Ludwig Ganghofer

www.wissen-im-Netz.info

Ludwig Ganghofer - Reise zur deutschen Front 1915

Homepage
   Literatur
      Ludwig Ganghofer
         Reise zur Front 1915
            1. - 12.1.1915
            2. - 15.1.1915
            3. - 17.1.1915
            4. - 19.1.1915
            5. - 22.1.1915
            6. - 24.1.1915
            7. - 27.1.1915
            8. - 30.1.1915
            9. - 3.2.1915
            10. - 7.2.1915
            11. - 16.2.1915
            12. - 21.2.1915

8.

30. Januar 1915.

   Eine tiefe Erregung brennt mir in allen Nerven. Das Herz schlägt mir bis in den Hals herauf.

   Bei jedem Blick, bei jedem Schritt im Schützengraben seh’ ich die tapfere Mühsal, die mutige Beharrlichkeit und treue Ausdauer unserer Feldgrauen, deren Uniformfarbe völlig verschwindet unter dem gelben, klumpigen Lehmbehang.

   Alle zehn Schritte steht bei einem kleinen, mit Bohlen ausgelegten Guckloch oder bei den schmalen Schießscharten der Stahlschilde ein Wachtposten mit blitzenden Späheraugen, in den von Nässe und Kälte zerschrumpften Händen das schussbereite Gewehr. Immer wieder sticht dieses scharfe Knallen in die dunstige Luft, hier im Graben und drunten im Tal, und immer wieder geht dieses feine Pfeifen der Kugeln über unsere Köpfe weg. Keiner von den Wachtposten kümmert sich um uns, keiner salutiert die Offiziere, die mich führen, jeder ist mit gespannter Aufmerksamkeit bei den feindlichen Dingen, die da draußen sind.

   Von denen, die nicht auf Wache stehen, rasten die einen, die anderen arbeiten. Hier wird hastig geschaufelt, um den Schutt und Schlamm der vom Regen unterwaschenen und heruntergerutschten Lehmwände aus dem Graben zu werfen, eine Erdbewegung, die bei schlechtem Wetter ununterbrochen durch Tage und Nächte fortdauert. Dort werden Entwässerungskanäle gezogen und Löcher gegraben, in denen das Regen- und Sickerwasser versitzen kann.

   Der Boden des Grabens ist, weil es einen Tag lang nimmer geregnet hat, schon leidlich trocken; aber die mannshohen Wände sind so klebrig, dass sich bei jedem stützenden Griff alle Finger gelb umwickeln. Und so eng ist der Gang, dass man blad rechts und blad links mit Ellenbogen und Schultern, mit Knien und Hüften, beim Umdrehen und Ausweichen auch mit Brust oder Rücken an diesen Lehmteig anstreift.

   Jene Grabenschützen, die ein bisschen rasten können, sitzen oder liegen in den winzigen Schlupfen, die unterhalb der Schießscharten in die Lehmwände hineingehöhlt sind. Jedes Unterstandsloch hat knapp so viel Raum, dass zwei Soldaten sich nebeneinander zusammenhuscheln können; Wände und Decken sind manchmal, nicht immer, mit Brettern ausgepölzt; der Boden ist handhoch mit Stroh belegt, meist mit ungedroschenem Getreide, das von den Feldern weggerafft wurde; Mäntel, Zeltbahnen und Wolldecken, die in den Nächten vom Tropfwasser durchnässt wurden, sind neben den Einschlupflöchern zum Trocknen aufgehängt; zuweilen ist in die Seitenwand der Löcher mit einigen Steinen ein kleiner, urweltlich ausschauender Ofen eingemauert, in dem die feuchten Prügelchen glühen und qualmen. Manche der Löcher sind mit Säcken verhängt, andere haben ein schützendes Türchen, das meist nur aus zwei oder drei zusammengenagelten Brettstücken besteht; aber auch feineres Material wurde zu diesem Zweck verwendet: Der grüne Fensterladen einer Villa, eine polierte Schranktüre, das bunt verglaste Fenster eines Gartenhäuschens; sogar die Kupeetür einer Droschke ist vertreten – alles herbeigeschleppt in finsteren Nächten, und an all diesen Dingen ist die Farbe halb verschwunden, alles ist gelb, alles gesprenkelt von den Griffen der lehmigen Hände.

   In diesen Löchern sitzen die Rastenden und schwatzen ruhig und heiter; jene, die in der Nacht bei den Schießscharten wachen mussten, liegen jetzt am Tag in einem so bleischweren Schlaf, dass kein lautes Wort und kein knallender Gewehrschuss sie zu wecken vermag; andere liegen auf dem Bauch, benützen den Tornister als Schreibtisch und kritzeln einen Kartengruß, der in die Heimat wandern soll.

   Von solch einem Schreibenden sah ich den Körper und die langsam bewegte, schwere Hand. Ich frage in das Loch hinein: „So? Wird an den Schatz geschrieben?“ Da dreht sich ein blondbärtiges, strenges Gesicht herum, zwei blaue Mannsaugen sehen mich aus dem Zwielicht heraus sehr misslaunig an, und eine unwillige Stimme sagt: „Was glaubst denn? An d’ Frau!“

   Ich kann nicht schildern, wie dieses schöne grobe Wort auf mich wirkte. Es war mir wie ein wundervolles Lied von der redlichen Herzensreinheit dieses deutschen Mannes. Seine Frau, seien Kinder, seine Heimatstreue und seine Soldatenpflicht – das ist seine Welt. Was anderes gibt es nicht für ihn. Und wie dieser eine, so sind Tausende, sind Millionen der Unseren. Wer will uns besiegen?

   Auf- und niederklimmend durch den engen Graben, stapfe ich an hundert Lehmgelben vorüber, an vielen Dutzenden von diesen Schlupfen und Löchern. Ich höre nimmer die Schüsse knallen, höre nimmer das Pfeifen der bleiernen Vögelchen, die über uns wegfliegen oder in die Lehmwälle preschen. Immer muss ich schauen, immer vergleichen zwischen der heldenhaften Geduld, die ich hier sehe auf Schritt und Tritt, und zwischen der nervösen und krittelnden Ungeduld, deren wir uns schuldig machen in der Heimat. Und immer muss ich rechnen: Dass diese Tapferen seit Ende September, die mit Arbeit ausgefüllten „Ruhezeiten“ abgerechnet, in diesem Graben und in diesen Lehmlöchern volle sechzig oder siebzig Tage und Nächte ausgehalten haben, ohne an Kraft und Gesundheit einzubüßen, ohne von ihrer treuen Beharrlichkeit, von ihrer geduldigen Ausdauer nur eine Faser zu verlieren. Nicht verloren haben sie, nein, sie haben noch gewonnen. Einer sagt zu mir: „Z’erst is mir’s schon a bisserl hart worden. Jetzt kennt man sich besser aus und weiß, wie man’s machen muss. Auf d’Letzt lernt der Mensch alles.“

   Mir werden die Augen feucht, und eine Weile vermag ich nimmer zu reden. Immer brennt die Frage in mir: „Was hat der da als Soldat geleistet, was ich als Bürger?“ Ein bisschen gezahlt hab’ ich, ein bisschen Geld eingebüßt, einen Teil meines Einkommens verloren, fast das ganze. Und da glaubte ich immer, was wunder ich leiste und trage und erdulde um meiner Heimat willen! Jetzt bin ich klein und stumm. Und eine heiße, schmerzende Scham ist in mir.

   Einer von den Gelben sitzt in seinem Lehmloch neben dem heftig rauchenden Steinherdchen. Er scheint sich sehr wohl zu fühlen, schneidet feine Scheibchen sorgfältig und liebevoll von einer heimatlichen Speckschwarte herunter und schmaust.

   Ich frage: „Schmeckt es?“

   Da nickt er lachend: „Ah ja! A Bissl ebbes darf man sich schon vergunnen. Wer weiß, wie lang ’s dauert?“

   Jetzt hör’ ich plötzlich die Schüsse wieder, höre das Pfeifen der Kugeln. Und nicht weit von der Stelle, wo ich stehe, vernehm’ ich einen wütenden Fluch: „Himi Herrgott Kreizteifi überanand!“ Erschrocken springe ich hin. Ein langer Kerl mit zausigem Rotbart steht bei einer Schießscharte und repetiert das abgeschossene Gewehr. „Was ist denn“, frage ich, „sind Sie verwundet?“

   „I? Ah na! Aber da drunt, an dem roten Stadel, da is a Loch. Da schießt allerweil einer außi. Und dös Luder kann i net derwischen. Allweil pulver i ums Loch umanand. Nie bring’ i’s sauber hin.“

   Ich gucke neben dem Mann durch die Schießscharte hinaus und ins Tal hinunter. Der Ausschnitt der Landschaft, den ich sehe, ist wie ein Bild in hölzernem Rahmen: Ein Stück Talgelände, die Erdwälle des französischen Schützengrabens und in der Mitte des Bildes ein halb in Schutt geschossenes, tot und öde liegendes Dorf mit umgestürztem Kirchturm und ausgebrannter Kirche. Alles, was Leben heißt, scheint erloschen da drunten. Aber Schüsse knallen, bald hier, bald dort; man sieht keinen Rauch, sieht keinen Feuerstrahl, weiß nicht, woher die pfeifenden Vögelchen kommen. Jetzt entdecke ich den „roten Stadel“; es ist ein plumper Bau aus Ziegelsteinen; und mitten in der roten Mauer ist ein kleiner, runder, schwarzer Fleck, ein in die Mauer geschlagenes Schießloch; von hier oben sieht es aus wie ein Tintenfleck, in Wirklichkeit mag es so groß sein wie ein Hut. Vierhundert Meter sind es bis dort hinunter. Eine feste Hand und ein sicheres Auge gehört dazu, um über solche Entfernung eine Kugel richtig auf den Fleck zu bringen. Ich gucke mit dem Feldstecher. In dem Loch ist nicht das geringste zu sehen, aber rings um den schwarzen Fleck herum erkenne ich an der roten Mauer die Einschlagtupfen der Kugeln, die umsonst da hinunter geflogen sind.

   „Wart’, Brüderl“, sagt der Rotbärtige, noch mit heißem Zorn in der Stimme, und schiebt den Gewehrlauf langsam durch die kleine Scharte des Stahlschildes hinaus, „jetzt wird amal aufpasst, urdentli!“

   Drunten knallt es, der französische Vogel pfeift, und über unseren Köpfen spritzt der Lehm auseinander. Ich mache flink einen Schritt nach rückwärts, dreh mich um dabei – und muss herzlich lachen. Neben einem Gängelchen, das seitwärts hinaus gegraben ist, seh’ ich eine kleine Holztafel hängen mit der Inschrift: „Zur Latrine und zur Kochstelle! Bitte nicht verwechseln!“

   Solcher Heiterkeiten sind im Schützengraben neben der schlummerlosen Gefahr noch viele zu finden. Ein paar Dutzend Schritte weiter, neben dem Türchen, hinter dem der Unteroffizier seinen Nachtschlupf hat, steht angeschrieben: „Villa Granateneck“. Dieser Bezeichnung ist noch das lyrische Motto beigefügt: „Im tiefen Keller sitz’ ich hier!“ Und eine stiel nach abwärts führende Stelle des Schützengrabens, die dem feindlichen Feuer ausgesetzt war und deshalb mit Wellblech und dick mit Erde überdeckt wurde, trägt die Inschrift: „Nordfranzösische Rodelbahn“.

   Solcher Humor in einer Luft, in der bei jedem Kugelpfiff der Tod auf dem Sprung nach einem deutschen Leben steht, ist nicht allein als der Ausfluss derber Gesundheit und guter Rasse zu erklären. Der schöne, klare Brunnen solch unverwüstlicher Heiterkeit am Rande des immer harrenden Grabes kann nur aus dem Kraft schenkenden Bewusstsein redlichster Pflichterfüllung strömen.

   Von dem Frohsinn, den ich hier sehe und höre, fliegen meine Gedanken immer heimwärts. Es ist wahr: Wir in der Heimat leisten viel, Tausende leisten weit über ihre Kräfte, und gerade hier, auf erobertem Boden, höre ich immer wieder die herzlichste Anerkennung unseres Heimatwerkes. Aber neben den Opferwilligen gibt es auch Drückeberger, Vorsichtige, Zurückhaltende und Ängstliche. Täten wir alle daheim so bis zum letzten Atemzug unsere deutsche Pflicht, wie diese Getreuen hier im Schützengraben, dann wäre nicht ruhelose Ungeduld in vielen von uns, sondern Ruhe, Zuversicht und frohe Festigkeit wäre in uns allen. Da würde der Groschen nicht zählen, den wir verlieren, keine Bedrängnis unserer wirtschaftlichen Lage, keine nötige Einschränkung, keine Sorge und kein Opfer unseres Lebens! –

   Der Schützengraben macht eine Wendung und ich stehe vor einem Bild, das mich tief ergreift. Außerhalb des Grabens, gegen die französische Seite hin, ragt zwischen laublosen Bäumen ein mächtiges Feldkreuz in die Luft. Nicht nur das schwarze Kreuzholz, sondern auch das farbig bemalte, überlebensgroße Schnitzwerk, das den Erlöser zeigt, ist von vielen Kugelschüssen durchsplittert, von Schüssen, die aus der französischen Stellung kamen. Und der zerschossene Leib der ewigen Güte hält die Arme ausgebreitet mit einer großen, heiligen Gebärde, aus der etwas Schützendes und Hilfreiches zu mir redet.

   Einer von den beiden Offizieren, die mich geführt haben, sagt nach einer Weile: „Es wird Abend. Irgendwo müssen wir umkehren. Das geht ja hier so weiter bis nach Ostende.“

   Auf dem Rückweg gibt’s einen Aufenthalt. Eine Lehmwand ist herunter gebrochen und hat auf zehn Schritte weit den Graben verschüttet. Vier Soldaten schaufeln, dass ihnen der Schweiß von den Gesichtern tropft; mehr können bei der Enge des Grabens an der Ausbesserung des Schadens nicht arbeiten. Während wir wartend dastehen, schlüpft einer, der mich kennt, durch das Türloch seines Höhlchens heraus – einer aus der Garmischer Gegend, der mich vor Jahren einmal auf die Alpspitze führte. Er begrüßt mich so herzlich und freudig, als wäre seine Heimat mit Haus und Berg zu ihm gekommen. Während wir schwatzen, immer von daheim, treten noch ein paar andere zu uns, jeder so gelb wie sein Kamerad, aber jeder mit dem gleichen, ruhigen, gesunden Gesicht. Allerlei Fragen richten sie an mich – gar manche ist darunter, die zu beantworten mir schwer fällt. Einer, mit dürstender Sehnsucht in den Augen, fragt mich: „Was meinen S’, wie lang wird’s denn noch dauern?“

   Ich suche nach Worten. „Da bin ich überfragt. Es ist möglich, sogar wahrscheinlich, dass auf dem Festland die Hauptsache schon in sechs bis sieben Wochen zur Erledigung kommt. Aber es kann auch noch ebenso viele Monate dauern.“

   Nach kurzem Schweigen eine feste Soldatenstimme: „No ja, muss man halt aushalten! Durchreißen tun wir’s alleweil, so oder so!“

   An dieses tapfere, zuversichtliche Wort schließt sich eine etwas wunderliche Frage, die mit dem vorausgegangenen Gespräch keinen Zusammenhang zu haben scheint. Dennoch ist eine Beziehung vorhanden. Eine sehr ernste.

   „Sie, sagen S’ amal, ob dös wahr is, was die Meinige allweil schreibt: Dass daheim in der Stadt die jungen Weibsbilder so ausg’schaamt in die Kaffeehäuser hocken, pariserisch anzogen, dass man d’ Hasen sieht bis halbert zur Grattl aussi?“

   Trotz der derben Ausdrucksweise lacht keiner von den Lehmgelben; sie scheinen die Frage für eine sehr wichtige und würdevolle zu halten. Ich schüttle den Kopf. „Nein! So stimmt das nicht. Unsere deutschen Frauen und Mädchen sind da nicht gemeint. Nur ein paar dumme Modegänse, ein paar krankhafte Auslandsaffen. So was zählt doch nicht.“

   Einer sagt: „Dö sollten uns anschauen!“ Ein anderer brummt: „Bal s’ vier Nächt lang da im Graben hocken müssten, in der nassen Sooß, bis übers Knie nauf, i glaub, dö taaten si’ bald an andre Montur verlangen!“ Und ein dritter gibt den Rat: Man sollte diesen Ausnahmen jeden Tag ein paar Mal jene Sache vollhauen, die Goethe durch einen Gedankenstrich bezeichnete – von diesem Gedankenstrich weiß natürlich der lehmgelbe Pädagoge nichts, er gebraucht im Ärger sehr ungeniert das übliche Volkswort.

   Der Weg ist ausgeschaufelt. Wir können weitergehen. Ich komme an dem Rotbärtigen vorüber, der das Gewehr im Anschlag hat und immer lauert, ganz unbeweglich.

   Nach wenigen Schritten gewahre ich etwas Seltsames. Beim Herweg fiel es mir nicht auf, erst jetzt entdecke ich’s. Will mitten im harten Winter der grüne Frühling kommen? Eine Bodenstelle des Schützengrabens ist dick mit frischem, spannenlangem Gras überwuchert. Gras? Nein! Das ist junges Getreide. Von den ungedroschenen Garben, die ein Feldgrauer vor vier Monaten in seinen Unterschlupf hineinstreute, sind die Körner abgefallen und in die nasse Erde hinein getreten worden. Jetzt gehen sie auf. Ich sehe dieses frische, üppige Grün, und etwas Freudiges, Warmes und Hoffnungsvolles ist mir im Herzen.

   Drunten bei den Franzosen kracht ein Schuss. In der Luft das feine Singen. Und wenige Schritte hinter mir spritzen von der Holzversteifung einer Schießscharte die Splitter weg. Jetzt ein Schuss im deutschen Graben. Dann die ruhige Stimme des Rotbärtigen, den ich nimmer sehe: „No also! Endli amal!“

   Ich brauche nicht umzukehren. Auch ohne zu fragen, weiß ich, was der kurze, zufriedene Monolog des Rotbärtigen bedeutet. Wohl denke ich auch daran, dass jetzt da drunten im roten Stadel ein Leben verblutet; aber vor allem muss ich denken: Dass unsere Feinde wieder weniger wurden um einen.

   Ein langer Weg noch, durch den Laufgraben und über die dämmernden Rübenfelder.

   Kanonenschüsse und Granatenschläge dröhnen in rascher Folge. Die Franzosen tasten wieder nach der deutschen Batterie umher und können sie nicht finden.

   Beim Einsteigen in den Wagen bemerke ich, dass ich nicht viel anders ausschaue als die Lehmgelben im Schützengraben. Ich fühle aber doch einen beträchtlichen Unterschied. So heiß, wie an diesem Abend, hat noch nie die Frage in mir gebrannt: „Was kann ich leisten als Bürger, wie kann ich nützen?“

   Im Westen ein leuchtender Streif und drüber ein zartes Blau und Weiß. Auch die Höhe klärt sich auf, und ich sehe den Schimmer des Vollmondes. Der Kaisertag hat gutes Wetter gebracht. Bleibt der Himmel so, dann werden es die Unseren im Schützengraben besser bekommen.

<   >

© 1999-2007 Copyright by Jürgen Kühnle
Über Anregungen und Kommentare zu diesen Seiten würde ich mich freuen juergen@kuehnle-online.de.