Ludwig Ganghofer

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Ludwig Ganghofer - Die Front im Osten

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      Ludwig Ganghofer
         Die Front im Osten

            Kapitel 1: 18.5.1915
            Kapitel 2: 22.4.1915
            Kapitel 3: 26.4.1915
            Kapitel 4: 28.4.1915
            Kapitel 5: 3.5.1915
            Kapitel 6: 5.5.1915
            Kapitel 7: 7.5.1915
            Kapitel 8: 20.5.1915
            Kapitel 9: 24.5.1915
            Kapitel 10: 25.5.1915
            Kapitel 11: 4.6.1915
            Kapitel 12: 5.6.1915
            Karte

3.

26. April 1915              

   Tage kommen und gehen, einer schöner wie der andere. Alles in Galizien ist grün geworden, alles will blühen. In jedem Ding er Natur ist eine träumerische Lenzfreude, die aller Härte des Lebens vergisst. Sogar der Mensch unterlässt es manchmal, dem Knattergeräusch der Flugmaschinen und dem Kanonendonner zu lauschen, hat lyrische Stimmungen und horcht auf den zärtlichen Schlag einer Amsel. Solch’ ein Frühlingsabend, jetzt, in einem glaizischen Buchenwald – das ist ein Zauber, der die Seele streichelt wie eine liebe Kinderhand. Oder solch’ ein kühler Morgen in seinem blauen Schattenduft, mit dem Feuerspiel der Tautropfen beim ersten Sonnenblitz! Man darf sich nur, wenn man solche Dinge erleben will, nicht in der Nähe einer Straße befinden; wo dieser ewige Staub seine Wolken ballt, da gibt es kein Grün und keinen Frühling, da ist alles grau, alles ist Ruhelosigkeit und Lärm, Schrittschlag und Kommando, Hufgeklapper und Rädergerassel, Autostottern und Benzingeruch.

   Es kommt mir so vor, als wäre in diesem rastlosen, den Tag und die Nacht erfüllenden Hin und Her seit einigen Tagen ein lebhafteres Vorwärtstreiben, eine ums doppelte vermehrte Kraft. Auch noch andere Anzeichen sind vorhanden, um mich immer wieder fragen zu machen: „Was ist da im Werden? Bereitet sich etwas vor? Was wird geschehen?“ Ich kann auf diese mich heiß erregende Frage keine Antwort in klarer Sprache finden – die Antwort ist immer stumm, aber immer ist sie wie das Lächeln einer schönen und großen Hoffnung, in deren brennendem Gesicht sich die Augen des Glaubens öffnen wollen. Diese Hoffnung ist so reich an Verheißungen wie der Frühling, der geheimnisvolle Kräfte gewinnt mit jedem neuen sonnigen Tag, mit jeder neuen schöpferischen Nacht.

   Stärker als je in den letzten Tagen ist gerade heute das Gefühl einer fiebernden Erwartung in mir. An all dieser tüchtigen militärischen Arbeit, die ich sehe, ist ein festeres Ineinandergreifen zu gewahren, eine strengere Ordnung, eine gesteigerte Energie. Ich habe hier bei unseren Fahrten noch nie auf den Straßen eine Verwirrung erlebt: Aber so glatt, wie bei dieser jagenden Morgenfahrt von heute, ist es noch niemals abgegangen, obwohl gerade heute die in hurtigem Trab hin und her ziehenden Kolonnen dichter sind als je und oft auf eine Länge von vielen Kilometern keine Lücke zeigen. Und kommt eine Kolonnenpause, so ist sie ausgefüllt durch Kavallerieschwärme und Reservenzüge. Die Stimmen der kommandierenden Offiziere scheinen heller und schärfer zu klingen als sonst, und in den gesunden Braungesichtern der Soldaten, von denen die meisten ihre graublauen Mützen mit einem grünen Zweiglein geschmückt haben, ist eine frohe Spannung. Nur selten gewahre ich einen Müden, fast nie einen von der Anstrengung des Marsches marod Gewordenen. Häufiger als in den letzten Tagen knattern hoch droben im Blau die österreichischen und deutschen Flieger über unsere Köpfe weg, in östlicher Richtung gegen die feindlichen Stellungen rudernd. Und eine tiefe Erschütterung, die sich mischt aus Bangen und Freude, befällt mich beim Anblick eines neuen, musterhaft ausgestatteten Sanitätszuges, dessen Kraftwagen geschmückt sind mit österreichisch-ungarischen Fahnen und das rote Kreuz umwunden tragen mit Blumen und Fichtengrün. Wann werden diese fahrenden Kapellen der Menschlichkeit im Krieg ihre ersten Dienste zu leisten haben? Wann? Und wo?

   Unsere Fahrt verlässt die große, von Lärm und Farben und Gefunkel belebte, von Staub umwirbelte Heerstraße, geht am blitzenden Dunajec entlang und kommt zu stillen entzückenden Waldtälern, die durch Reiz und Schönheit an die berühmtesten Landschaftsbilder des Schwarzwaldes erinnern. Nun erreichen wir eine Höhe, und hier öffnet sich der Blick in einen weiten, wundervollen, von blauen Hügelzügen und beschneiten Bergen abgeschlossenen Bergkessel, in dessen Mitte Neu-Sandez liegt wie ein schimmerndes Klein-Jerusalem, unter dem Sonnenglanz vergleichbar einem Gewirr leuchtender Edelsteine, die aus den freigebigen Händen einer Märchenfee über die frühlingsgrüne Erde rollten.

   Der steile Schlangenweg, der hinunterführt zu dieser lockenden Schönheit, wird für das Auto eine schwierige Sache. In der Nähe sieht Neu-Sandez ein bisschen anders aus, als von der Ferne betrachtet; aber es bleibt doch immer noch ein für galizische Verhältnisse sehr nettes Städtchen. Auf dem Marktplatz und in der Hauptstraße geht es lebhaft zu – Bauern und Wagen, Kinder, Mädchen, viele Juden und noch mehr Soldaten – woraus zu schließen ist, wie hoch man die Zahl der Soldaten einschätzen muss.

   Nun wieder die hübschen Waldtäler, mit kleinen Ruthenendörfern. Jedes Dorf ist verwandelt zu einem Massenquartier, in dem es von Graublauen wimmelt. Und jedes Dorf hat eine hölzerne Kirche in russischem Stil. Eines hat sogar eine neue prächtige Russenkirche aus Backsteinen. Wer spendete dem armseligen Dörflein das Geld für diesen kostspieligen Bau? Über der Haustüre eines Schulgebäudes seh’ ich das Wort Schule in russischer Sprache und mit russischen Lettern angeschrieben; und vor vierzig Jahren wurde unter diesem Dach noch deutsch gelehrt; noch heute liegen da in den Kästen die deutsch geführten Schülerlisten und die deutsch ausgestellten Schulzeugnisse von ehemals. Ich erzähle das aus Gründen eines politisch sehr instruktiven Zusammenhanges. Denn gleich hinter diesem Dorf, noch fern von unserem Ziel, müssen wir das Auto verlassen, weil die russischen Granaten so reichlich fallen wie die Knallerbsen bei einem Faschingsrummel. Mit überraschender Treffsicherheit sausen die feindlichen Geschosse immer auf die gleiche Wiesenstelle herunter; heute ist die Stelle glücklicherweise leer; aber am verwichenen Abend stand hier noch eine österreichische Batterie. In der Nacht wurde sie an die Russen verraten.

   Durch ihren prompten Granatenregen kränken die Russen auch ein bisschen ihre eigenen, stillen Helfer. Ich sehe flüchtende Dorfleute, sehe eine ruthenische Bäuerin, die flink einen Korb mit vier Hennen zu retten sucht und einen Gockel mit zwei russischen Heiligenbildern unter dem Arm trägt, und seh’ eine polnische Familie, die ihre paar Habseligkeit auf ein Korbwägelchen wirft, um hastig auszureißen, natürlich gegen Esten hin, tiefer nach Österreich-Ungarn hinein – der gesunde Offiziershumor bezeichnet das als „Evakuierung in verkehrter Richtung“. – Polen und Ruthenen sind leicht zu unterscheiden. Der polnische Bauer hier ist klein und hässlich, doch die Ruthenen sind ein schöner Menschenschlag. Man sieht hübsche Frauen, schmuck gewachsene Mädchen und alte Männer mit prachtvollen Köpfen. Ein Greis, der sein Haus nicht verlassen will und mit zwei Enkeln oder Urenkeln auf der sonnigen Hausschwelle sitzt, ein fast schon Hundertjähriger, sieht mit dem bleichen Beingesicht und dem phantastisch gestruwelten Weißhaar aus, als wäre er aus einem mittelalterlichen Totentanzbild herausgetreten.

   Immer saust es in den blauen Lüften. Granate um Granate kommt. Erdfontänen und Rauchsäulen steigen auf, die Lehmvögel fliegen, und nach allen Richtungen pfeifen die Sprengstücke auseinander. Dabei erledigen die Graublauen, die in den löcherigen Hütten hausen, mit aller Gemütsruhe ihre Arbeit. Die Dienstfreien, die rasten dürfen, liegen auf dem sonnigen Frühlingsrasen, schlafen fest und schnarchen so behaglich, als wäre der kriegerische Werktagsmorgen ein friedlicher Sonntagnachmittag. Ein langer Nordtiroler, mit dem ich beim Brunnen eine Weile schwatze, sagt zu mir: „Bal oaner rennt, da rennt er bloß eini. Wia bedachtsamer bei deiner Sach’ und Schuldigkeit bleibscht, umso weiter hoscht zum Sterben.“ Diesem braven Philosophen aus Nordtirol, der zwei Fäuste wie kupferne Hämmer hat, möchte ich zusehen dürfen, wenn die „Blumenteufel“ russischen Dreschtag halten! Der mich führende Offizier erzählt mir lachend von einem anderen, welcher nachdenklich diesen Erfahrungssatz verkündete: „Wann dö russischen Schädelen so knirschen, dös ischt ein eigentiemlaches Geräusch. Dös vergisst man drei, vier Täg lang nimmer. Woll!“

   Zwischen Waldbergen, von denen die auf der Schattenseite liegenden noch dick verschneite Kuppen haben, steigen wir über einen sonnigen Wiesenhang zu den Innsbrucker Kaiserjägern hinauf, deren fester Stellungsriegel das Tal versperrt und zur Rechten und Linken empor klettert gegen die Höhen. Ich höre Jauchzer und Jodler, höre lachende Stimmen, und wieder seh’ ich ein ähnliches Bild wie bei den Jägern von Bozen und Meran. Von jeder Stelle, wo ich stehe, kann ich Hunderte von Graublauen gewahren, die in er Sonne durcheinander gleiten, schwatzen, springen und schanzen. Überall Gesundheit, Kraft und heitere Gesichter. Hier baut man Unterstände, dort erhöht und festet man den Wall. „So“, frag ich einen, der hurtig die schweren Rasenbrocken übereinander schichtet, „wird fest gemauert?“ Er antwortet lachend: „Wia’s holt sein muaß für a poor Täg. Lang bleiben mer nit. Waar üns allen liab, wann’s bald wieder fürwärts gang!“ Diese Sehnsucht kann ich ihm nachfühlen. Der Boden ist für Schanzarbeit nicht günstig, schon nach wenig Spatenstichen kommt man auf Grundwasser. Drum haben sich auch die Russen im Tal nicht eingegraben. Auf diesem Boden, der jede Sicherung und auch das rasche Springen erschwert, war’s ihnen in der Nähe der groben „Blumenteufel“ nicht geheuer; sie zogen sich vorsichtig über achtzehnhundert Meter auf eine verlässlichere Berghöhe zurück, auf der man ihre Drahthindernisse und den Wallstrich ihres Grabens sieht, sonst nichts. Die Graublauen hier unten wimmeln offen und sorglos in der Sonne umher, von den Russen da droben ist auch durch das schärfste Glas kein Haarschopf zu gewahren – sie haben Respekt vor den Tiroler Scharfschützen, die in den vorgeschobenen Stellungen auf Wache liegen. aber da hinauf? Das wird, wenn der nahe Dreschtag kommt, auch für die braven „Blumenteufel“ eine harte Arbeit werden. Ich sage das zu einem. Der lacht: „Woll! Do wearn mer fescht in d’Händ speib’n müassen! Aber abi müassen’s allweil, dö Luadern! Für woas waarn mer denn in Tirol dahoam, bal mer ’s Bergkraxln nit kinna taten!“ Ich will mit einem anderen schwatzen, der mir auffällt durch sein tiefbraunes Gesicht, seine Funkelaugen und seinen pechschwarzen Haarwuchs. Freundlich sieht er mich an, gibt aber auf meine Frage keine Antwort. „Der kann nicht Deutsch“, sagt der führende Offizier, „das ist ein Ungar.“ In das Regiment der Innsbrucker Kaiserjäger wurde eine ungarische Kompanie eingereiht. Reden können sie nicht miteinander, die Pußtasöhne und die Hochlandsbuben, aber sei teilen das Brot und den Wein, und in Gefahr und Arbeit helfen sie zusammen wie gute, verlässliche Brüder.

   Ich stehe beim Wall, gucke durch eine Scharte hinaus und sehe etwas Merkwürdiges. Da drunten im Tal, mitten zwischen unserem Graben und der feindlichen Stellung, liegt ein lang gestrecktes, von seinen Bewohnern verlassenes Dorf mit zerrupften Häusern und zerrissenen Schindeldächern. Und ein achtmal tischgroßes Stück von einem solchen Schindeldach scheint lebendig geworden zu sein, hat ein Dutzend Füße und kommt vom Dorf gemütlich über die sonnige Wiese heraufspaziert zum Schützengraben der Kaiserjäger. Sechs Tiroler Buben stecken unter dem Dachstück und tragen es, um ihren neu gebauten Unterstand damit einzudecken. So holen sich die vergnügten „Blumenteufel“ aus dem ruthenischen Dorf alles herauf, was sie zur Erhöhung ihrer Gemütlichkeit nötig haben. Durch die Bodenmulden schleichen sie hinunter, unter den hölzernen Schilden kehren sie zurück. Ganz ungefährlich ist die Sache nicht; die Russen haben weit schießende Maschinengewehre. Drum sag’ ich zu einem Graublauen, der eben hinausklettert über die Brustwehr: „Duck Dein Köpfl, Du!“ Ruhig guckt er über die Schulter und lacht: „Ah mei’, bal’s oan truffa hot, dös sicht ollweil bloß a Zuafall gwöst!“

   In dem Dörflein da drunten ist von allen Bewohnern nur ein altes Weiblein mit einer Ziege und einigen Hühnern zurückgeblieben. Die Alte verträgt sich gut mit den Kaiserjägern und leistet ihnen allerlei freundliche Dienste. Außerdem übt sie durch einen Hahn, den sie besitzt, noch eine segensreiche Wirkung in die Ferne. – Während ich hinsteige durch den Graben, gewahre ich etwas Drolliges. Eine schwarz und weiß gesprenkelte Henne ist mit dem linken Bein an ein meterlanges Stricklein gebunden; alles Verzehrbare, was sie in Reichweite ihrer Fessel finden konnte, hat sie schon aufgepickt; nun strebt sie weiter hinaus, spannt das Stricklein und streckt dabei das angebundene Füßl seitwärts in die Höhe wie ein geschicktes Ballettmädel. Das wirkt so komisch, dass man von Herzen lachen muss. Solch ein Lachen im Schützengraben ist immer eine wohltuende Erquickung. Ich frage: „Soll denn das nette Hehndl verspeist werden?“ Ein junger Graublauer mit gescheiten lustigen Augen schüttelt energisch den Kopf und erklärt: „Ah na! Dös Hennele muaß für üns Oar lögn un ausbrüatn!“ – „Zum Familiensegen braucht man aber doch einen Hahn?“ – „Jo freili, dös alte Weibl da drunt, dös hot oan! Den hol i allweil auffi in der Fruah!“ Wieder muss ich lachen. „Mag denn das Hehndl immer?“ Der nette Blumenteufel schmunzelt mich an: „Es muaß! Dem geht’s als wia ö Russen –“, dabei guckt er mit seinen frohen Blitzaugen gegen die feindliche Höhe hinauf, „jatz hocken s’ no allweil a droben. Passen S’ auf, dö gengan abi! Bald! Ob s’ mögen oder net –“, seine Fäuste schließen sich, „sö müassen, bal der richtige Gockel kimmt!“

   Eine frohe Wohligkeit ist in mir, die mich nimmer verlässt. Auf meinem weiteren Weg durch den Schützengraben ruft mich einer an: „Herr Dokter, jöi, wos sich denn, lei kennan S’ mi nimmer?“ Ein Inntaler, der mich ein dutzend Mal von Zirl hinaufkutschierte zu meinem Tiroler Jagdhäusl im Gaistal! „Gell, jatz sich gor mit’n Gamslschiaßn, jatz müassen mer Russen derschlagn und Läus derdrucka!“ Ich frage: „Wie viel hast Du denn schon?“ Lustig sagt er: „Russen hob i a fünfe, sechse. Dö ander Moor hob i nit zöhlt. Dö sich mer z’kloan gwöst. Aber deacht hätt ma dö mindest kinna ums Bier schicken.“

   Einer hat die Tapferkeitsmedaille an der Brust. Auf die Frage, wie er sich diese Auszeichnung verdient hätte, sagt er: „Dös ischt mer unbekannt. I woas nöt, worum s’ grod mi derzua ausgmuschtert hobn. Dö andern hobn’s aa nit schlechter gmacht.“

   Dann reicht mir ein junger, schlanker Leutnant die Hand. Den hab’ ich vor achtzehn Jahren zu Innsbruck im Haus seiner Eltern kennen gelernt, als er ein Bürschlein von sechs oder sieben Jahren war. Und ist nun ein schmuckes und strammes Mannsbild, das treu und freudig für Glück und Leben seiner Heimat ficht! Wir sitzen in der Sonne und plaudern und hören das ferne Dröhnen und das nahe Sausen in den Lüften nimmer. Vor uns, in einer tiefen Grube, liegen große schimmernde Schneeflecken, und dicht neben ihren schwarzen Schattenrändern blühen die gelben Frühlingsblumen. Wachse, du Frühling in Österreich!

   Über den Hang herunter, von dort, wo die vielen graublauen Kaiserjäger in der Sonne schanzen und schaffen, tönt ein dreistimmiges Lidl zu uns her, mit einem Jodler, en ich schon hundert Mal auf den Bergen hörte. Klingend geht er mit mir, auf dem ganzen Heimweg begleitet er mich. Immer singt und summt er in meinem Herzen, in meinem Blut.

   Was hab’ ich erlebt? Nur fleißige Arbeit hab’ ich gesehen, nur kleine Bergbubenworte hab’ ich gehört. Und dennoch ist mir, als wär’ ich bei großen Dingen gewesen. Ich fühle, dass ich beschenkt und erhoben bin. Und ein Vertrauen ist in mir, so stark, wie die braunen Fäuste der „Blumenteufel“ sind, so hell und froh, wie in den Gesichtern dieser gesunden Hochlandsburschen die Augen blitzen.

   Alles hier ist anders, als es von ferne für uns aussah. Das Ahnen, das ich seit Tagen durchzitterte, ist verwandelt in ein sicheres Wissen. Und nur noch eines ist ungeduldig in mir: Diese fiebernde Erwartung des Kommenden.

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