigt er der Höhe zu, und Schrei um Schrei schickt er in die sinkende Dämmerung. Eines der Schmaltiere zieht ihm neugierig entgegen. Die Flatterhaftigkeit dieser jungen Schönen scheint den Platzhirsch in wilden Grimm zu bringen. Er lässt einen kurzen, heiser brüllenden Schrei vernehmen. Dann senkt er das Haupt, bohrt die Enden seines Geweihes in die Erde, reißt den Rasen auf und schleudert ihn in Stücken auseinander. Ein doppelter Schrei, und zornmutig stürzen die beiden Kämpen einander entgegen. Regungslos steht ihnen das Rudel zur Seite- Stücke und Kälber halten die Lauscher erhoben, halten die Lichter nach den Kämpfern gerichtet, deren Geweihe im Streit klirren wie helle Schwertschläge.

   Es wird in solchen Oktobertagen zwischen Wald und Felsen manch ein heißer Kampf in Nacht und Dämmerung ausgefochten. Zuweilen geschieht es, dass die wilden Streiter im Kampf die Geweihe unlösbar ineinander verflechten und in solcher Umkettung einem elenden Tod sich entgegenquälen. Häufig erliegt ein schwächerer Hirsch den tödlichen Forkelstößen des stärkeren Gegners. Und manchmal entspinnt sich der Kampf an abschüssigen Stellen. Dann weicht unter einem der Kämpfer jäh die Erde und das Gestein, in einer Staub- und Sandlawine rollt der Stürzende über das steile Gefäll, liegt zerschmettert in der Tiefe, und wenn nicht das nachsinkende Erdreich über ihn einen schützenden Grabhügel deckt, so umschleichen ihn zur Nacht die hungernden Füchse, und am Tag kehren die scharf geschnäbelten Bergraben und der schwingenstarke Adler auf seiner Leiche zu Gast.

   So tragisch sollte nun allerdings der Kampf nicht enden, dessen Zeugen wir waren. Der Achter schien beizeiten die Übermacht seines Gegners zu spüren, und so spielte er den Klügeren, der bekanntlich nachgibt. Mit jähern Ruck befreite er sein Geweih, fuhr zur Seite, kam wie der ‚leibhaftige Teufel’ über die Almlichtung niedergeflogen und prasselte kaum zwanzig Schritte neben uns ins Tannendickicht. Der siegreiche Platzhirsch schlug mit den Läufen die Erde, schüttelte das Geweih und orgelte dem Fliehenden zornig nach.

   „Gut, gut!“, flüsterte der Jäger an meiner Seite. „Jetzt is er fest in der Hitz. Passen S’ auf, jetzt kriegt er den Schnecken! Und richten S’ Ihnen nur gleich zamm mit der Büchs, jetzt kann’s pressieren, und über a paar Minuten wird’s aus sein mit der Schusslichten.“

   Hastig zog er aus seinem Rucksack den ‚Schnecken’ hervor, jene große, auch unter dem Namen Kinkhorn bekannte Seemuschel, schielte flüchtig noch zu mir herüber, ob ich fertig wäre, und ahmte dann, in die hohle Muschel rufend, täuschend den Brunftschrei des schwächeren Hirsches nach. Der Platzhirsch, der schon als stolzer Sieger zum Rudel zurückkehren wollte, hob zornig das Haupt und ließ einen dumpfen Grohner hören. Der Jäger antwortete. Und da stürzte der eifersüchtige Recke in langen Sätzen niederwärts, um den vermeintlichen Gegner vollends aus dem Feld zu schlagen. Auf etwa achtzig Schritte vor meiner Büchse stutzte er plötzlich. Seit einer halben Stunde hatte sich der Himmel mit Nebeln zu überziehen begonnen, und schon seit einigen Minuten fackelte der Wind hin und her – da mochte der zornmütige Herr trotz aller Streitlust und Eifersucht von unserer gefährlichen Nähe einen ‚Schmecker’ bekommen haben. Ich aber ließ ihm nicht Zeit, über diese verfängliche Entdeckung länger nachzudenken. Eine leichte Wendung nur wartete ich ab, bis er mir die Breitseite bot. Dann krachte mein Schuss. In wilden Fluchten sah ich den Hirsch schräg abwärts in die Büsche stieben, droben auf dem Almfeld fuhr das Rudel nach allen Seiten auseinander, wie leichter Donner rollte noch das Echo meines Schusses über die dunklen Felswände hin – und lautlose Stille lag über dem weiten Bergwald.

   Als ich mich erhob, überfiel mich, glücklicherweise nach dem Schuss, das richtige Hirschfieber, und meine Hände zitterten, dass ich kaum die Patrone zu wechseln vermochte.

   „Gut oder schlecht? Jetzt kann’s sein, wie’s mag!“, brummte der Jäger. „Wie sind S’ denn abkommen?“

   „Nicht übel, schön kurz am Blatt.“

   „No also, wann er an guten Schuss hat, kann’s so weit net fehlen. Ob er auf’n Schuss a Zeichen gmacht hat, hab’ ich net sehen können, weil mir der Wind den Pulverdampf in d’ Augen trieben hat. Aber jetzt is allweil nix mehr z’machen, jetzt müssen wir ihm schon a Ruh lassen und müssen uns vertrösten bis auf morgen in der Fruh. A paar Vaterunser lang, und d’ Nacht is da.“

   Gegen diese richtige Meinung war nichts einzuwenden. Lautlos pirschte ich am Waldrand entlang und ‚verbrach’ an einem niederen Fichtenbäumchen die Stelle, wo der Hirsch das Dickicht gewonnen hatte. Dann traten wir den Heimweg an. Langsam stiegen wir talwärts durch den finsteren Wald, und als ich meinen Freund, der schweigend an meiner Seite ging, nach einer Weile fragte, wie denn der verflossene Abend mit seinen Ereignissen auf ihn gewirkt hätte, atmete er tief auf und sagte, dass er durch das herrliche, spannungsvolle Schauspiel dieses Abends zu einem verständnisvollen Freunde der Jagd bekehrt wäre, der wohl mit der Zeit ein tüchtiger Jäger werden möchte.

   Dieses Geständnis machte mir Freude; trotz dieser Freude aber wurde mir, je näher wir der Hütte kamen, immer beklommener ums Jägerherz. Immer dichter überzog sich der Himmel mit Wolken, und ich fürchtete, dass die Nacht nicht ohne Regen vorübergehen würde. Die Regennässe musste Fährte und Schweiß verwischen, und dann war es, wenn der Hirsch nicht schon nach kurzer Flucht zusammengebrochen, um die Nachsuche übel bestellt. Und meine Befürchtung wurde zu trüber Wahrheit. Während wir noch beim Nachtmahl um den kleinen Tisch saßen, klatschte schon der Regen über das Schindeldach der Hütte. In Bangen und Sorgen verbrachte ich die schlaflose Nacht, und es vermochte mich wenig zu trösten, als gegen die zweite Morgenstunde der Regen zu versiegen schien. Unruhig wälzte ich mich hin und her, während mein Freund zu meiner Rechten den bleiernen Schlaf des Müden schlief und mir zur Linken der im Heu vergrabene Jäger schnarchte wie ein Murmeltier.

   Als wir bei grauendem Morgen aus der Hütte traten, machten wir große Augen. Weiß, alles weiß, die Berge, der Wald und die Ahnen weiß von frisch gefallenem Schnee. Und noch immer wirbelten die Flocken aus der grauen Höhe. Meinem Freund gefiel das weiße Schimmerkleid, in das sich die Berge über Nacht gehüllt hatten; mir aber wollte diese frische Unschuld durchaus nicht behagen, ich dachte an meinen Hirsch und schaute fragend den Jäger an.

   Der zuckte die Achseln: „Au weh zwick! Jetzt kann’s aber spucken.“ Und dabei blickte er sorglich auf den braunen Schweißhund nieder, der uns in großen Sätzen umsprang, als wüsste er schon, dass es an die Arbeit ginge.

   Wir brauchten in dem zähen, klebrigen Schnee zwei volle Stunden, bis wir die Alm erreichten. Auf dem hoch überschneiten Schussplatz nach Schweiß oder Schnitthaaren zu suchen, wäre vergebene Mühe gewesen. So eilte ich in brennender Ungeduld meinen zwei Begleitern weit voraus, jenem Fichtenbäumchen zu, an dem ich die Fluchtfährte verbrochen hatte. Da lachte mir das Herz vor Freude – mochte nun meinethalben die Fährte verregnet und hoch überschneit sein! – der Hirsch hatte einen verlässlichen Schuss. Das sagte mir der helle Schweiß, mit dem die übereinander hängenden Zweige bespritzt waren, und zwar so reichlich, dass ihn alle Nässe nicht hatte verlöschen können. Ich winkte meinen Freund und den Jäger herbei, und ließ den Hund an die Leine, der den Schweiß begierig anfiel, und ließ mich von ihm ins Dickicht ziehen. In einem Bogen ging es talwärts, wohl hundertundfünfzig Schritte durch den dichten Bestand und noch dreihundert Schritte durch den Hochwald. Dann lag er vor uns, der Herrliche, zu Füßen einer riesigen Fichte, nicht wie verendet, sondern wie in sorgloser Ruhe. Nur die Läufe waren ein wenig überschneit. Und leicht zur Seite lag das braune, reich geperlte Prachtgeweih. Er hatte die Kugel mitten auf dem Blatt sitzen, ein Schuss, mit dem er zu anderer Zeit keine fünfzig Gänge weit gekommen wäre. Nur die zähe, gesteigerte Lebenskraft, die den Hirsch während der Brunftzeit erfüllt, hatte ihn nach einem solchen Schuss so weit noch führen können.

   Nun ließ ich einen frohen, festen Juhschrei hinaus klingen in die weiß durchwirbelte Luft und steckte mir den grünen Bruch aufs Hütl. Dem Hirsch schnitt ich die schön gefärbten ‚Granln’ aus dem Äser und reichte sie meinem Freund als Erinnerung an die Hirschbrunft in den Bergen.

   Gegen Mittag stiegen wir talwärts, der Jäger, um den Schlitten für den Hirsch zu holen, wir beide, um der Stadt entgegenzureisen.

   Zwei Mal während des Niederstieges überholten wir den Schnee, doch immer wieder rückte er uns nach. Es schien, als wäre die weiße Decke ein Leichentuch, das von unsichtbaren Händen über die Berge gezogen wurde, tiefer und tiefer mit jeder Stunde.

   „Aus und gar is!“, sagte der Jäger. „Aber Frühling wird’s allweil wieder. Gott sei Lob und Dank! So schiech kann ’s nie net wettern, dass ma kein Glauben an d’Sunn nimmer haben könnt.“

   Das ist von allem Volksglauben der schönste: Dieser frohe, wissende Glaube an die ewige Erneuerung des Lebens.

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