Ludwig Ganghofer

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Ludwig Ganghofer - Hochlandzauber

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5.

   Das war nun ein Hasten und Sorgen in Nanneis Hütte! Festei war zur Jagdhütte hinaufgelaufen und hatte ein Schächtelchen mit Harzsalbe gebracht und ein Päckchen mürben Leinenzeuges, das er zum Gewehrputzen mit auf den Berg genommen. Unterdessen hatte Nannei ihrem blessierten Liebling neben dem Herd aus weichem Heu ein Lager aufgeschüttet und ihre eigene Wolldecke drüber gebreitet. Auch hatte sie ein Feuer angeschürt und ein Geschirr mit Milch zugesetzt.

   Die Kur begann.

   Festei rieb dem Dschapel die Nüstern mit Enzian und flößte Ihm einen Trunk Wasser ein. Dann kauerten sie beide, der Jäger und das Mädel, vor dem Patienten und während Festei dem Lamm an den verletzten Stellen das Fell schor und die mit lauer Milch gereinigten Wunden vernähte und verpflasterte, musste Nannei den gebrochenen Fuß, den zersprengten Huf und die geprellte Schulter mit kaltem Wasser behandeln, damit die Geschwulst zurückginge. Dann schnitt der Jäger ein Spanholzscheit zu dünnen Schindeln, die er mit einem Glasscherben glättete. Aus dem Lehmboden der Hütte stach er mit seinem Weidmesser zwei große Brocken heraus und verrührte den Lehm mit Wasser zu einem dicken Brei, in den er Heusplitter und Leinenfäden mischte. „So, Nannei, jetzt musst du ’s Lamperl halten, derweil ich den Fuß einricht! Und tu dich net aufregen, gelt! Ich muss ihm a bissl weh tun, wann ich ihm helfen will.“

   „Ich will mich schon zamm nehmen, Festei!“, beteuerte Nannei, während ihr die Augen tröpfelten.

   „Hast es fest?“

   „Ja, Festei, fest!“

   „No also!“ Der Jäger fasste mit du einen Hand die Schulter, mit der anderen das Kniegelenk des gebrochenen Fußes und fing zu ziehen an. „Soooodala!“, sagte er, als der Knochen in die Bruchstelle klappte und munter nickte er dem Mädel zu.

   Das Dschapei hatte sich tapfer gehalten; kaum dass es ein bisschen mit den unverletzten Füßen zappelte. Es schien zu begreifen, dass alles, was um sein Lager her vorging, zu seiner Heilung geschah! Ein drei Monate altes Exemplar der ‚höher entwickelten’ Rasse mit zwei Beinen hätte das nicht kapiert.

   Nun wurde der eingerichtete Fuß geschindelt, mit dem Lehmbrei dick verstrichen und mit Leinwandstreifen umwunden. Dann kam die Reihe an den zersprengten Huf. Die Splitter wurden ausgelöst, die Wunde wurde gewaschen und verpflastert. Auch mit der ausgerenkten Schulter kam Festei zurecht. Er drückte und schob, bis das Gelenk sich wieder bewegen ließ. Ein Verband war hier nicht nötig, nur eine Fortsetzung der kalten Umschläge. Nach allem wurden dem Dschapei noch die Hinterfüße gefesselt, um es zu ruhigem Liegen zu zwingen.

   „So, jetzt muss sich alles andere von selber machen!“, sagte Festei und warf einen raschen Blick auf die plumpe, silberne Uhr, die er aus dem Hosengurt hervorzog. „Sapperlot, halb zehne schon! No also, pass auf, jetzt lasst du ’s Lamperl a halbe Stund so liegen, damit’s a bissl verschnaufen kinn! Nacher gibst ihm a Milli, und wann’s die nimmt, gibst ihm auf Mittag wieder a bissl ebbes!“

   „Ja, schon, aber – gehst denn jetzt fort?“

   „Ich muss doch mein’ Grenzgang machen. Im Dienst därf ich nix versaumen!“

   „Um Gottes willen net! Dös möcht’ ich selber net haben! Aber a bissl ebbes essen musst. Hast dich doch so viel plagt!“

   „Es is net so arg und is gern gschehen. Aber bleiben kann ich nimmer – am Abend leicht, wann mich einladst. Und wann dem armen Viecherl wieder besser wird, dös sollt mich freuen. Pfüet dich Gott also!“

   Schweigend reichte Nannei dem Jäger die Hand.

   Er tauchte einen Blick in ihre Augen, wandte sich ab und verließ die Hütte.

   Langsam trat Nannei unter die Tür und sah ihm nach, bis eine Senkung des Weges seine schlanke Gestalt verdeckte. Sinnend strich sie die Zaushärchen aus der Stirn und ging all ihre Arbeit. Und merkwürdig! Sie hatte bis zum Abend über Hals und Kopf zu tun, nachdem der halbe Vormittag versäumt war und ihr die Pflege des Dschapei auch noch manche Stunde wegnahm. Da hätte ihr die Zeit wie im Flug vergehen müssen. Dennoch wurde ihr der Tag so lang, wie ihr kein Tag noch auf den Bergen geworden war.

   Als der Abend näher rückte, fühlte sie eine heiße Unruh. Sie meinte, das wäre die Angst, dass Festei sie schelten würde, weil sie irgendetwas in der Pflege des Dschapei versehen haben könnte. Während sie noch darüber nachsann, ob alles, was sie getan, mit Festeis Ratschlägen übereinstimmte, ließ sie plötzlich das blecherne Milchgefäß, das sie gespült hatte, unter leisem Schrei zu Boden fallen und sprang zur Hüttentür. Sie hatte einen Juhschrei gehört. Nun klang es wieder von der Höhe des Berges her, mit lang gezogenem Diskantton verschwebend: „Juuuuh – huhu – huhu!“

   Nannei stemmte die Arme in die Hüften und schmetterte einen jauchzenden Jodler in die dämmernde Luft.

   Mit flinken Sätzen kam der Teckel gesprungen, hüpfte bellend an Nanneis Schürze hinauf und gab nicht Ruhe, bevor nicht das Mädel sich zu ihm hinunterbeugte und liebkosend seinen Rücken streichelte.

   „Du wirst mei’ Bella noch schön verhätscheln!“, sagte Festei, als er näher kam.

   „Da kannst recht haben!“, lachte Nannei. „Wie hat’s dir denn gangen den ganzen Tag?“

   „Gut! Und schau, da hab’ ich dir ebbes mitbracht, ’s erste, dös ich heuer gfunden hab’.“ Er nahm den Hut ab, löste aus der grünen Schnur ein kleines Edelweiß und bot es dem Mädel hin. „’s erste bringt Glück, sagen d’ Leut.“

   „Dös muss wahr sein, ich spür’s in mir!“, sagte Nannei, während sie die Blume sorgsam in ihr Mieder steckte. „Wo hast es denn brockt?“

   „In der Sigerethwand.“

   „Jesses!“ Das Mädel erblasste. „Is dir doch nix passiert?“

   Er lachte. „Wie soll mir denn da was passieren?“

   „In der Sigerethwand is mein Vater abgfallen, wie er beim Gamsjagern an Treiber gmacht hat.“

   Festei fragte leise: „Dein Vater is der Basler-Muckei gwesen?“

   Sie nickte.

   „Ich hab’ schon öfters reden hören davon. Aber komm, jetzt müssen wir nach’m Dschapei schauen.“ Er nickte befriedigt, als er vor dem Patienten kniete und alle Verbände genau untersuchte. „Gar net schlecht steht’s, Madl! Dein Lampl macht sich wieder. Es war auch kein Wunder bei so einer Pfleg. Da müsst a Maustoter wieder kreuzgsund werden!“

   Nannei strahlte. „Jetzt setz dich aber nieder, Festei! Ich koch’ dir an Schmarren.“ Sie stand schon am Herd, Pfanne und Löffel in Händen.

   „Der wird mir aber schmecken!“, lächelte der Jäger, während er Nannei bei ihren Hantierungen mit leuchtenden Augen verfolgte.

   „Hast denn gar so an fürchtigen Hunger?“

   „Natürlich, und was für ein’!“

   Sie plauderten weiter, während Nannei rührte, schürte und kochte. Das Schmalz prasselte und die Dampfwolken kräuselten sich vom offenen Herd hinauf zur berußten Stubendecke.

   Festei erzählte von seinem Dienst. „Wann ich kein Jager net sein kunnt, möcht’ ich gleich lieber gar net auf der Welt sein! Es is net weg’m Schießen und Jagern. Aber wann so draußen bist in die Berg und du schaust so umanander und hörst bald a Tierl und bald a Vögerl – und nacher der Himmel und d’ Wänd, und drunten die Baum und ’s Tal, wo d’ Sonn dreinscheint, dass die Bacherln blitzen – ich sag’ dir, da geht dir ’s Herz ausanand, und du must Juh schreien, ob d’ willst oder net!“

   Dann kam er wieder auf die Jagd zu sprechen und erzählte schnurrige Geschichten, in denen die Klugheit seines Hundes eine große Rolle spielte. „Ja, schau nur her, du Kalfakter!“, rief er dem Teckel zu, der mit dem Dschapei einträchtig das Lager teilte.

   Nannei erzählte von ihrer Mutter, von ihrem Dschapei, von ihren Kühen und besonders von der Scheckin, die „so viel gscheid is, ja gscheider schier als der gscheideste Mensch."

   Der Schmarren war fertig. „So, Festei, jetzt iss, bis d’ nimmer kannst!“ Mit aufmerksamen Augen hing sie an dem Gesicht des Jägers, als er den ersten Löffelvoll zum Mund hob. Bedächtig wiegte er den Kopf. „Aaahl So an guten hab’ ich noch nie net gessen!“
   „Greif nur fest zu!“, lachte Nannei und fasste nun auch selber den Löffel.

   Solange sie aßen, sprachen sie kein Wort. Wenn Nannei mit dem Löffel in die Pfanne fuhr, schob sie die besseren, röschen Bissen auf Festeis Seite hinüber. Der rührte dann wieder den Schmarren durcheinander, um das Beste in Nanneis Pfannenhälfte zu bringen. So kam es, dass schließlich beide satt waren, während das Leckerste noch in der Pfanne lag. Da konnte jetzt der Teckel seine Freude dran haben; der schlapperte den Schmarrenrest in sich hinein – das war nur so ein Hui!

   Festei zog sein Pfeifchen hervor. Der Porzellankopf zeigte das Konterfei eines Hirsches, der freilich mehr einem gehörnten Nilpferd, als dem schlankfüßigen König der Hochlandswälder glich. Nannei steckte, um die Stube zu erleuchten, eine an der Wand befestigte Kienfackel in Brand und machte sich über die Säuberung des Geschirres. Dazu erzählte sie wieder von der Angst, die sie am verwichenen Abend um ihr Dschapei ausgestanden hatte. „Gwiss, ich hab’ schon gmeint, es is mir gstohlen worden. Da is gestern einer dagwesen, so a Schlari aus Saalfelden. Kaum er da war, is a Grenzer kommen, der meine Küh hat aufschreiben wollen. Und da hat er sich druckt, der ander, als ob er kein gut’s Gwissen net ghabt häft. Weißt, sei’ Joppen is auf’m Bankl glegen und wie er fort war, is der ganze Boden verstreut gwesen mit Salz. Dös muss ihm aus der Joppen gfallen sein. Und weswegen hätt er denn so viel Salz bei ihm, wann er net d’ Schaf damit locken möcht.“

   „Allweil hört man reden davon. Drüben am Fundensee sind seit acht Tag vier Schaf abgängig.“

   „Die arme Sennerin! Die wird sich schön sorgen! Und am End hat’s gar der da gstohlen, der schlechte Kerl da!“

   „Kennst ihn leicht?“

   „Ja und na! Ich hab’ ihn halt zweimal gsehen. ’s erstmal hat er mich angsprochen, wie wir auftrieben haben.“

   „Gelt, drunten im Wimbachtal beim Futterstadl?“, unterbrach Festei. „So, so? Den meinst?“

   „Woher weißt denn du dös?“, fragte Nannei verwundert.

   „Ich bin in die Stauden gstanden, und da bist mit ihm vorbei gangen an mir. Ich hab’ dich gleich wieder kennt.“

   „Mich? Hast mich denn schon amal gschen?“

   „Im Fruhjahr amal, da hab’ ich Botschaft ummitragen müssen zum Königsseer Oberförster, und wie ich da ein! bin zur Haustür, bist grad aussikommen.“

   „Du bist mir net aufgfallen.“

   „Du mir schon! Und wie ich dich drunten im Wimbach gsehen hab’ – und den andern – da hab’ ich a schauderhafte Wut kriegt.“

   „A Wut? Ja warum denn?“

   „No – so a Kerl halt!“

   „Gelt! Was dös für a kecker, unverschämter Mensch gwesen is.“

   „Ja, gleich hab’ ich gmerkt, dass er dir zwider is. Dös hat mich gfreut.“

   Wieder schien Nannei fragen zu wollen: „Warum denn?“ Sie tat es nicht, sondern schwieg und hatte eine brennrote Stirn. Scheu guckte sie zu dem Jäger auf, sah zwei blaue Augen den ihren entgegenleuchten – und die Blicke der beiden hielten sich gefesselt, wie zwei Hände sich verschlungen halten bei frohem Gruß. „Ich weiß net –“, sagte sie endlich, tief atmend, „daherin hat’s a damische Hitz.“

   „Dös hab’ ich mir lang schon denkt!“, gab Festei kleinlaut zur Antwort. „Wart, ich mach’ a bissl auf!“ Er öffnete die Hüttentür; die frische Nachtluft strich In die Stube und machte die Flamme der Fackel auflodern.

   „Aaah, so a Lüftl, so a guts!“, beteuerte Nannei.

   Der Jäger saß wieder auf der Herdbank. „Is er heut auch wieder so keck gwesen? Der?“

   „Ah na! Kaum is er a bissl gsessen, da hat er den Grenzer kommen sehen und hat sich verzogen. Aber er käm bald wieder, hat er gsagt.“

   „So? Hat er gsagt? Dem will Ich ’s Wiederkommen verlegen! In meim Bezirk, wo ich d’Aufsicht hab’, da gibt’s keine Schaf zum stehlen.“

   „Aber geh, was machst denn für Gschichten! Wirst doch mit dem net anbinden? Dös is a wilder Kerl.“

   „Mir is er net z’wild.“

   „Mar’ und Joseph!“, stammelte das Mädel. „Wann’s da ebbes absetzen tät – ich kann mir’s gar net ausdenken.“

   In der Hatte blieb’s eine Weile still. Nannei ließ sich neben dem Leidenslager des Dschapei auf einen Schemel nieder und kraute dem Patienten die Ohren, was der Teckel eifersüchtig vermerkte. „Schau, was reden wir denn von so eim Menschen da! Geh, erzähl mir lieber von deiner Mutter! An was hat s’ verschnaufen müssen?“

   „Sie is halt gstorben, so nach und nach. Viel Prast und Kümmernis hat s’ leiden müssen im Leben. Da is ihr ’s Sterben fast a Wohltat gwesen. Mir is’s hart ankommen. In der ersten Zeit hab’ ich schier net gmeint, dass ich’s verwinden kunnt. Hast ja selber a Mutter, die dich gern hat. So hat’s halt auch für mich nix anders geben als d’ Mutter. Und grad so war’s bei ihr. Ich bin ihr alles gwesen!“

   „Dös kann ich mir denken!“, nickte Nannei.

   „Der Vater is net gwesen, wie er hätt sein sollen. D’ Mutter lobt ihn noch allweil, aber d’ Leut reden ungut. ’s Wirtschaften, sagen s’, hat er net verstanden, und wie’s allweil abwärtsgangen is mit seiner Hauserei, hat er ’s Trinken angfangt und hat allweil den Hader heimbracht vom Wirtshaus. Vor vier Wochen sind’s sieben Jahr gwesen, da is er heim in der Nacht, hat a bissl z’viel ghabt, und wie er am Steg über d’Achen is, muss er neben aussi treten sein. Unser Herrgott hab’ ihn selig! Ich hab’ ihn gern ghabt.“

   Von Nanneis Wangen fielen die Tränen auf ihre Schürze.

   „Wann ich hundert Jahr alt werd – den Morgen vergiss ich nimmer, wo ihn d’ Leut bracht haben. D’ Mutter is gwesen, dass ich ihr kein Schrittl nimmer von der Seit hab’ gehn dürfen. Unser Anwesen hat sich nimmer halten lassen – vielleicht kennst es: Drunten am Taubensee, man heißt’s ‚beim Bannholzer’. Der Flodermüller von Schwarzeck hat’s eingsteigert. No, überm Vater seine Schulden aussi is uns noch a ganz a netts Geldl blieben. Aber was heißt dös? Kein Glück und kei’ Heimat nimmer! Da bin ich Jager worden und bin mit der Mutter nach Ramsau in d’ Loschie zogen. Selbigs Mal hat d’ Mutter ’s Sterben angfangt, und im letzten Fruhjahr hab’ ich s’ eingraben müssen.“

   „Ganz allein bist auf der Welt?“

   „A harts Wörtl, ja! Mein’ Hund hab’ ich halt. Der is mir gut. Gelt, Bella, komm her zu mir!“

   Schweifwedelnd kam der Teckel herbeigetänzelt und sprang auf Festeis Knie, der die Arme um den Hals des Hundes schlang und ihm das Gesicht an die Schnauze drückte.

   Nannei rührte die Lippen, als möchte sie etwas sagen. Sie brachte keinen Laut aus der Kehle.

   Festei ließ den Hund zu Boden springen und erhob sich. „Es is Zeit, Nannei! Du musst die’ Ruh haben nach der Arbeit. Ich hab’ dich eh schon z’lang aufghalten. Morgen komm ich und schau nach deim Lamperl, wie’s d’ Nacht überdauert hat. Hoffentlich gut!“

   „Ja, hoffentlich gut!“

   Der Teckel schien zu verstehen, was das bedeutet: „enn zwei die Hände ineinander legen. Winselnd bohrte er seine Schnauze zwischen den Pfosten und die angelehnte Tür, und als sie knarrend aufging, sprang er bellend über die Schwelle.

   „Schau, der macht mir gar die Tür auf!“, sagte Festei und versuchte zu lächeln. „Also, pfüet dich Gott! Und gelt, schlaf recht gut!“

   Nannei folgte dem Jäger bis zur Schwelle. Nachschauen konnte sie ihm nicht, die Nacht war zu dunkel. Dann rief sie durch die Finsternis: „Gut Nacht, Festei!“

   Von der Höhe klang es herunter: „Gut Nacht! Und wann – – – gut Nacht halt!“

   Noch eine Weile war der klirrende Schrift zu hören. Dann polterte droben an der Jagdhütte die Tür, und alles war still.

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